Auf der IAA ist der Zweite der Erste

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13. September 2011

Auf der IAA ist der Zweite der Erste

Die deutschen Automobilkonzerne zĂ€hlen in Sachen ElektromobilitĂ€t nicht gerade zu den Schnellstartern. Andere Hersteller wie beispielsweise Mitsubishi sind dagegen klassische First-Mover. Da kommt es den Deutschen also gerade recht, dass eine aktuelle Studie – allen bis dato geltenden wirtschaftlichen GesetzmĂ€ĂŸigkeiten zum Trotz – herausgefunden haben will, dass es bei den Elektrofahrzeugen gar nicht ratsam sei, als erster auf dem Markt zu sein. In diesem speziellen Fall soll es sogar besser sein, etwas spĂ€ter auf den Markt zu kommen. In der Studie heißt es dazu: „Angesicht der Unsicherheiten zur Marktentwicklung kann es klare Second-Mover-Vorteile geben.“ Es soll also ausnahmsweise gelten: Der zweite Vogel fĂ€ngt den Wurm.
Angesichts solch verdrehter Wirtschaftsweißheiten fragt man sich unwillkĂŒrlich: Wer hat denn diese Studie angefertigt? Antwort: DB Research, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank, in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Dies sind arbeitnehmernahe Namen, aber nichts desto trotz renommierte Namen.
Pikanterweise erschienen die Ergebnisse der Studie jedoch genau einen Tag vor dem ersten IAA-Messetag und zwar am 12. September 2011. Weiter heißt es in besagter Studie, das Ziel der Bundesregierung bis 2020 ĂŒber 1 Mio. Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen zu wollen, sei unrealistisch, es seien zu diesem Zeitpunkt nur 6 bis 8 % bei den Neuzulassungen pro Jahr möglich. Dies entsprĂ€che jĂ€hrlich etwa 250.000 neu zugelassenen Elektroautos.
Das klingt doch sehr nach einer Absolution an die deutschen Automobilkonzerne, die in diesem Jahr und auch in nĂ€chster Zeit noch nicht mit marktreifen Elektrofahrzeugen aufwarten können. „Ist nicht so schlimm“, scheint da die Studie von DB und IW gen Frankfurt zu rufen, denn eine komplette Umorientierung der AutokĂ€ufer ist derzeit nicht zu erwarten. Das sagt jedenfalls der IW-Verkehrsexperte Thomas Puls. Er erklĂ€rte in einem Interview: „Wir werden mehr eine Evolution als eine Revolution erleben.“
Das heißt dann wohl, dass GeschĂ€fte vorerst noch nach wie vor mit Premiumfahrzeugen gemacht werden können. Um das Thema ElektromobilitĂ€t können wir uns dann spĂ€ter immer noch kĂŒmmern.

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