Fragen an den Mittelstand: Wie geht’s weiter mit dem NIP?

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5. MĂ€rz 2014

Fragen an den Mittelstand: Wie geht’s weiter mit dem NIP?

Pitschak-Froemmel-Podesser

Pitschak/Hydrogenics, Frömmel/FuelCell Energy Solutions & Podesser/SFC Energy

In der aktuellen politischen Debatte stellt die Energiewende zwar ein zentrales Element dar, aber derzeit geht es mehr darum, den Ausbau von „grĂŒner“ Energietechnik eher zu reduzieren, als sie zu fördern. Einig sind sich die Parteien nur darin, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) novelliert werden muss. Ob bei der anstehenden Überarbeitung dann aber die Brennstoffzellentechnik berĂŒcksichtigt, und falls ja, in welchem Maße sie als effizientes Energiewandlungsverfahren gefördert wird, ist gĂ€nzlich offen; ebenso offen wie die Rolle von Wasserstoff in einem zukĂŒnftigen Energiemix – sei es als Kraftstoff oder Energiespeicher. Das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) lĂ€uft zunĂ€chst noch bis zum Jahr 2016 und gemĂ€ĂŸ Kolationsvereinbarung auch darĂŒber hinaus. Damit sich dann also die bisher in die Forschung investierten Gelder bezahlt machen können, bedarf es einer sinnvollen Anschlussregelung. Ohne die wird es keine MarkteinfĂŒhrung geben, da insbesondere die klein- und mittelstĂ€ndischen Unternehmen (KMU) den Markteintritt nicht alleine finanzieren können. Deswegen bat die HZwei-Redaktion drei Vertreter von kleinen und mittelstĂ€ndischen Unternehmen um eine Stellungnahme zum NIP 2.0, nachdem im HZwei Oktober-Heft 2013 Prof. Werner Tillmetz das Strategiepapier des NOW-Beirats vorgestellt hat und darin die Konzernvertreter der Automobil- sowie der HeizgerĂ€tebranche zu Wort gekommen sind.
HZwei: Sehr geehrter Herr Frömmel, was halten Sie denn vom NIP 1.0? War beziehungsweise ist dies das richtige Förderprogramm zum richtigen Zeitpunkt?
Frömmel: Ja. Das Förderinstrument kann aber nicht die Verantwortung fĂŒr die Ergebnisse dessen Nutzung ĂŒbernehmen. Vielleicht hĂ€tte man besser kommunizieren mĂŒssen, dass es sich um eine Risikoförderung handelt, bei der klar ist, dass nicht alle Ziele erreicht werden. So ist das nun mal in der Forschung. Ich kann die Ungeduld hinsichtlich der Ergebnisse dieses hohen Mitteleinsatzes durchaus verstehen, zumal die Branche sich eher mit Chartware als Hardware hervorgetan hat, also viel versprochen und wenig geliefert hat. Hinsichtlich des Zeitpunktes stelle ich mir vielmehr die Frage, warum es so lange gedauert hat, das Anschlussprogramm NIP 2.0 auf den Weg zu bringen. Es hĂ€tte lĂ€ngst parallel laufen mĂŒssen. Welche kritischen Auswirkungen eine solche DiskontinuitĂ€t beziehungsweise VerspĂ€tung hat, sieht man ja nun an der Lage der Mikro-KWK-Anbieter hinsichtlich ihrer internationalen Wettbewerbsposition.
HZwei: Sehr geehrter Herr Pitschak, einige Unternehmensvertreter bemĂ€ngeln hohe bĂŒrokratische HĂŒrden und sehr lange Bearbeitungszeiten. Wie sind Ihre Erfahrungen?
Pitschak: ZunĂ€chst muss man die Möglichkeit sehr begrĂŒĂŸen, dass Fördermittel fĂŒr eine Branche und Technologie zur VerfĂŒgung gestellt werden, in der es natĂŒrlich noch viele offene Punkte zu erforschen gilt. Zudem sind die Player in dieser Branche technologisch auf sehr unterschiedlichen Niveaus. Die Möglichkeit, Fördermittel zur Produktentwicklung zu erhalten, erachte ich fĂŒr eine ausgezeichnete Option, besonders fĂŒr kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen. FĂŒr die Vergabe von Fördermitteln muss natĂŒrlich auch ein Filter vorgeschaltet sein, in welchem beurteilt wird, ob etwas förderwĂŒrdig ist. Dies kann man natĂŒrlich als bĂŒrokratische HĂŒrden bezeichnen, allerdings klagt man dann auf hohem Niveau.
HZwei: Sehr geehrter Herr Podesser, sollte ein neues, ein unbĂŒrokratisches NIP 2.0 aufgesetzt werden?
Podesser: Absolut. Wir erleben immer wieder in GesprĂ€chen mit potentiellen Kunden und Anwendern, wie viel Potenzial es fĂŒr die Brennstoffzelle gibt. Und ich rede hier gar nicht von neuen Technologien. Selbst wenn Sie mit existierenden Brennstoffzellenprodukten einen neuen Markt erschließen wollen, mĂŒssen Sie in der Regel neue Funktionen und Leistungsdaten erfĂŒllen. Sie glauben gar nicht, wie groß die Unterschiede in den jeweiligen MĂ€rkten sind, und es genĂŒgt nicht, einfach nur eine Brennstoffzelle zu liefern. Die Kunden wollen integrierte Lösungen fĂŒr ihre Anwendungen, und eine Lösung fĂŒr Anwendung X funktioniert nicht automatisch auch in Anwendung Y. Der Aufwand hierfĂŒr ist in unserem Unternehmen erheblich, und hierfĂŒr bedarf es definitiv der weiteren Förderung.

Das gesamte Interview mit Dr. Bernd Pitschak von Hydrogenics, Andreas Frömmel von FuelCell Energy Solutions und Dr. Peter Podesser von SFC Energy lesen Sie im Januar-Heft 2014 der HZwei.

Quellenangabe:
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