Windkraft treibt Gasfahrzeuge an

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6. November 2013

Windkraft treibt Gasfahrzeuge an

PtG-Audi-Werlte

Audi startet PtG-Anlage in Werlte (Foto: Audi)


Im niedersĂ€chsischen Werlte ist am 26. Juni 2013 eine neue Power-to-Gas-Anlage eingeweiht worden. Die vom Stuttgarter Anlagenbauer Etogas GmbH installierte Fabrik verfĂŒgt ĂŒber eine elektrische Eingangsleistung von 6 Megawatt und ist damit die bisher grĂ¶ĂŸte ihrer Art. JĂ€hrlich kann sie 3 Mio. Kubikmeter synthetisches Methan erzeugen, nach Angaben des Bauherrn Audi ausreichend Treibstoff fĂŒr rund 22,5 Mio. Kilometer mit Erdgasfahrzeugen.
Die neue PtG-Anlage wurde auf einem 4.100 m2 großen GrundstĂŒck der EWE AG errichtet und verfĂŒgt ĂŒber drei alkalische 2-MW-Elektrolyseure, die mit Hilfe von grĂŒnem Strom aus vier 3,6-MW-Windkraftanlagen Wasserstoff erzeugen. Das H2-Gas wird mit Kohlendioxid (CO2) im Methanisierungsreaktor in Methan (CH4) umgewandelt. Das fĂŒr den chemischen Umwandlungsprozess benötigte CO2 stammt aus der direkt vor Ort befindlichen Biogasanlage der MT-BioMethan GmbH. Die Biogasanlage nutzt gleichzeitig die bei der Methanisierung entstehende AbwĂ€rme als Prozessenergie. Heraus kommt synthetisches Methan, das nahezu identisch mit Erdgas ist und von Audi als e-gas bezeichnet wird.
Der IngolstĂ€dter Autobauer beabsichtigt, mit diesem Kraftstoff ab Herbst 2013 seinen dann erhĂ€ltlichen A3 g-tron zu betanken. Rein rechnerisch reicht die AnlagenkapazitĂ€t dazu aus, dass 1.500 Audi-Fahrer ihre CO2-Bilanz bei jĂ€hrlich 15.000 km auf 20 gCO2/km drosseln können. TatsĂ€chlich ist es aber so, dass das aus erneuerbaren Energien erzeugte Methan in Werlte ins Gasnetz eingespeist wird, so dass die bivalent ausgelegten 1.4-TFSI-Motoren auf Deutschlands Straßen nach wie vor hauptsĂ€chlich fossiles Erdgas verbrennen. Ähnlich ist es bei der elektrischen Energie aus den vier Windkraftanlagen, die nicht direkt in die vor Ort installierten Elektrolyseure, sondern ins deutsche Stromnetz fließt. Über ein bilanzielles Verfahren mit einer e-gas-Tankkarte stellt Audi allerdings sicher, dass die Gasmenge, die an Erdgastankstellen an A3-g-tron-Modelle vertankt wird, in Werlte auch tatsĂ€chlich ins Gasnetz eingespeist wird.
Das gesamte Projekt basiert auf den Erfahrungen des HySolar-Versuchs des Deutschen Zentrums fĂŒr Luft- und Raumfahrt aus dem Jahr 1987 und profitiert von den Ergebnissen der im Oktober 2012 beim Projektpartner Zentrum fĂŒr Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung von Etogas (ehemals SolarFuel) installierten kleineren Schwesteranlage (250 kW, 300 m3 Methan am Tag, s. HZwei-Heft Jan. 2013). Dr. Karl Maria GrĂŒnauer, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Etogas, erklĂ€rte: „Mit der Einweihung der 6-MW-Anlage beginnen wir mit der kommerziellen Anwendung dieser neuen Stromspeichertechnologie. In den nĂ€chsten Jahren werden wir den Markt mit Anlagen in GrĂ¶ĂŸen von bis zu 20 MW elektrischer Anschlussleistung versorgen und die Investitionskosten auf das notwendige Niveau fĂŒr energiewirtschaftliche Anwendungen senken.“ Reiner Mangold, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung, sagte: „Die Power-to-gas-Anlage, die wir in Werlte aufgebaut haben, kann zu einem Leuchtturmprojekt der gesamten Energiewende werden, weit ĂŒber unser Unternehmen hinaus.“
In diesem Herbst, also ein Jahr nach der Grundsteinlegung, soll der Probebetrieb dieser Beta-Anlage mit der Einspeisung des ersten Gases abgeschlossen werden. Der Nachfolger, die Gamma-Version mit 20 MW, könnte 2017 folgen.

Quellenangabe:
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1 Kommentar

  1. Achim Behrenwaldt

    Was fĂŒr ein Schwachsinn: Wertvollen Wasserstoff zu methanisieren, um ihn dann als Erdgasersatz ins Netz einspeisen zu können – vermutlich zu Kosten, die weit ĂŒber dem Erdgaspreis liegen ! Das geht wohl nur mit völlig fehlgeleiteten Subventionen und ist damit ĂŒberhaupt nicht zukunftsfĂ€hig ! Sinnvoller wĂ€re es, den Wasserstoff mittels der LOHC-Technologie distributionsfĂ€hig zu machen, um ihn an Tankstellen an Autos mit Brennstoffzelle verkaufen zu können !

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