Aktuelles aus der H2-Regelsetzung des DVGW

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16. Mai 2022

Aktuelles aus der H2-Regelsetzung des DVGW

Anschluss mobile Molchschleuse zu H2-Pipeline, © Dr. Klaus Steiner

Zu den Aufgaben der Netzbetreiber gehören zum einen die sicherheitsgerichtete Gestaltung der Gasinfrastruktur und zum anderen die GewĂ€hrleistung der bestimmungsgemĂ€ĂŸen Funktion und technischen Betriebssicherheit der Gasnetze ĂŒber deren Nutzungsdauer. Netzbetreiber stellen dies ĂŒber die Einhaltung der Anforderungen der technischen Regeln des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) fĂŒr alle Gase nach dem Arbeitsblatt G 260, also auch fĂŒr Wasserstoff, sicher. Mit der Veröffentlichung des neuen Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) im August 2021 hat der Gesetzgeber den DVGW auch als Regelsetzer fĂŒr die technischen Regeln und Anforderungen der leitungsgebundenen Versorgung der Allgemeinheit mit Wasserstoff festgelegt. Dies ist zum einen ein Vertrauensvorsprung fĂŒr die Kompetenz der Gasbranche und zum anderen ein Ansporn, das Regelwerk fĂŒr Wasserstoff weiterzuentwickeln.

Die Anforderungen an die Beschaffenheit von Brenngasen der öffentlichen Gasversorgung werden in dem Arbeitsblatt G 260 „Gasbeschaffenheit“ festgelegt. Die Ausgabe aus dem Mai 2021 beschreibt eine neue Gasfamilie fĂŒr Wasserstoff. Diese sogenannte 5. Gasfamilie umfasst zwei verschiedene Reinheitsstufen: Gruppe A fordert einen H2-Anteil im Gas von mindestens 98 Prozent und Gruppe D von mehr als 99,97 Prozent.

Mit dem Erscheinen der neuen G 260 wurde das Arbeitsblatt G 262 „Nutzung von Gasen aus regenerativen Quellen in der öffentlichen Gasversorgung“, das bisher die Beschaffenheit von erneuerbaren Gasen festgesetzt hat, zurĂŒckgezogen. FĂŒr den Anwender ist aber die Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) zu berĂŒcksichtigen. Diese legt fest, dass das Biogas, also rechtlich auch regenerativer Wasserstoff, am Einspeisepunkt und wĂ€hrend der Einspeisung den Voraussetzungen der DVGW-ArbeitsblĂ€tter G 260 und G 262 mit dem Stand 2007 entspricht. Über diese Verordnung mĂŒssen die bisherigen ArbeitsblĂ€tter daher fĂŒr Beschaffenheitsanforderungen bei der Einspeisung von regenerativen Gasen in Gasnetze weiterhin beachtet werden.

Das neue Arbeitsblatt G 260 legt beim Wasserstoffanteil der methanreichen Gase der 2. Gasfamilie keine Konzentrationsgrenze fest. Indirekt wird dieser Anteil aber ĂŒber die Bereiche zulĂ€ssiger brenntechnischer Kenndaten, die eingehalten werden mĂŒssen, begrenzt. Des Weiteren mĂŒssen die betroffene Gasinfrastruktur und die -anwendungen nachweislich fĂŒr diesen H2-Anteil geeignet sein. Bei der Bewertung der brenntechnischen Kenndaten ist zu berĂŒcksichtigen, dass die Beschaffenheit der methanreichen Gase die brenntechnischen Kenndaten der Methan-Wasserstoff-Gemische signifikant beeinflusst.[…]


 gekĂŒrzte Online-Version
Den kompletten Fachbericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe des HZwei-Magazins.

Autor: Dr. Klaus Steiner – Erdgas & Verwandtes, Bochum

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