Fakten und Physik beim 15. EFCF in Luzern

Bildtitel:
Autor:




18. August 2011

Fakten und Physik beim 15. EFCF in Luzern

1994 hat Ulf Bossel das European Fuel Cell Forum (EFCF) ins Leben gerufen und 17 Jahre lang geleitet. In all den Jahren hielt er nie mit seiner Meinung hinter dem Berg, dass er Wasserstoff fĂŒr keinen geeigneten Energiespeicher hĂ€lt. Entsprechend stark war das Luzerner Forum thematisch ganz auf Brennstoffzellen ausgerichtet. Seit August 2010 obliegt die Kongressleitung nun Olivier Bucheli und Dr. Michael Spirig. Gemeinsam mit anerkannten Wissenschaftlern wollen die beiden Enddreißiger das EFCF thematisch neu ausrichten und auch fĂŒr Wasserstoff öffnen.
Vom 28. Juni bis 1. Juli 2011 fand erstmals die „internationale Konferenz fĂŒr Brennstoffzellen und Wasserstoff“ unter der neuen FĂŒhrung statt. Der inhaltliche Schwerpunkt dieses 15. European Fuel Cell Forums lag zwar auf PEM-Brennstoffzellen, in den rund 120 VortrĂ€gen ging es jedoch auch um Wasserstoff. Olivier Bucheli erklĂ€rte: „Wasserstoff ist ein sehr wichtiger Teil.“ Der Vorsitzende des EFCF-Beirats, Dr. Robert Steinberger-Wilckens, fĂŒgte ‚einschrĂ€nkend’ hinzu: „Wasserstoff muss grĂŒn sein.“ Der Chairman der Veranstaltung, Prof. Dr. K. Andreas Friedrich vom Deutschen Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR), sagte, beim EFCF werde ein „ganzheitlicher Ansatz fĂŒr Wasserstoff und Brennstoffzellen“ verfolgt. Es solle ein Gesamtbild darstellen werden, bei dem sowohl wissenschaftliche Forschung als auch praktische Anwendungen beleuchtet werden.
Wissenschaftliche Ausrichtung
Bucheli und Spirig machten zudem deutlich, dass die Veranstaltung weiterhin ihre UnabhĂ€ngig pflegen und ihr Fokus trotz einiger konzeptioneller VerĂ€nderungen nach wie vor auf „Fakten und Physik“ liegen werde. GegenĂŒber anderen Konferenzen, die sich nach Meinung von Olivier Bucheli stark an wirtschaftlichen Gesichtspunkten orientieren, versuchte sich der neu ernannte EFCF-PrĂ€sident abzugrenzen. Er sagte: „Wir wollen keine rein kommerziellen VortrĂ€ge. Die Inhalte sind wissenschaftlich.“
Begleitend zur Konferenz prĂ€sentierten knapp ein Dutzend Aussteller ihre neuesten Entwicklungen im Kultur- und Kongress-Zentrum Luzern (KKL), Schweiz. Die insgesamt knapp 200 Teilnehmer aus 25 LĂ€ndern konnten beispielsweise in Kontakt treten mit der Belenos Clean Power Holding, die 2007 vom mittlerweile verstorbenen Swatch-Eigner Nicolas Hayek gegrĂŒndet worden war. Belenos arbeitet derzeit gemeinsam mit dem schweizerischen Paul-Scherrer-Institut (PSI) an einem neuen 25-kW-Brennstoffzellen-Hybridsystem, das mit Wasserstoff und reinem Sauerstoff betrieben wird. Es soll dazu beitragen, dass eine 63 Quadratmeter große Photovoltaikanlage demnĂ€chst einen Kleinwagen ĂŒber jĂ€hrlich 13.000 Kilometer mit Energie versorgen kann.
Außerdem war ein Servierwagen im Betrieb zu sehen. Die Minibar verfĂŒgt ĂŒber einIndependent Hydrogen Power System (IHPos) der CEKAtec AG, eine BZ-Einheit, die die Kaffeemaschine sowie den GetrĂ€nkekĂŒhler dauerhaft mit Strom versorgt. Praktische Erfahrungen konnten Interessenten mit der aktuellen Version der Hydroxy 3000 sammeln. Der Elektro-Katamaran, an dem auch schon Michael Spirig 2005 forschte, wird derzeit vom Energieinstitut der Ingenieurshochschule des Kantons Vaud (HEIG-VD) weiterentwickelt und getestet.
Im nĂ€chsten Jahr, beim 10. European SOFC Forum (26. bis 29. Juni 2012), wird der inhaltliche Schwerpunkt gemĂ€ĂŸ dem zweijĂ€hrigen Wechselturnus auf Hochtemperatur-Brennstoffzellen liegen. Dort werden 600 Teilnehmer und 30 Aussteller erwartet.

Quellenangabe:

1 Kommentar

  1. Nico

    Entsprechend der SonnenstrahlungsintensitĂ€t erreicht die Photovoltaik in der Mittagszeit ihren Leistungspeak, zum Abend hin nimmt die eingespeiste Strommenge wieder ab. Wie aus dem Lastprofil ersichtlich, wird in Deutschland der meiste Strom zwischen 8.00 Uhr morgens und 19.00 Uhr abends benötigt. Durch die Überdeckung des Lastprofils des Stromverbrauchs mit der zeitlichen Verteilung der Photovoltaikeinspeisung verringert sich die Notwendigkeit, Spitzenlastkraftwerke anzufahren.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

preloader