Komplette Energieautarkie wird marktreif

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28. Mai 2021

Komplette Energieautarkie wird marktreif

Autarkie in Deutschland und Down Under

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Der Traum so manch eines Hausbesitzers, sich unabhĂ€ngig mit Energie versorgen zu können, könnte schon bald Wirklichkeit werden. In einzelnen Projekten ist es bereits gelungen, den Netzanschluss ĂŒberflĂŒssig zu machen und Immobilien allein mithilfe erneuerbarer Energien zu versorgen. Nach Jahren der Entwicklung ist die Technologie inzwischen an der Schwelle zur Serienfertigung, so dass sie in absehbarer Zeit auch preislich in akzeptablere Regionen kommen könnte.

Obwohl hier in Deutschland die Grundversorgung mit Strom und Gas (fast) ĂŒberall gewĂ€hrleistet ist, trĂ€umt so mancher EigentĂŒmer davon, sich vom regionalen Energieversorger unabhĂ€ngig zu machen. Erfolgreiche Vorhaben wie im schweizerischen BrĂŒtten (s. HZwei-Heft Jul. 2018) sowie in Zusmarshausen (s. HZwei-Heft Apr. 2020) zeigen, dass das Interesse da ist und dass es geht.

HPS startet Serienfertigung

Zeyad Abul-Ella, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von HPS, sagt ĂŒber das System Picea: „Mit unserem System erhalten PV-Anlagen nicht nur einen Kurzzeit-Energiespeicher in Form einer Batterie. Durch die integrierte Erzeugung von grĂŒnem Wasserstoff und die Nutzung in der eingebauten Brennstoffzelle werden alle bisherigen Nachteile der Photovoltaik beseitigt.“ Laut Auskunft seines Vertriebsleiters Dr. Roland Doll waren im Sommer 2020 „einige zehn StĂŒck im Feld“, die in der firmeneigenen Pilotfertigung aufgebaut wurden.

Nachdem HPS im Sommer 2019 mit der Zollner Elektronik AG vereinbart hatte, dass das 11.000 Mitarbeiter starke Auftragsfertigungsunternehmen aus der bayrischen Gemeinde Zandt die Picea-Module fertigen wird, produziert Zollner seit Ende 2020 die als Stromspeicher konzipierte Anlage in Serie. Ausreichend ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr zunĂ€chst wenige Hundert GerĂ€te jĂ€hrlich und spĂ€ter auch Tausende seien vorhanden, hieß es aus Bayern. Johann Weber, Vorstandsvorsitzender bei Zollner Elektronik, sagte: „Weil es eine komplett CO2-neutrale Stromversorgung in Ein- und ZweifamilienhĂ€usern ermöglicht, hat Picea das Potenzial einer disruptiven Innovation.“

HPS, das inzwischen ĂŒber 100 Mitarbeiter beschĂ€ftigt, hat mittlerweile ein Service-Team mit eigenen Fahrzeugen aufgebaut, das sein „innovatives Hardware-Produkt“, wie es GeschĂ€ftsfĂŒhrer Henrik Colell nennt, wartet. Und es wurden bereits erste Vertriebsvereinbarungen mit dem Berliner Gasversorger GASAG sowie mit der nördlich der Hauptstadt angesiedelten Energieinsel GmbH geschlossen. Weiteren RĂŒckenwind erhielt das 2014 in Adlershof gegrĂŒndete Unternehmen im Juni 2020, als EIT InnoEnergy, mit dem seit 2019 eine Partnerschaft besteht, verkĂŒndete, rund 3 Mio. Euro in HPS investieren zu wollen. 2019 hatte Home Power Solutions GmbH eine Finanzierungsrunde ĂŒber 12,5 Mio. Euro abgeschlossen.

Abul-Ella verkĂŒndete anlĂ€sslich der UnterstĂŒtzung seitens des EuropĂ€ischen Instituts fĂŒr Innovation und Technologie: „Dank dieser bahnbrechenden Technologie und dem Marktzugang, den uns EIT InnoEnergy mit seinem Netzwerk ermöglicht, werden wir zeitnah auch außerhalb unseres Heimatmarkts Deutschland expandieren können. [
] Gemeinsam haben wir es geschafft, aus einem reifen Prototyp ein massenmarkttaugliches Produkt zu machen – und zwar deutlich schneller als geplant.“

Picea

Laut Firmenangaben verfĂŒgt das von Ballard beigesteuerte Brennstoffzellen-Modul der Picea-Anlage ĂŒber einen Wirkungsgrad von 55 bis 60 Prozent. Versorgt wird das GerĂ€t, dessen BZ-Stack nach etwa fĂŒnf Jahren ausgewechselt werden muss, aus beispielsweise 36 H2-Druckgasflaschen, die auf 3 m2 rund 1.300 kWh speichern. Der Preis soll im höheren fĂŒnfstelligen Bereich liegen, wobei die Amortisationszeit nach HPS-Angaben 15 bis 20 Jahren betragen dĂŒrfte.


 Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des HZwei

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