Koalitionsvertrag sieht WeiterfĂŒhrung der NOW vor

Bildtitel:




17. Januar 2014

Koalitionsvertrag sieht WeiterfĂŒhrung der NOW vor

Koalitionsvertrag

(© Deutscher Bundestag / Achim Melde)


Die gute Nachricht zur Jahreswende ist, dass die Nationale Organisation fĂŒr Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie (NOW) auch ĂŒber das Jahr 2016 hinaus aktiv sein wird. Das haben die Regierungsparteien SPD und CDU/CSU in ihren Koalitionsvertrag hineingeschrieben. Allerdings ist noch offen, worin diese AktivitĂ€ten konkret bestehen werden. Fest steht bisher nur, dass sich die Arbeit der NOW „ab 2016 auf die Implementierung und den Markthochlauf der Brennstoffzellentechnologie im stationĂ€ren und mobilen Bereich konzentrieren“ wird. Maßgeblich ist dabei der Zusatz, dass dem Thema ElektromobilitĂ€t eine besondere Bedeutung eingerĂ€umt wird und „wir die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr die Verkehrsforschung bei dem fĂŒr Verkehr zustĂ€ndigen Ministerium bĂŒndeln werden“. ZukĂŒnftig wird also nur noch ein Bundesministerium zustĂ€ndig sein, so dass nicht mehr vier verschiedene Ministerien konsultiert werden mĂŒssen, was zu kĂŒrzeren Bearbeitungszeiten und einer effizienteren Arbeitsweise fĂŒhren dĂŒrfte.
Weiterhin wurde vereinbart, dass an der Zielvorgabe, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen zu wollen, festgehalten wird. Um dies zu erreichen, soll der Kauf von Elektroautos zumindest indirekt ĂŒber „zinsgĂŒnstige Kredite zur Anschaffung besonders umweltfreundlicher Fahrzeuge“ gefördert werden. Es soll „nutzerorientierte Anreize statt KaufprĂ€mien“ geben. FĂŒr die finanzielle Umsetzung ist die Einrichtung eines eigenen Förderprogramms bei der Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) geplant. Die KfW ist bereits maßgeblich im Bereich erneuerbarer Energien aktiv. GemĂ€ĂŸ einer Ende 2013 veröffentlichten Studie des Zentrums fĂŒr Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung wurde 2012 ĂŒber die HĂ€lfte aller Investitionen, die in den Ausbau erneuerbarer Energien gesteckt wurden, von der KfW gefördert. Diese Investitionen fĂŒhrten unter anderem dazu, dass Energieimporte verringert, ArbeitsplĂ€tze gesichert und Kohlendioxidemissionen reduziert wurden, teilte die Bundesregierung in einer Meldung mit.
Als weitere Fördermaßnahme zum Aufbau einer nachhaltigen MobilitĂ€t – neben der schon gewĂ€hrten Steuerbefreiung fĂŒr E-Autos – soll der Zubau von Ladestationen sowohl fĂŒr Batterie- als auch fĂŒr Wasserstofffahrzeuge forciert werden. Diese Maßnahme geht einher mit den PlĂ€nen der EuropĂ€ischen Union, auch europaweit den Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter vorantreiben zu wollen. Demnach sollen in der gesamten EU bis Ende 2020 rund 450.000 Stromladestationen installiert werden, allein in Deutschland 86.000. Und Wasserstofftankstellen sollen zukĂŒnftig im Abstand von maximal 300 Kilometern zu finden sein.
Parallel zu den Koalitionsverhandlungen entschied der Bundesrat, dass Elektroautos und auch anderen schadstoffarmen Fahrzeugen kĂŒnftig gewisse Privilegien gegenĂŒber konventionellen Autos eingerĂ€umt werden, wenn auch zunĂ€chst nur zeitlich befristet. So sollen beispielsweise Elektrofahrzeuge beim Parken durch das Freihalten von ParkplĂ€tzen an LadesĂ€ulen sowie die Befreiung von ParkgebĂŒhren bevorzugt werden. Zudem wurde ein Kompromiss bei den CO2-Grenzwerten gefunden (s. HZwei Januar-Heft 2014, S. 5).
Ob derartige Maßnahmen allerdings den erhofften Erfolg bringen, bleibt abzuwarten. So bemĂ€ngelten Kritiker gleich nach Bekanntwerden des Koalitionsvertrages, dass beispielsweise von den subventionierten Krediten fĂŒr E-Autos vornehmlich die Banken profitieren wĂŒrden: Da die KfW selber auf dem Markt nur einen Zinssatz von knapp ĂŒber 0,5 Prozent fĂŒr mehrjĂ€hrige Kredite zahlen muss, bleibt bei einem Maximalzinssatz von 2,5 % eine Marge von 2 %, die sich Hausbank und KfW teilen können. AutohĂ€ndler bieten da teilweise bessere Konditionen.
Um Deutschland tatsĂ€chlich zum Leitmarkt fĂŒr ElektromobilitĂ€t zu machen, bedarf es da sicherlich noch etwas mehr Anstrengungen, sei es seitens der deutschen Politik oder der hiesigen Industrie, denn insbesondere bei den Brennstoffzellenautos brachten auslĂ€ndische Hersteller Ende 2013 etwas Leben in die Branche: In Tokio und Los Angeles bekannten sich Toyota und Honda klar zum Wasserstoffauto (s. S. 43), so dass Hyundai, das bislang in diesem Bereich allein agieren konnte, in den nĂ€chsten zwei Jahren mit ernst zu nehmender Konkurrenz rechnen darf.
Insgesamt lĂ€sst sich aber feststellen, dass begrĂŒndete Hoffnungen auf eine positive Entwicklung bestehen. Die Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche kann folglich zuversichtlich ins Jahr 2014 starten.

Quellenangabe:
JCB erreicht H2-Meilenstein

JCB erreicht H2-Meilenstein

Der britische Land- und Baumaschinenhersteller JCB hat im MĂ€rz 2023 die Produktion seines fĂŒnfzigsten H2-Verbrennungsmotors...

mehr lesen

2 Kommentare

  1. Achim Behrenwaldt

    Also “weiter so” – erfolglos ! Ich habe NOW bisher nicht als “Dynamo” der ElektromobilitĂ€t erlebt ! Das war wohl mehr oder weniger wenig effiziente Verteilung von Fördermitteln, was das neue Energieministerium mindestens ebenso effizient (oder ineffizient) ĂŒbernehmen könnte !

    Antworten
  2. Arno A. Evers

    Der Hamburger sagt dazu
    Dann man zu!
    Allerdings kommen mir diese “Argumente” schon arg bekannt vor!
    Warum bitte sollen sie jetzt funktionieren,
    wenn sie schon jahrzehntelang so gar nichts gebracht haben?
    Bis auf den Verlust an GlaubwĂŒrdigkeit!

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

preloader