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Beitrag von Sven Jösting

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28. Dezember 2022

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Siemens Energy – Aktienkurs nimmt gute Unternehmensentwicklung vorweg

Der Turnaround ist absehbar, so wie wir dies schon länger prognostizieren. 2024 wird, so die Aussage des Vorstandsvorsitzenden Christian Bruch, wieder Gewinn eingefahren. Der Aktienkurs hat spürbar gedreht und fast um 50 Prozent gegenüber dem Tiefstkurs zugelegt. Zu den Zahlen: Der Umsatz in Höhe von 29 Mrd. Euro lag im Bereich der Erwartungen (minus 2,5 Prozent beruhen auf außerordentlichen Entwicklungen – siehe Ukraine, hier allein ein Verlustanteil von 200 Mio. Euro). Es gab einen Verlust in Höhe von 647 Mio. Euro, was die Folge des integrierten Verlustausweises von Siemens Gamesa von fast 1 Mrd. Euro ist.

Herausragend ist der Auftragsbestand: Dieser stieg im vierten Quartal per 30.9.22 auf 97,4 Mrd. Euro – eine gute Grundlage für die Zukunft des Konzerns. Man erwartet nun ein Wachstum von drei bis sieben Prozent und baut darauf, Siemens Gamesa in den kommenden 12 bis 24 Monaten vollständig eingliedern zu können und hier letztendlich auch einen positiven Deckungsbeitrag zu erwirtschaften.

Börsenbewertung war ein Witz

Siemens Energy wurde noch vor wenigen Wochen mit gerade einmal 8 Mrd. Euro bewertet, aber selbst die aktuelle Bewertung von circa 12 Mrd. Euro entspricht nicht den Potentialen dieses Großunternehmens. Der schwache Börsenkurs war der geplanten Übernahme der Restanteile an der Windtochter Siemens Gamesa geschuldet, da es hier Prüfungen durch die spanische Regulierungsbehörde (CMMV) gibt, die die Integration bzw. Vollübernahme noch etwas herauszögern. Und klar ist auch: 2.900 Arbeitsplätze (10 % der Gesamtbelegschaft) werden abgebaut und das Unternehmen Gamesa im Konzern aufgehen.

Die Positionierung von Siemens Energy in wichtigen Zukunftsmärkten wie dem Wasserstoff (Auftragsboom!) wird aber über kurz oder lang zu einer Neubewertung des Konzerns führen müssen – basierend auf nachhaltigem Gewinn und steigenden Umsätzen. Auf der Basis der aktuellen lächerlich wirkenden Bewertung könnte Siemens Energy sogar ein Übernahmekandidat werden. Nichts ist unmöglich.

Wer auf den Turnaround setzt, baut neue Positionen auf oder verbilligt bestehende. Dies ist aber kein Schnellschuss, sondern sollte ein Investment über einen Zeitraum von mindestens einem bis drei Jahren sein. Es wird noch manches Verlustquartal geben, was den Kosten der Reorganisation und der Integration von Siemens Gamesa geschuldet ist. Auf der anderen Seite gibt es viele spannende technologische Entwicklungen wie Rotorblätter für Windräder, die mittlerweile recycelt werden können, was bislang ein großes Problem war.

Seit ein paar Tagen kann man einen Umschwung in der Aktie sehen: Die Börse antizipiert zukünftige Entwicklungen, so dass es nun peu à peu wieder bessere Kurse geben wird. Da große Investoren wie BlackRock den Bereich, in dem sich Siemens Energy befindet, im Fokus haben, wird hier viel neues Kapital hineinfließen. Zudem ist Siemens Energy wieder im DAX. Stay tuned. Mein Kursziel innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate: 30 Euro plus.

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: verfasst von Sven Jösting am 16.12.2022

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