Brennstoffzellen-HeizgerĂ€te brauchen UnterstĂŒtzung

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13. Mai 2013

Brennstoffzellen-HeizgerĂ€te brauchen UnterstĂŒtzung

StaatssekretÀr Rainer Bomba redete der Industrie ins Gewissen

StaatssekretÀr Rainer Bomba redete der Industrie ins Gewissen


Es könnte so schön sein: Die ersten BrennstoffzellenheizgerĂ€te sind endlich auf dem Markt. Das Ziel, auf das die gesamte Branche seit Jahren hingearbeitet hat, scheint somit erreicht zu sein. Aber von Freude oder gar Erleichterung ist weit und breit keine Spur. Ganz im Gegenteil: Jetzt, nachdem MillionenbetrĂ€ge in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit fĂŒr diese modernen KraftwĂ€rmekopplungsgerĂ€te geflossen sind, ruft die Industrie nach einer Anschlussfinanzierung fĂŒr die MarkteinfĂŒhrung. ZunĂ€chst musste die Initiative Brennstoffzelle (IBZ) jedoch den Unmut von StaatssekretĂ€r Rainer Bomba ĂŒber sich ergehen lassen, denn der zeigte sich gar nicht begeistert von dem bisher Erreichten und las der deutschen HeizgerĂ€tebranche mal wieder gehörig die Leviten.
Die Entwicklung im Bereich der BrennstoffzellenheizgerĂ€te dauert mittlerweile schon rund 15 Jahre an. In dieser Zeit gab es verschiedene Episoden – voll von hoffnungsfroher Zuversicht, aber auch voller ErnĂŒchterung. Der grĂ¶ĂŸte Teil der Forschungs- und Entwicklungsarbeit scheint mittlerweile geschafft zu sein, und tatsĂ€chlich vermeldeten 2012 zumindest zwei Firmen mit Standorten in Deutschland, dass sie ihre GerĂ€te kommerziell anbieten: Ceramic Fuel Cells (CFC) verkaufte in 18 Monaten rund 250 Einheiten. Anfang Februar dieses Jahres verkĂŒndete das Heinsberger Unternehmen, dass die BZ-Kraftwerke von CFC im Januar 2013 die Marke von zwei Millionen Betriebsstunden bei einer VerfĂŒgbarkeit von 99 Prozent ĂŒberschritten hĂ€tten. Das zweite Unternehmen, Elcore, hatte angekĂŒndigt, 2012 rund 50 GerĂ€te installieren zu wollen und die KapazitĂ€t 2013 auf 1.000 StĂŒck pro Jahr auszubauen. Verifizierte Zahlen gab das Unternehmen bisher aber nicht heraus.
Die Unternehmen, die den Markteintritt erst fĂŒr 2014 angekĂŒndigt haben, geben grĂ¶ĂŸtenteils zu Protokoll, „die Technik ist fertig“. Dies bestĂ€tigte sowohl Walter Bornscheuer, Leiter Technologie der Viessmann Werke, als auch Christian Haferkamp von der EWE Vertrieb GmbH. Dies könnte jetzt also – theoretisch – der langersehnte Startpunkt zur MarkteinfĂŒhrung der BZ-HeizgerĂ€te sein, wenn da nicht schon wieder neue Probleme wĂ€ren. So muss sich CFC derzeit nach einem neuen Vertriebspartner fĂŒr Deutschland umschauen, da die sanevo home energy GmbH Ende Februar 2013 Insolvenz anmeldete. Nachdem das spanische Unternehmen Effizient Home Energy, dessen WhisperGen-GerĂ€te sanevo bisher vertrieb, im November 2012 insolvent gegangen war (s. HZwei-Heft Jan. 2013), folgte nun auch das Aus fĂŒr das Offenbacher Unternehmen selbst. FĂŒr Belgien hat Ceramic Fuel Cells zwar in Solar Spirit Ende Februar 2012 einen Vertriebspartner fĂŒr seine BlueGen-GerĂ€te gefunden. Wie Andreas Ballhausen, GeschĂ€ftsfĂŒhrer Vertrieb bei CFC, allerdings gegenĂŒber HZwei mitteilte, liegt der anvisierte Absatzschwerpunkt des autralisch-deutschen Unternehmens in Deutschland. Ballhausen zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die bisher positiv verlaufenen GesprĂ€che mit potentiellen Vertriebspartnern fĂŒr den deutschen Markt eine Lösung bringen werden.
Das Hauptproblem, das dem Vertrieb von BZ-HeizgerĂ€ten in Europa derzeit im Wege steht, bleibt nach wie vor das hohe Kostenniveau. Sowohl fĂŒr das Material als auch fĂŒr die Produktion liegen die Preise derzeit noch ĂŒber dem Preisniveau konkurrierender Technologien. Dementsprechend fehlt es auch an Kunden. Kaum ein GerĂ€tehersteller traut sich daher, in den Aufbau von Fertigungsinfrastruktur zu investieren, nur CFC hat in Heinsberg bisher eigene ProduktionskapazitĂ€ten aufgebaut.
Der Ruf nach einem geeigneten MarkteinfĂŒhrungsprogramm fĂŒr stationĂ€re Brennstoffzellensysteme wird daher immer lauter. Die Initiative Brennstoffzelle (IBZ) veranstaltete deswegen zu diesem Thema am 28. Februar 2013 ein „ZukunftsgesprĂ€ch Energieeffizienz“ in Berlin. Gemeinsam mit Vertretern von GerĂ€teindustrie, Energieversorgern und der Politik diskutierten IBZ-Mitglieder öffentlich ĂŒber die Potenziale dieser Mikrokraftwerkstechnologie. Andreas Ballhausen zeigte sich dabei zuversichtlich, dass „die Brennstoffzelle einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende beitragen kann“. Zuvor mĂŒsse die BZ-Technik allerdings noch wachgekĂŒsst werden, da waren sich alle Anwesenden einig.
Rainer Bomba, der StaatssekretĂ€r vom Bundesministerium fĂŒr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), ließ indessen seinem Unmut freien Lauf und erklĂ€rte: „Ich bin von der Brennstoffzellentechnologie enttĂ€uscht. […] Es ist Zeit geworden, zu sehen, was aus dem bisher investierten Geld geworden ist.“ Mit Blick auf das von der Bundesregierung geförderte Callux-Projekt sowie vergleichbare EU-Vorhaben stellte er ernĂŒchtert fest: „300 BZ-GerĂ€te in Deutschland und 1.000 in Europa, darĂŒber spricht in China keiner, aber hier klopfen wir uns auf die Schulter.“ GrundsĂ€tzlich sei er zwar nach wie vor von den Potentialen der Brennstoffzellentechnik ĂŒberzeugt, aber „die Ergebnisse liegen deutlich hinter den Erwartungen zurĂŒck“.
Im Hinblick auf ein zu diskutierendes Marktanreizprogramm rief Bomba der Brennstoffzellenbranche Ă€hnlich deutlich wie auch schon auf der Hannover Messe 2012 förmlich zu: „Wir sind gerne bereit, das Geld in die Hand zu nehmen, wenn wir sehen, dass etwas passiert, aber Sie mĂŒssen auch abliefern. Wenn es eine Anschlussfinanzierung geben soll, mĂŒssen wir Ergebnisse sehen, ansonsten wird es Mittel in dieser Höhe nicht mehr geben.“
Christian Haferkamp stellte dazu fest, dass derzeit „die Begeisterung bei den Kunden noch fehlt“, dass jetzt aber „die entscheidende Phase“ komme. Er prĂ€sentierte einen konkreten Programmentwurf, wie eine Förderung zur MarkteinfĂŒhrung von BZ-HeizgerĂ€ten aussehen könnte. Dieser von Haferkamp vorgestellte Ansatz der Initiative Brennstoffzelle, der auf dem vom BMWi in Auftrag gegebenen Gutachten des Instituts fĂŒr ZukunftsEnergieSysteme (IZES) basiert, sieht eine Kombination verschiedener Förderinstrumente vor: KWK-Gesetz plus Investitionsförderung sowie eine ĂŒber zehn Jahre laufende UmwandlungsvergĂŒtung. Der Gesamtfördermittelbedarf dafĂŒr lĂ€ge bei 400 Mio. Euro, wenn durchschnittlich jedes BZ-HeizgerĂ€t mit 1.000 Euro pro Jahr gefördert wĂŒrde. Nach ersten Berechnungen könnten damit von 2013 bis 2020 rund 175.000 GerĂ€te in den Markt gebracht werden, wobei die StĂŒckzahlen ansteigen, die Kosten aber sinken (degressiv) wĂŒrden.
Die eingeladenen energiepolitischen Sprecher der Parteien CDU/CSU, FDP und GrĂŒne (SPD-Vertreter war erkrankt) zeigten sich zunĂ€chst Ă€ußerst skeptisch, solch ein Förderprogramm initiieren zu können. Im Laufe der GesprĂ€chsrunde wich jedoch diese Skepsis einem gewissen Wohlwollen. Am Veranstaltungsende signalisierten Thomas Bareiß, Klaus Breil und Oliver Krischer, denen das große Potential der Brennstoffzellentechnologie bereits im Vorfeld bewusst war, zumindest weitere GesprĂ€chsbereitschaft.

Quellenangabe:

JCB erreicht H2-Meilenstein

Der britische Land- und Baumaschinenhersteller JCB hat im MĂ€rz 2023 die Produktion seines fĂŒnfzigsten H2-Verbrennungsmotors...

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1 Kommentar

  1. Arno A. Evers

    Warum das ALLES seit jahrtzehnetn nicht wirkloich weiter geht und im Moment usn allen so teuer wird, hat ZWEI GrĂŒnde:
    1.) Solange die lieben Leute Erdgas,
    also einen fossilen EnergietrÀger,
    mit mehr als zweifelhafter Herkunft,
    als Treibstoff fĂŒr stationĂ€re (oder auch mobile) Anwendungen nehmen,
    um Wasserstoff zu erzeugen ( = Reformieren…),
    bringt das im Prinzip gar nichts!
    (Wobei Elektrolyse auch nicht wirklich weiterhilft!…)
    2.) Solange niemand ĂŒber eine echten Mehrwert
    (engl.: added value) nachdenkt und daran arbeiten,
    bringt das ebenfalls gar nichts!
    Kein Wunder, das *wir alle* jetzt genau da sind, wo wir sind!
    Und das nicht nur in Deutschland, sondern global.
    Mehr dazu gerne hier:
    http://www.hydrogenambassadors.com/meet-aae/index.php

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