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Beitrag von Sven Geitmann

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30. Mai 2022

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Auto- und Ölkonzerne werben fĂŒr E-Fuels

Chemieanlage zur E-Fuel-Herstellung auf dem Weg nach Chile, © MAN Energy Solutions
Chemieanlage zur E-Fuel-Herstellung, © MAN Energy Solutions

Die Befürchtungen der Industrie, dass sogenannte E-Fuels ein ähnlicher Reinfall wie Biokraftstoffe werden könnten, sind groß. Es zeigen sich zu viele Parallelen, weshalb einige Akteure stark verunsichert sind. Zudem gibt es zahlreiche Kritiker, die vor einer Verlängerung der Laufzeit von Verbrennungsmotoren warnen. Andererseits bieten synthetische Kraftstoffe ein großes Potential – insbesondere für die bis dato marktbeherrschenden Konzerne, weiter ihren Einfluss aufrechterhalten zu können. Zudem winken viele Milliarden Euro Umsatz. Deswegen dieser Versuch, etwas Licht in die E-Fuel-Debatte zu bringen.

Befürworter synthetischer Flüssigkraftstoffe, die häufig als E-Fuels bezeichnet werden, werben damit, dass Autofahrer, die in Städten weder über eine Garage noch über einen Carport verfügen (sogenannte Laternenparker), auf geeignete nicht-elektrische Lösungen angewiesen seien. Synthetische Kraftstoffe würden den Weiterbetrieb von Fahrzeugen oder Aggregaten erlauben, für die es keine elektrische Alternative gebe, so ihr Credo.

So setzt Volkswagen – trotz seiner Elektromobilitätskampagne – auch auf strombasierte Synthesekraftstoffe, denn die Wolfsburger gehen davon aus, dass der Verbrennungsmotor noch viele Jahre seine Berechtigung behalten wird. Insbesondere der zum VW-Konzern gehörende Sportwagenhersteller Porsche möchte mithilfe synthetischer Flüssigkraftstoffe die bestehende Flotte sauberer machen, um die gesetzlichen CO2-Grenzwerte einhalten zu können.

Entwicklungsvorstand Michael Steiner erklärte bereits vor Monaten der dpa: „Die Elektromobilität ist eine absolut begeisternde und überzeugende Technologie. Aber für sich allein genommen bringt sie uns in Richtung Nachhaltigkeit weniger schnell voran, als wir vorankommen wollen. Deshalb engagieren wir uns zusätzlich beim Thema E-Fuels.“

E-Fuel aus Chile für Porsche
Ein wesentlicher Aspekt dabei ist, dass die Zuffenhausener – anders als andere Hersteller – nicht gedenken, in absehbarer Zeit auf den Verbrenner zu verzichten. Deswegen engagiert sich Porsche gemeinsam mit Siemens Energy und dem chilenischen Unternehmen HIF mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums an der E-Fuels-Anlage Haru Oni in Chile. Ende Februar 2022 startete die Verschiffung einer Methanolsyntheseeinheit von MAN Energy Solutions, einer Volkswagen-Tochter, für diese Pilotanlage. Mithilfe der dort reichlich vorhandenen Windkraft soll ab diesem Herbst grünes Methanol erzeugt werden. Anschließend soll daraus synthetisches Benzin entstehen, das Porsche im Motorsport sowie für Forschungszwecke einsetzen möchte.[…]

… gekürzte Online-Version
Den kompletten Fachbericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe des HZwei-Magazins.

Autor: Sven Geitmann

7 Kommentare

  1. Dirk Bethge

    Yep. Da haben sie Recht Herr Schmidt. NatĂŒrlich ist Wasserstoff mit fossilen Anteil eine nicht so gute BrĂŒckentechnologie. Aber besser als Kohle oder die Verbrenner. Darum verstehe ich auch nicht warum es nicht schneller vorangeht. Von mir auch per Dekret….

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  2. Joe Schmidt

    Doof halt, dass bis auf weiteres nirgendwo auf der Welt regenerativer Strom fĂŒr “grĂŒne” eFuels ĂŒbrig ist. Aber eFuels kann man ja auch mit Netzstrom produzieren und “SynFuels” ist eh ein Oberbegriff, der bspw. auch “CareDiesel” aus FettabfĂ€llen oder die aus Erdgas oder Kohle synthetisierten Kraftstoffe umfasst.
    Aber wer wird schon so kleinlich sein, wenn es um Milliarden fĂŒr die Mineralölkonzerne geht …

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  3. Hayo Sieckmann

    Beim Erdöl war der Energiekettenwirkungsgrad nicht mehr entscheidend, das ist vor mehr als 200 Millionen Jahren geschehen, heute fragt niemand wieviele Tonnen Biomasse fĂŒr ein Fass Rohöl notwendig wĂ€ren. Der Fortschritt hat die Tanks grĂ¶ĂŸer gemacht, deshalb die große Reichweite weit ĂŒber die 200 km die frĂŒher nur möglich waren Berta Benz musste noch heufiger vor einer Apotheke vorfahren.
    Das vorweg zum Nachdenken. Richtig ist weltweit gibt es mehr als 1,4 Milliarden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, die bekommen wir nur mit einem synthetischen flĂŒssigen EnergietrĂ€ger in die Richtung Klimaneutral. Diesen Treibstoff tatsĂ€chlich in der erforderlichen Menge zu produzieren ist eine gigantische Aufgabe und dann sollte er auch noch preiswert sein, also so in der GrĂ¶ĂŸenordnung von Benzin oder Diesel, wohl eine noch grĂ¶ĂŸere Aufgabe.
    Zu schaffen wĂ€re e aber, nur dĂŒrfte es kein Zögern mehr geben. Parallel muss der elektronische Radantrieb kommen, ein noch ambitionierteres Vorhaben, wenn in 30 Jahren die Kupplung, das Getriebe und die Kardanwelle ersetzt soll.
    Möglich wĂ€re es, ich frage mich aber ob Dr Ernst der Lage und damit die Notwendigkeit erkannt wird und entsprechend gehandelt wird vor 50 Jahren, damals war ich 13 gab es ersten sehr mahnen Worte und die noch eindringlicher Studien. Nur wie war das mit dem Frosch im offenen Topf auf der Herdplatte? Genau er mĂŒsste springen und dann ist es zu spĂ€t.

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  4. Dirk Bethge

    Hat er nicht den Supersportwagen Nathalie gebaut und ist mit einem H2-Smart nach Berlin zum Verkehrsminister gefahren…..

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  5. Dirk Bethge

    Methanol eignet sich sehrwohl fĂŒr Brennstoffzellen. Das hat doch der Audi-Ouadro Erfinder lĂ€ngst bewiesen. Gumpert heißt glaube ich. Wenn wir nicht schnell genug H2 bekommen, kann doch Methanol sehr hilfreich sein. FĂŒr Verbesserung bin ich sehr dankbar.

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    • Joe Schmidt

      “Methanol eignet sich sehr wohl fĂŒr Brennstoffzellen.”
      Warum auch nicht.
      Man darf sich nur nicht daran stören, dass Methanol zu fast 100% aus fossilen PrimÀrenergien hergestellt wird (ein kleiner Teil auf der Basis von BioGas) und der Wirkungsgrad noch schlechter ist als beim direkten Einsatz von Wasserstoff in der Brennstoffzelle.
      Eine notwendige Verbesserung wĂ€re der ausbau der Nutzung regenerativer Energien – also mehr WindrĂ€der und PV. Aber so direkt wollen dies die meisten BefĂŒrworter der eFuels dann doch nicht hören …
      Ach ja:
      der Gumpert Nathalie ist ab 300.000€ netto erhĂ€ltlich und hat eine 70kWh Pufferbatterie an Bord.

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