Klimascheinlösung E-Fuels

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28. Mai 2022

Klimascheinlösung E-Fuels

Effizienzgrafik - Batteriebetriebenes Elektroauto und mit E-Fuel betriebenes Vebrennerauto im Vergleich in Bezug auf die Reichweite
Effizienzgrafik

Den Verkehr großflĂ€chig auf E-Fuels umzustellen wĂ€re ein gigantisches Eigentor beim Klimaschutz. Je mehr wir auf E-Fuels setzen, desto mehr verhindern wir eine rechtzeitige globale Energiewende. Der Verbrennungsmotor wird nicht grĂŒn, und an einer grundlegenden MobilitĂ€tswende fĂŒhrt kein Weg vorbei.

In keinem Sektor lĂ€uft Deutschland seinen eigenen Klimazielen so weit hinterher wie im Verkehr: Nach 30 Jahren, in denen die CO2-Emissionen gar nicht gesunken sind, mĂŒssen sie nun innerhalb von acht Jahren fast halbiert werden. Zur Einhaltung der 1,5-°C-Grenze muss es tatsĂ€chlich noch deutlich schneller gehen.

Hört man LobbyverbĂ€nden der Öl- und Autoindustrie zu, heißt die Lösung E-Fuel – synthetischer Kraftstoff, der flĂ€chendeckend in herkömmlichen Verbrennungsmotoren eingesetzt werden kann. E-Fuels machen den Verkehr grĂŒn, ohne die Notwendigkeit fĂŒr unbequeme strukturelle VerĂ€nderungen, so das Versprechen.

Das ist eine gefĂ€hrliche Illusion. Die Deutsche Umwelthilfe hat die hĂ€ufigsten Mythen zu E-Fuels zusammengestellt: Von E-Fuels ist immer im Kontext Klimaschutz die Rede, doch sie sind keineswegs automatisch klimafreundlich, und ihr Einsatz kann sogar zu hohen Mehremissionen fĂŒhren. E-Fuels herzustellen ist Ă€ußerst energieintensiv, und ihre Klimawirkung ist in höchstem Maße davon abhĂ€ngig, woher die eingesetzte Energie stammt. Nur auf Basis von zu 100 Prozent zusĂ€tzlich erzeugtem erneuerbarem Strom ist ein Klimaschutzbeitrag möglich. Wasserstoff und E-Fuels aus fossilem Gas, die manche Akteure derzeit als „low-carbon“ deklarieren möchten, sind mit enormen Treibhausgasemissionen verbunden und wĂŒrden die Klimakrise befeuern statt eindĂ€mmen.

GrĂŒner Strom indes ist knapp und kostbar und wird das noch auf lange Sicht bleiben. Er muss zielgerichtet so eingesetzt werden, dass maximaler Klimanutzen entsteht. Jede Kilowattstunde Ökostrom bringt in direktelektrischen Anwendungen (im Stromsektor, fĂŒr E-Fahrzeuge oder WĂ€rmepumpen) mit Abstand die grĂ¶ĂŸte Emissionseinsparung. Und das gilt ĂŒberall auf der Welt. Auch im windigen Chile wird noch fast 80 Prozent des PrimĂ€renergiebedarfs ĂŒber fossile Quellen gedeckt. Kostbaren Windstrom dann zur Produktion von E-Fuels fĂŒr Porsche statt fĂŒr die Dekarbonisierung des heimischen Energiesektors zu verwenden, ist keine Entlastung, sondern eine zusĂ€tzliche Belastung fĂŒr das Klima.[…]


 gekĂŒrzte Online-Version
Den kompletten Fachbericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe des HZwei-Magazins.

Autorin: Dr. Johanna BĂŒchler – Deutsche Umwelthilfe, Berlin

Quellenangabe:

1 Kommentar

  1. Joe Schmidt

    Wow – der Beitrag spricht ja tatsĂ€chlich mal die derzeitige Idiotie – das Greenwashing mit den (nicht verfĂŒgbaren) eFuels an.
    Danke!

    Kleiner Denksanstoß:
    Wenn es Porsche tatsĂ€chlich darum ginge, Klimaschutz zu betreiben, dann sollte man die in der Versuchsanlage in Chile hergestellten Mengen eFuels dort in Chile in Verkehr bringen, statt sie erst (mit Schweröltanker) nach Deutschland zu verschiffen. Chile importiert eh große Mengen Erdöl /Sprit.
    Dem Klima ist es egal, wo die fossile Energie eingespart wird …

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