Neue BĂŒndnisse fĂŒr Power-to-Gas

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11. Juni 2013

Neue BĂŒndnisse fĂŒr Power-to-Gas

Kohler (l.) und Diwald (r.) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung, in der Mitte: Altmaier, Foto: dena

Kohler (l.) und Diwald (r.) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung, in der Mitte: Altmaier, Foto: dena

Im Jahr 2011 entstanden zwei Plattformen, die sich beide dem damals neu aufkommenden Thema der Energiespeicherung widmeten: Am 7. Dezember 2011 fiel der Startschuss fĂŒr performing energy – BĂŒndnis fĂŒr Windwasserstoff, nachdem wenige Monate zuvor die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) die dena-Strategieplattform Power to Gas initiiert hatte. Nach fast zwei Jahren haben nun beide Akteure zueinander gefunden: Auf der diesjĂ€hrigen Hannover Messe unterzeichneten Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-GeschĂ€ftsfĂŒhrung, und Werner Diwald, Sprecher von performing energy, in Gegenwart von Bundesumweltminister Peter Altmaier eine Kooperationsvereinbarung. Damit unterstrichen beide Initiativen, dass sie eine „enge Vernetzung und einen intensiven fachlichen Austausch“ anstreben. Kohler erklĂ€rte: „Gemeinsam mit performing energy wollen wir unsere KrĂ€fte bĂŒndeln, damit aus der Option eine marktreife Technologie wird.“ Zusammen kommen beide Plattformen auf ĂŒber 40 Mitglieder aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie VerbĂ€nden.
Fast im Gegenzug dazu entstand ein neues, eigenstĂ€ndiges BĂŒndnis fĂŒr Power-to-Gas (PtG oder auch P2G): die North Sea Power to Gas Plattform. Elf Unternehmen aus DĂ€nemark, Deutschland, Belgien, Großbritannien und den Niederlanden schlossen sich bereits Ende 2012 zusammen, um gemeinsam die Energiespeicherung ĂŒber Wasserstoff in der Nordseeregion voranzutreiben. Rolf van Stenus von dem PrĂŒfunternehmen DNV KEMA, auf dessen Initiative die GrĂŒndung zurĂŒckgeht, erklĂ€rte gegenĂŒber HZwei: „P2G ist nicht auf ein Land beschrĂ€nkt. Dies ist vielmehr ein Konzept, das ĂŒber Grenzen hinweggeht.“ Den Fokus ihrer AktivitĂ€ten wollen die Unternehmen Alliander, Gasunie, Hydrogenics, ITM Power, TenneT und Co. auf die StromerzeugungskapazitĂ€ten der Offshore-Windparks sowie der PV-Kraftwerke in den AnrainerlĂ€ndern legen. Van Stenus sagte weiter: „Die Nordseeregion hat bereits eine gut entwickelte Erdgasinfrastruktur, sowohl on- als auch offshore. Es ist daher nur logisch, alle LĂ€nder in dieser Region mit einzubeziehen.“ Die North Sea Power to Gas Plattform will zudem mit der derzeit in GrĂŒndung befindlichen Mediterranean Power2Gas Plattform zusammenarbeiten.
www.powertogas.info, www.performing-energy.de, www.northseapowertogas.com

Quellenangabe:

5 Kommentare

  1. Achim Behrenwaldt

    Power to gas (P2g) ist vor allem fĂŒr die Nordwestregion ein ganz wichtiges Thema, denn da kommen die Kabel von den Offshore-Windparks an, deren Strom weitergeleitet oder verarbeitet werden muss.
    Sobald das grĂ¶ĂŸere Mengen werden und die Fernleitungen nach SĂŒddeutschland noch nicht fertig sind (das kann 10 Jahre dauern !), wird es schwierig ! Dann kann man das Problem der Überproduktion wahrscheinlich nur mit Power to gas lösen.
    Technisch ist das wohl kaum ein Problem. Die Frage ist nur, unter welchen Voraussetzungen sich das rechnet, denn das Gas – egal, ob Wasserstoff oder Methan – muss ja verkauft werden ! Wer kauft es zu welchem Preis ?
    Kostenrelevante Parameter sind
    – der Strompreis (liegt normal bei etwa 15 Ct./KWh),
    – die Investition (Elektrolyseure etc.),
    – die Nutzungsdauer (Betriebsstunden p.a.)
    – die Lagerkosten (in unterirdischen Kavernen),
    – die Verteilerkosten (Transport oder Durchleitung im Gasnetz),
    – die sonstigen Kosten (Verwaltung, Kapital etc.),
    – Steuern und Fördermittel
    RĂŒckverstromung kommt wohl nur in Betracht, wenn man den Strom zum Nulltarif einkaufen kann, denn die RĂŒckverstromung kostet ja einiges (Geld und Verluste) und wĂ€re beim Einkauf von Strom zu Normalkonditionen viel zu teuer !
    Hat jemand schon mal ausgerechnet, unter welchen Voraussetzungen P2g zu einem wettbewerbsfÀhigen Preis angeboten werden kann ?

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    • JĂŒrgen Heinrich

      Nach dem Hinweis auf die technische Machbarkeit folgt immer schnell ein betriebswirtschaftliches Rechenmodell!
      Haben Sie schon einmal einen volkswirtschaftlichen Ansatz gerechnet?
      Abgesehen von einigen prognostischen UnwĂ€gbarkeiten ist es doch relativ wahrscheinlich, daß wir in absehbarer Zeit hohe ReraturschĂ€den an unserer Umwelt zu begleichen haben werden ( Bsp.: Aktuelle HochwasserschĂ€den, die nach heutigem Kenntnisstand dem anthropogenen Klimawandel geschuldet sind).
      Haben Sie schon einmal solch eine Rechnung aufgemacht; und wenn nein, warum denn nicht!?
      Liegt es vielleicht daran, daß der Zahlemann eine Mischfinanzierung zu begleichen hat!? Am Ende zahlt wohl wieder (nur!) die Allgemeinheit, und das tut ja dann nicht einem, sondern allen weh.
      JĂŒrgen Heinrich
      Vorsitzender im EnergieTisch LĂŒbeck

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      • Achim Behrenwaldt

        Lieber Herr Heinrich,
        ich kenne keinen Unternehmer, der in ein Projekt investiert, das sich nicht rechnet oder zu riskant ist, aber ich will nicht ausschließen, dass der Staat das Risiko und ggf. auch die Kosten ĂŒbernimmt, wenn er ihrer Argumentation folgt. Das könnte vielleicht passieren, wenn die GrĂŒnen an die Macht kommen. Aber von denen habe ich noch nichts ĂŒber ein solches Projekt gehört. Was nicht ist, kann ja noch werden…

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    • Sven Geitmann

      Eine Berechnung wird grad angestellt und zwar im Projekt Unterelbe. Soweit ich weiß sollen die Ergebnisse bereits im Herbst vorgestellt werden.
      NĂ€heres dazu folgt dann hier bzw. in der Zeitschrift HZwei.
      Außerdem gibt es ja die beiden NOW-Studien ĂŒber Wind- sowie Bio-Wasserstoff, in denen auch die Wirtschaftlichkeit mit berĂŒcksichtigt wurde. Nachzulesen im Januar- und April-Heft der HZwei.
      Gruß, Geitmann

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    • Achim Behrenwaldt

      Ich stelle mir das als Excel-Tabelle vor, in die man die obengenannten Werte eintrÀgt, um zu sehen, was unten raus kommt. Dann kann man die Planwerte so lange verÀndern, bis es passt, und kann sehen, unter welchen Voraussetzungen das Projekt realisierbar ist.
      Interessant ist vor allem die Relation von Strompreis, Betriebsdauer und GrĂ¶ĂŸe der Investition. Dazu muss man wissen, wie viel das kostet und welchen durchschnittlichen Strompreis man zugrundelegen kann, um auf eine eine ausreichende Betriebsdauer (Auslastung) zu kommen. Dazu braucht man die Statistik der Leipziger Börse, aus der man die Dauer der Niedrigpreise ablesen kann (nur die sind wirtschaftlich interessant).
      Wo gibt es Informationen ĂŒber die Kosten einer solchen Anlage ?
      Sicherlich gibt es eine optimale GrĂ¶ĂŸe bzw. MindestgrĂ¶ĂŸe.

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