Herstellung von Wasserstoff aus Biomasse

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2. September 2011

Herstellung von Wasserstoff aus Biomasse

Ich halte das Konzept von Tetzlaff fĂŒr eine Sensation – wenn es funktionieren wĂŒrde.
Es besteht ja im Grunde aus 2 Teilen:
1. Die Herstellung von H2 aus Biomasse mit einem optimierten Steam-Reformer-Verfahren
2. Die Verteilung von H2 ĂŒber das Gasnetz und Umwandlung beim Verbraucher (KWK vor Ort) mit BZ und BHKW
Das Konzept scheint selbst in Fachkreisen weitgehend unbekannt zu sein, wie ich bei meinen Recherchen festgestellt habe. Das Buch “Wasserstoff fĂŒr alle” hat kaum jemand wirklich gelesen, obwohl es mit wichtigen und interessanten Informationen gut gefĂŒllt ist. Fachleute zweifeln, dass das wirklich funktioniert, obwohl Tetzlaff eigentlich nichts grundsĂ€tzlich Neues erfunden, sondern lediglich die Anlage von GĂŒssing (Österreich) weiterentwickelt hat.
Es gibt allerdings noch zwei ungelöste Probleme:
1. Die Durchleitung von reinem H2 durch das vorhandene Gasnetz.
Dass ist fĂŒr den Betrieb von BZ erforderlich, denn eine Beimischung von H2 zum Erdgas kann in der Praxis nicht funktionieren, weil man es nie schafft, beide Gase gleichzeitig zu verbrauchen.
Beim DVGW (Dr. Graf) gibt es erhebliche Vorbehalte – selbst gegen eine Erhöhung des H2-Anteils.
Es ist unklar, was wirklich geĂ€ndert und umgebaut werden muss. Tetzlaff meint, dazu genĂŒgt der Austausch von DĂŒsen bei Ă€lteren Heizkesseln. Andere meinen, dazu gehöre auch der Austausch von Ventilen, Reglern und Dichtungen sowie die UmrĂŒstung von BHKW. Auf jeden Fall scheint eine Lösung fĂŒr Ă€ltere Gasturbinen erforderlich zu sein, weil die von den Wassertropfen, die sich bei der Verbrennung bilden, beschĂ€digt werden könnten. Deshalb wehren sich die Betreiber solcher Gasturbinen vehement gegen H2. Vielleicht wĂ€re der Vorsatz eines Reformers, der das H2 in Methan umwandelt, eine brauchbare Lösung? Diese Kosten mĂŒsste der Gasnetzbetreiber ĂŒbernehmen. Solange der Umfang und damit die Kosten nicht klar sind, wird niemand in den Bau einer H2-Fabrik investieren.
2. Die Kosten der Brennstoffzellen.
Tetzlaff meint, dass die BZ-Kosten dramatisch sinken, wenn sie in großen StĂŒckzahlen hergestellt werden. Das erscheint glaubwĂŒrdig, denn die Konstruktion ist ja im Prinzip ziemlich einfach und lĂ€sst sich weitgehend automatisiert herstellen. Er rechnet mit <50 Euro/KW bei StĂŒckzahlen von >100.000 StĂŒck, was sowohl fĂŒr Haushalte als auch fĂŒr Autos schnell zu erreichen wĂ€re, wenn es dafĂŒr ein Angebot gĂ€be. Das habe ich aber bisher nicht gefunden. Das scheint ein “Huhn-oder-Ei-Problem” zu sein. Also mĂŒsste ein Hersteller oder Investor gefunden werden, der das in Erwartung entsprechender StĂŒckzahl vorfinanziert.
Autor: Achim Behrenwaldt
Am 5.9.11 bearbeitet von Sven Geitmann

Quellenangabe:

6 Kommentare

  1. Carl-D.A. Lewerenz

    10% Wasserstoff-Anteil sind in KlanxbĂŒll-Nordkirchen vor Kurzem erfolgreich getestet worden.
    Das frĂŒher weit-verbreitete Kokerei-Stadtgas hatte einen Wasserstoff-Anteil von bis zu 60%.
    Das Projekt einer regionalen Ersetzung von Fossil-Methan durch (Bio-) Wasserstoff drÀngt auf seine Verwirklichung.
    Irgendein Stadtwerk wird das Erste sein.
    Neben dem Beitrag zur Verhinderung der Erd-Überhitzung entsteht noch der Vorteil der Verringerung der AbhĂ€ngigkeit von Energie-Importen

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  2. Josef Simon

    H2 bzw Methan Gas Herstellung ist die Zukunft fĂŒr große Biogasanlagen . Wohin mit der WĂ€rme bei direkt Verstromung mit Bhkw vor Ort?
    So sehe ich die Gasaufbereitung als Ykönigsweg im Biogassektor!
    mit sonnigen GrĂŒĂŸen aus Bayern / Ffb Solarstrom Simon

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  3. Andreas Plagmann

    Liebe Mitstreiter,ich bin ĂŒberzeugt von den Aussagen des Herrn Tetzlaff und habe das Buch schon dreimal gelesen.Nur ich habe nicht geredet sondern bin Aktiv geworden.
    Ich pflanze fĂŒr die Wasserstofffabriken in Polen schon die Sidapflanze an, so haben wir
    fĂŒr die ersten Versuche schon mal die Biomasse 1 ha bringt je nach BodenqualitĂ€t 80to bis100 to frische Biomasse und wenn wir sie nicht brauchen kann man sie im Winter ernten und hat 20to atro und mehr. Es ist die nachhaltigste Pflanze ,den
    ich brauche keine teure Energie 0,700kwh per 1liter Wasser um sie zu trocknen oder
    per tonne 400l Wasser zu verdampfen, dafĂŒr sind mir die Heizkaftwerke zu teuer, da kann ich lieber mehr Energie in Form von Wasserstoff produzieren.Ich rede hier von 200 ha und ich bin erst angefangen und werde den Lobbyisten die TĂŒren einlaufen.
    Den die Biomasselobbyisten kommen meist zu 80% aus der Forstwirtschaft und blocken die Biomasse vom Feld ab.

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  4. Arno A. Evers

    Hallo, Herr Behrenwaldt,
    vielen Dank fuer Ihren Kommntar hier. Ich freue mich,
    das Sie Ihre Gedanken mit der H2Hydrogeit Community hier teilen.
    Das Sie von den sogen. “Wasserstoff-Experten” keine oder abweisende Antworten erhalten haben, wundert mich nicht wirklich…
    Seit 1995, bemuehe ich mich, zusammen mit meinem internationalen Arno A. Evers FAIR-PR-Team, um die Implementation von Wasserstoff und Brennstoffzellen weltweit ein:
    http://www.hydrogenambassadors.com/aae/philosophy.php
    Allerdings, irgendwann ist man diese “Rufer in der WĂŒste”-Funktion auch leid.
    Genau aus diesem Grund habe ich das Buch: The Hydrogen Society…more than just a Vision? verfasst, das im Hydrogeit-Verlag erschien: http://www.hydrogenambassadors.com/the-hydrogen-society-more-than-just-a-vision.html
    Eine einmalige Zusammenstellung von Hintergrundinformation zur globalen Energie-Infrastruktur mit ausfĂŒhrlichen Illustrationen. Hier sind auch meine VorschlĂ€ge fĂŒr eine zukĂŒnftige Wasserstoff-Gesellschaft nachlesbar. Gern stehe ich Ihnen zu weiteren AuskĂŒnften bereit.
    Mit freundlichem Gruss
    Arno A. Evers

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  5. Arno A. Evers

    Hallo, Herr Behrenwaldt, danke fuer Ihren asufuehrlichen Beitrag hier.
    Als Autor des Vorwortes des Buches: Wasserstoff fuer Alle
    erlauben Sie mir bitte folgeneden Hinweis, der ja auch im Vorwort steht:
    “..Noch immer ist die Gewinung des Wasserstoffs aus fossilen oder gar
    nuklearen PrimĂ€renergien allgemein akzeptierte Grundlage fuer eine zukuenftige Wasserstoffwirtschaft. Dieser Weg fĂŒhrt nicht wirklich weiter, solange man es mit
    einer Reduzierung von Umweltschaeden und mit einer effektiveren Energieversorgung
    nicht wirklich ernst meint und dann trozdem auf den Verbrauch fossiler Ressourcen
    fuer die Herstellung von Wasserstoff zurueckgreift…”
    Insofern ist herr Tetzlaff schon einen Schriitt weiter, weil er leistungsfaehige
    und schadstoffaermere Produktionsverfahren fuer Wasserstoff vorschlÀgt.
    So nur koennen wir Raum fuer neue Ideen schaffen!
    Diese werden ja auch dringend benoetigt.
    Hier einige Beispiele von Wasserstoff-Produktionsverfahren aus erneuerbaren Energien:
    http://www.hydrogenambassadors.com/background/facts.php#h2fromdirectsolar
    Die Krux bei der Geschichte: Alle diese Verfahren sind, bis auf wenige Ausnahmen,
    noch im “Laborstadium” und werden (leider) nicht kommerziell genutzt.
    Ich farge mich seit 1995: Woran mag das liegen, woher kommt dieser Widerstand?
    Meine globalen Recherchen hierzu brachten mich auch nicht wirklich weiter:
    http://www.hydrogenambassadors.com/meet-aae/index.php
    Weiss jemand auf dieser Platform eine Antwort darauf?

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    • Achim Behrenwaldt

      Sehr geehrter Herr Evers,
      vielen Dank, dass Sie sich ĂŒber so viel Jahre so engagiert fĂŒr H2 einsetzen !!
      Ich habe Ihren Brief an die Ethik-Kommission gelesen und mir auch Ihre TV-Sendung angesehen (sie bricht leider bei mir an der spannendsten Stelle ab).
      Da ich Marketingmann, aber kein Wasserstoffexperte bin, kann und will ich mich nicht zur Technik Ă€ußern, ich habe mich aber gewundert, dass von einem Dutzend Experten, die ich per Mail angeschrieben habe, nicht ein einziger positiv oder gar begeistert geantwortet hat. Sofern ich ĂŒberhaupt eine Antwort bekam, war diese ausweichend oder ließ erkennen, dass der Betreffende das Buch nicht gelesen hatte. Zwei Antworten – darunter die von Herrn Dr.Graf – waren sogar negativ. Da es sich um sog.”MeinungsfĂŒhrer” handelt, die man ĂŒblichweise fragt, wenn man als Politiker, Jounalist oder Investor eine Meinung zu dem Thema einholt, ist es nicht verwunderlich, dass sich angesichts der oben genannten ungeklĂ€rten Probleme und eines insgesamt eher negativen Meinungsbilds in der Fachwelt kein Investor findet, der bereit ist, eine solche H2-Fabrik zu finanzieren.
      Offenbar ist es weder Ihnen noch Herrn Tetzlaff und der H2-Patent GmbH in all den Jahren gelungen, eine Partei, einen zustĂ€ndigen Minister, eine maßgebliche Zeitschrift, das Fernsehen, einen Gasnetzbetreiber, einen finanzstarken Anlagenbauer (z.B. Siemens) oder Brennstoffzellenhersteller zu ĂŒberzeugen und als Partner zu gewinnen. Warum das nicht gelungen, weiß ich nicht, ich vermute aber, dass man sich einfach nicht mit den richtigen Leuten unterhalten hat. Sie, Herr Tetzlaff und seine Partner haben mit Messebesuchern, Studenten, KreisverbĂ€nden und anderen gesprochen, aber anscheinend nicht mit den richtigen, maßgeblichen Leuten (Entscheidern), ohne deren UnterstĂŒtzung man aber nicht weiterkommt.
      Ihr Brief an die Bundeskanzlerin und die Ethik-Kommission ist richtig, aber viel zu lang und zu wenig konkret ! Ich gaube nicht, dass sich ihn einer de Adressaten zu Herzen genommen hat – wahrscheinlich haben ihn die meisten nicht mal zu Ende gelesen.
      Ich habe das auch Herrn Tetzlaff und seinen Partner geschrieben, aber offensichtlich ohne Erfolg, denn sie antworten gar nicht mehr, nachdem ich sie auf die ungelösten Probleme aufmerksam gemacht habe.
      Ich bedaure das sehr, denn ich bin von der Idee ĂŒberzeugt – sogar begeistert ! Ich erinnere mich an meine erste Reaktion, als ich davon erfuhr: “Zu schön, um wahr zu sein!”. Wahrscheinlich geht es auch den meisten anderen Leuten so ! Deshalb versuche ich auf diesem und anderen Wegen auch weiterhin Überzeugungsarbeit zu leisten.

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