Wissenswertes zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzellen Teil 2.1

Teil 2.1 | Der Energiebedarf wÀchst

Der weltweite Energiebedarf ist betrĂ€chtlich und nimmt stetig weiter zu. Ein entscheidender Faktor ist dabei das Bevölkerungswachstum. Die Weltpopulation wird seit den ersten Schritten des Homo sapiens immer grĂ¶ĂŸer. Momentan wĂ€chst die Erdbevölkerung pro Jahr um 80 Mio. Menschen an. 2020 wurde die 7,8-Mrd.-Grenze ĂŒberschritten. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass in den 2060ern mit rund 9,7 Milliarden Menschen ein Maximum erreicht wird.

Mit der Zahl der Menschen auf diesem Planeten steigt auch die benötigte Energiemenge. Zudem nimmt der Energiebedarf pro Person immer weiter zu, denn auch der Lebensstandard steigt global – wenn auch auf stark unterschiedlichem Niveau.

Abb. 1: Der globale PrimÀrenergiebedarf ist in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsen

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Quelle: IEA/BMWI

Diese beiden Aspekte gehen einher mit der weltweit fortschreitenden Industrialisierung. Ebenso wie der Lebensstandard klaffen auch die EnergieverbrĂ€uche in den verschiedenen Erdteilen noch immer stark auseinander: Nordamerika und Europa sind fĂŒr mehr als ein Drittel des Weltenergiebedarfs verantwortlich, machen aber nur ein knappes Viertel der Erdbevölkerung aus. Rund 15 Prozent aller Menschen lebten 2019 in Afrika und verbrauchten zusammen 3,4 Prozent der weltweit erzeugten Energie. Im Milliardenstaat China nĂ€hert sich der Energieverbrauch pro Kopf zĂŒgig dem westlichen Niveau, und auch in Indien, dessen BevölkerungsgrĂ¶ĂŸe bald die Chinas ĂŒberflĂŒgeln wird, nehmen immer mehr Menschen ihr Recht auf mehr MobilitĂ€t und bessere Energieversorgung wahr, wie es die Bewohner der westlichen Industriestaaten bereits tun.

Das stĂ€rkste Wachstum des Energiebedarfs erwartet die Internationale Energieagentur IEA fĂŒr die nĂ€chsten Jahrzehnte jedoch in Afrika – getrieben sowohl vom Bevölkerungszuwachs als auch von der steigenden Nachfrage nach Klimaanlagen in den immer grĂ¶ĂŸer und heißer werdenden Metropolen. So wie es Amerikaner und EuropĂ€er fĂŒr sich in Anspruch nehmen, frei und unabhĂ€ngig zu sein, steht auch jedem anderen Menschen das Recht auf MobilitĂ€t und sonstigen Wohlstand zu – und das braucht Energie. Der BP Energy Outlook von 2020 prognostiziert daher fĂŒr 2040 einen Anstieg des weltweiten PrimĂ€renergiebedarfs um 10 bis 25 Prozent gegenĂŒber 2018.

Dass dieser Anstieg nicht noch stĂ€rker ausfĂ€llt, verdanken wir der technischen Weiterentwicklung. Indem die Wirkungsgrade entlang der gesamten Kette verbessert werden, können betrĂ€chtliche Energiemengen eingespart werden. Kraftwerke, Fahrzeuge und HaushaltsgerĂ€te sind heute deutlich effizienter als in frĂŒheren Jahrzehnten.

Dennoch sinkt der Energiebedarf nicht, denn gleichzeitig mit der Effizienz wachsen die AnsprĂŒche: Moderne Autos sind effizienter als alte – aber wo frĂŒher ein VW KĂ€fer reichte, muss heute ein SUV mit viel Bordelektronik her. Der neue Flatscreen-TV ist effizienter als der alte Röhrenfernseher, aber um ein Vielfaches grĂ¶ĂŸer. Das neue KĂŒhl-Gefrier-KombigerĂ€t hat die Effizienzklasse A+, reicht dafĂŒr aber bis zur Decke, damit kaltes Bier und TiefkĂŒhlpizza nie ausgehen. Durch diesen sogenannten Rebound-Effekt stagniert der Energieverbrauch in Europa trotz aller technischen Anstrengungen. 2019 lag der Endenergiebedarf in Deutschland bei rund 2.500 Terawattstunden (TWh). Das Fraunhofer-Institut fĂŒr Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE versucht in seinem „Barometer der Energiewende“ abzuleiten, wie viel Energie Deutschland 2050 brauchen wird. Anhand der Daten von 2019 wird fĂŒr 2050 von einem Endenergiebedarf von rund 2.081 TWh ausgegangen.

Wissenswertes zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzellen

Die Technik von gestern, heute und morgen

Wissenswertes zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzellen. Bewusst leicht verstÀndlich gehalten und beschrieben. Es soll technikinteressierten als ein umfangreiches Literaturverzeichnis dienen.

Die grundlegend ĂŒberarbeitete Neuauflage unseres Buches zu diesem Thema ist hier erhĂ€ltlich. Aktuelle Entwicklungen wurden ergĂ€nzt, Überholtes entfernt. Neben den jĂŒngsten Trends vermittelt dieses Buch – wie schon seine VorgĂ€nger – die grundlegenden physikalischen ZusammenhĂ€nge, denn diese gelten ja bei allem Wandel nach wie vor.

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