GrĂŒner Wasserstoff und E-Fuels – ohne geht es nicht!

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27. Mai 2022

GrĂŒner Wasserstoff und E-Fuels – ohne geht es nicht!

Portrait Werner Diwald

Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen: Die Klimaziele mĂŒssen ohne negativen Einfluss auf unsere MobilitĂ€t und den Wirtschaftsstandort Deutschland erreicht werden. Um die Treibhausgasemissionen zu mindern, mĂŒssen daher neben neuen batterieelektrischen und Brennstoffzellen- auch die Bestandsfahrzeuge bedacht werden. DafĂŒr kommt nur der Einsatz von erneuerbaren synthetischen Kraftstoffen, sogenannten E-Fuels, infrage. Nur so können im Rahmen der von der neuen Bundesregierung angestrebten Klimaziele 2030 Fahrverbote fĂŒr konventionelle Fahrzeuge, die vor allem die sozial schwĂ€cheren BĂŒrger betreffen wĂŒrden, verhindert werden.

Die EU-Kommission beabsichtigt jedoch, so euphorische und idealistische Anforderungen an die Produktion der erneuerbaren Kraftstoffe zu stellen, dass der notwendige Hochlauf der Produktion von erneuerbaren synthetischen Kraftstoffen massiv erschwert wird. Die Umsetzung des bislang vorliegenden Entwurfs der EuropĂ€ischen Kommission zur RED II wĂŒrde einen Einstieg in eine zukunftsweisende Technologie verzögern und somit die deutschen Klimaziele im Verkehr unerreichbar machen. Die Bundesregierung muss deswegen diesbezĂŒglich auf europĂ€ischer Ebene aktiv werden. Zudem sollte Deutschland seinen rechtlichen Gestaltungsspielraum vollends ausschöpfen, schließlich hat die Bundesrepublik sehr viel ehrgeizigere Ziele fĂŒr den Anteil erneuerbarer Kraftstoffe als die EU vorgegeben (mehr als 25 statt nur 14 Prozent). Dies ist die Bundesregierung ihren WĂ€hlern und dem Klima schuldig.

Die alte Bundesregierung hatte eine verbindliche Treibhausgasminderungsquote (THG) von 25 Prozent verabschiedet. Gleichzeitig wurde dem grĂŒnen Wasserstoff eine von der EU-Richtlinie abweichende Sonderrolle (die doppelte Anrechnung des Energiegehaltes auf die THG-Quotenverpflichtung) eingerĂ€umt. Damit wurden die grundsĂ€tzlichen Voraussetzungen fĂŒr eine kostenneutrale Zielerreichung mit grĂŒnem Wasserstoff und E-Fuels geschaffen. Was jetzt noch fehlt, ist eine Verordnung, die fĂŒr die Unternehmen Investitionssicherheit bei der Umsetzung gewĂ€hrleistet.

Die neue Bundesregierung ist jetzt gefordert, eine Verordnung fĂŒr erneuerbare synthetische Kraftstoffe auf Basis von grĂŒnem Wasserstoff zu erlassen. Dabei gilt es zwischen Klimaschutz, sozialer Gerechtigkeit und dem Ziel des Koalitionsvertrages, zum Leitmarkt der Wasserstofftechnologien zu werden, abzuwĂ€gen. Eine ideologische und zu stringente Vorgabe an den Strombezug aus erneuerbaren Energien wĂ€re hierbei eine Bedrohung eines haushaltsneutralen kurzfristigen Hochlaufs einer grĂŒnen H2-Marktwirtschaft.

Zweifelsohne wollen und mĂŒssen wir die Klimaziele im Verkehr erreichen. Dabei muss die Bundesregierung jedoch darauf achten, dass einerseits die Kosten fĂŒr die BĂŒrger, den GĂŒterverkehr und die Landwirtschaft nicht in einem unertrĂ€glichen Maße steigen und andererseits die Versorgungssicherheit weiterhin gewĂ€hrleistet ist. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der aktuell hohen Inflation und der aktuellen Ereignisse in der Ukraine. Durch entsprechende SteuervergĂŒnstigungen fĂŒr Kraftstoffe – mit einem Mindestanteil an erneuerbaren synthetischen Kraftstoffmengen – hat die neue Bundesregierung ausreichend Handlungsspielraum, um einen sozialvertrĂ€glichen Transformationsprozess hin zu einer klimaneutralen MobilitĂ€t zu gestalten. Die neue Bundesregierung entscheidet darĂŒber, ob Deutschland die Chance ergreift, zum Leitmarkt des wirtschaftlich so aussichtsreichen grĂŒnen Wasserstoffmarktes zu werden. Und auch, ob die Klimaziele 2030 realistisch und sozial fair erreicht werden können.

Autor: Werner Diwald – Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e. V., Berlin

Quellenangabe:
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1 Kommentar

  1. Joe Schmidt

    Zitat:
    “Was jetzt noch fehlt, ist eine Verordnung, die fĂŒr die Unternehmen Investitionssicherheit bei der Umsetzung gewĂ€hrleistet.”
    Ich dachte glatt, es fehlt an den notwendigen Mengen rgenerativ /grĂŒn erzeugter el. Energie fĂŒr den “grĂŒnen” Wasserstoff und die “grĂŒnen” eFuels.
    Es fehlen also zuerst einmal die erforderlichen WindrĂ€der und PV – egal wo auf der Welt.

    Aber dafĂŒr gibt es natĂŒrlich einen Ausweg – Zitat:
    “Eine ideologische und zu stringente Vorgabe an den Strombezug aus erneuerbaren Energien wĂ€re hierbei eine Bedrohung eines haushaltsneutralen kurzfristigen Hochlaufs einer grĂŒnen H2-Marktwirtschaft.”

    Doof halt, dass man aus Kohle- und Erdgasstrom nicht wirklich “grĂŒnen” /klimaneutralen Wasserstoff /eFuels herstellen kann. Aber dieser Beitrag zeigt deutlich, worum es geht:
    Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e. V. will Subventionen und Förderungen, statt selbst mit Investitionen in EE die Zukunftsbasis zu schaffen. Dass die vorgelegten Wirtschaftlichkeitberechnungen oftmals reine Makulatur sind, fĂ€llt spĂ€testend beim angesetzten Preis fĂŒr den grĂŒnen Strom auf: 2Ct/kWh oder darunter …

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