Saubere Zukunft mit Wasserstoff am Bodensee

Bildtitel:




28. Mai 2021

Saubere Zukunft mit Wasserstoff am Bodensee

Vierter Teil der Regionen-Serie: HyExpert HyAllgÀu

HyExpert  HyAllgÀu

Vor Beginn der HyExperts-Studie glichen im AllgĂ€u die zahlreichen Ideen rund um den Wasserstoff einem Faden mit vielen losen Enden. Die vom Bundesverkehrsministerium geförderte und von der NOW GmbH betreute Maßnahme konnte jedoch in kĂŒrzester Zeit konkrete PlĂ€ne fĂŒr ein Reallabor mit dem Ziel der Produktion und Verwertung von 1.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr im AllgĂ€u prĂ€sentieren. Die NOW-Initiative HyLand war somit ein wesentlicher Erfolgsfaktor und Impulsgeber fĂŒr die Transformation der Region in Richtung einer Wasserstoffwirtschaft.

Die vom Projektteam eingereichte Projektskizze setzte enge Grenzen und hohe HĂŒrden fĂŒr einen effizienten und wirtschaftlichen Einsatz von Wasserstoff im AllgĂ€u. Wo viele Vorhaben nach verĂ€nderten Regularien des Staates rufen, konzentriert sich das Projekt HyAllgĂ€u auf einen konstruktiven Umgang mit den Hemmnissen und auf Lösungen. Strategische Kennzahlen und Vorgaben, wie die Obergrenze an Gestehungskosten fĂŒr „grĂŒnen regionalen Wasserstoff“ aus dem AllgĂ€u von 5 bis 6 Euro pro Kilogramm H2, verlangten nach einem klaren Fokus auf geeignete Standorte. Der eingesetzte Ökostrom muss somit fĂŒr maximal 0,05 Euro/kWh am Elektrolyseur zur VerfĂŒgung stehen. Externer Strom oder solcher aus Anlagen mit noch laufender EEG-VergĂŒtung beziehungsweise ungĂŒnstigen Gestehungskosten ist somit im Sinn des oben genannten Zielpreises genauso ungeeignet wie Anlagen mit zu geringen Vollbenutzungsstunden (VBh).

In Rekordtempo konnte die Machbarkeitsstudie, ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises OberallgĂ€u und der Stadt Kempten, durch den Klimamanager des Landratsamtes Simon Steuer auf den Weg gebracht werden. Den Gesamtauftrag fĂŒr die Machbarkeitsstudie erhielt die Ingenieurgesellschaft bluemove consulting GmbH (BMC) mit dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Gesamtprojektleiter Arthur Dornburg. Eine wissenschaftliche Begleitung erfolgt unter der Leitung von Prof. Werner Mehr durch die Hochschule Kempten.

KlÀranlagen bieten gute Voraussetzungen

Unter dem Motto „Vom KlĂ€rwerk zum Kraftwerk“ gibt es in der Abwasserwirtschaft schon seit lĂ€ngerer Zeit Überlegungen zur H2-Produktion. Die KlĂ€ranlage in Kempten (AVKE) mit ihrem technischem Leiter Franz Beer gehört zu den Initiatoren von HyAllgĂ€u. Die regionale Abwasserbehandlung erreicht durch die Verwertung des Faulgases seit 2017 einen konstanten Überschuss an elektrischem Strom. Dieser Ökostrom mit hohen Vollbenutzungsstunden bietet sich ideal zur Produktion von grĂŒnem lokalem Wasserstoff aus dem AllgĂ€u zu marktgerechten Preisen an. Die ersten rund 50 Tonnen Wasserstoff im Jahr waren somit bereits zum Zeitpunkt der Projektskizze realistisch.

KlĂ€ranlagen haben darĂŒber hinaus den Vorteil, dass der Sauerstoff aus der H2-ProduktuĂ­on direkt in der biologischen Reinigungsstufe verwertet werden kann und den StromĂŒberschuss weiter optimiert. Der AVKE plant durch weitere Maßnahmen die Mehrung des fĂŒr die Verstromung verfĂŒgbaren Faulgases. Neben Cosubstraten (z. B. aus der regionalen Milchwirtschaft) ist hier die benachbarte VergĂ€rungsanlage (ZAK), ebenfalls mit Überschuss an methanhaltigem Biogas, ein idealer Partner. Die Wasserstoffproduktion beim AVKE kann somit auf ĂŒber 100 t/a gesteigert werden.


 Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des HZwei

Autor: Arthur Dornburg, GF bluemove consulting GmbH & Projektleiter HyAllgÀu


Quellenangabe:

1 Kommentar

  1. Anonymous

    Sehr cool

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

preloader