Irritation in der Energiebranche

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28. Juli 2011

Irritation in der Energiebranche

Wir leben heute in einer Ă€ußerst verwirrenden Zeit: Der eine sagt hĂŒ, der andere hott, erst heißt es so, dann wieder anders. Dies gilt ganz speziell auch fĂŒr die Energiebranche, wo wir dieser Tage regelmĂ€ĂŸig mit neuen Meldungen konfrontiert werden, die alte, lange geltende Wahrheiten konterkarieren, was schon bei manchem Experten zu Verwirrungen gefĂŒhrt hat.
Hiermit ist zunĂ€chst natĂŒrlich die Abwende von der Energiewende gemeint, also die Wende der Bundesregierung, die in diesem FrĂŒhjahr beim Thema Energie auf die Wende vom Herbst 2010 folgte. Die betrifft ja aber mittlerweile nicht mehr allein die Atompolitik, wie es zunĂ€chst den Anschein hatte, sondern auch die Förderpolitik (EEG). Denn Mitte Juni hieß es plötzlich seitens der Koalition, die KĂŒrzung in der Photovoltaikförderung werde wieder zurĂŒckgenommen. Die Abwende von der SolarunterstĂŒtzung wurde somit also noch rechtzeitig abgewendet.
Irritationen gibt es aber auch in der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Branche: So schien es in den vergangenen Monaten, als habe sich das Interesse der Automobilindustrie und auch der Medien ganz der ElektromobilitĂ€t – insbesondere den Batteriefahrzeugen – zugewandt. Viele Analysten betrachteten diesen Trend als Abwende von der Brennstoffzellentechnik. So hieß es exemplarisch am 16. Juni beim ZDF vom so genannten Autoexperten Frank Schwope von der Norddeutschen Landesbank (NordLB): „Der Brennstoffzelle kommt grundsĂ€tzlich keine Bedeutung zu.“ Weiter behauptet Schwope, verschiedene Autobauer hĂ€tten sich aus der Entwicklung weitgehend zurĂŒckgezogen. Im gleichen Bericht sagt demgegenĂŒber Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, ebenfalls Autoexperte, die Batterie und die Brennstoffzelle werden sich ergĂ€nzen, „wobei langfristig die Bedeutung der Brennstoffzelle stark steigt.“ LĂ€uft hier nun also gerade eine Hin- oder Abwendung von beziehungsweise zu Brennstoffzellen?
FĂŒr weitere Verwirrung sorgt, wenn es einerseits von Daimler heißt, der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur und auch die Kommerzialisierung der BZ-Autos werde vorgezogen (s. HZwei Juli-Heft S. 37), wĂ€hrend andererseits von der Clean Energy Partnership offiziell verkĂŒndet wird, die H2Mobility-InfrastrukturaktivitĂ€ten könnten sich um ein oder zwei Jahre nach hinten verschieben (s. S. 8).
Auch im nicht-automobilen Sektor hĂ€ufen sich derart widersprĂŒchliche Meldungen: Einerseits scheint niemand mehr Interesse an der MCFC-Technik des HotModuls zu haben (s. S. 5), andererseits ĂŒberrascht Heliocentris mit der Übernahme der MĂŒnchener Firma P21 (s. S. 6). Oder nehmen wir die H2Expo (s. S. 14): Ist es nun positiv zu bewerten, dass dieses Hamburger Branchentreffen nach langer Pause endlich wieder stattgefunden hat? Oder ist es doch eher negativ, dass man sich als Besucher fragen muss, wie der Veranstalter auf 1.000 Teilnehmer kommt, wenn man selbst nur einen Bruchteil davon vor Ort gesehen hat und vor zweieinhalb Jahren nach Veranstalterangaben noch 1.400 Personen vor Ort gewesen sein sollen? Und warum gibt es noch keinen Termin fĂŒr die nĂ€chste H2Expo?
Derartige Signale können verwirren, können aber auch widerspiegeln, dass sich derzeit viel bewegt, dass viel analysiert und viel ĂŒber neue Wege nachgedacht wird. So wurde beispielsweise noch nie zuvor in der Energiebranche derart offen ĂŒber innovative Konzepte wie zum Beispiel „Wind-Wasserstoff“ und „Methanisierung“ diskutiert (s. S. 16). Zudem steigen derzeit große Konzerne (wieder) in die Wasserstoff- und ElektromobilitĂ€tstechnologie ein (z.B. Bosch & Siemens, s. S. 4, 10, 18) und senden damit deutliche Signale, wohin ihrer Meinung nach die Reise gehen soll.
Fest steht, dass sich trotz derartiger Irritationen bei all diesen Meldungen im Bewusstsein der Akteure und auch der Öffentlichkeit manifestiert, dass Energie in Zukunft eine sehr viel gewichtigere Rolle in der Politik und auch in der Gesellschaft spielen wird. Das hat nicht zuletzt auch der zweite Bericht der Nationalen Plattform ElektromobilitĂ€t gezeigt (s.S. 28). Etwas Bewegung kann da nur gut tun.

Quellenangabe:
JCB erreicht H2-Meilenstein

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Der britische Land- und Baumaschinenhersteller JCB hat im MĂ€rz 2023 die Produktion seines fĂŒnfzigsten H2-Verbrennungsmotors...

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2 Kommentare

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