MeRegioMobil untersucht vehicle-to-grid-Konzept

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23. November 2010

MeRegioMobil untersucht vehicle-to-grid-Konzept

Die Batterien von Autos sollen zukĂŒnftig als mobile Stromspeicher genutzt werden, um ĂŒberschĂŒssige Wind- und Solarenergie aus dem Stromnetz aufzunehmen und bei Bedarf wieder ins Netz zurĂŒckzuspeisen. Um die Forschungsarbeiten in diesem Bereich im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans ElektromobilitĂ€t voranzutreiben, wurden 2009 ProjektvorschlĂ€ge innerhalb eines Wettbewerbs gesammelt, aus dem das Firmenkonsortium MeRegioMobil als Sieger hervorging. Vor einem Jahr, im September 2009, startete das fĂŒr zwei Jahre laufende Forschungsprojekt.
Das Ziel von MeRegioMobil ist, in einem Firmenkonsortium sowohl eine öffentliche Infrastruktur fĂŒr Elektrofahrzeuge als auch ein dazu passendes, intelligentes Lademanagement zu entwickeln. DafĂŒr wurde zunĂ€chst ein Forschungslabor aufgebaut, das den Prototypen eines smart homes (Fertighaus mit 60 m2) mit Energieerzeuger, Verbraucher und Energiespeicher darstellt. DarĂŒber hinaus ist eine Ladestation installiert, um Elektrofahrzeuge als Stromspeicher und -verbraucher in die intelligente Steuerung des Haushaltes aufnehmen zu können. Nach der Laborphase soll in einem großrĂ€umig angelegten Feldtest im Raum Karlsruhe, Stuttgart, Kehl untersucht werden, wie die Akkumulatoren von Autos zur Zwischenspeicherung von Strom aus erneuerbaren Energien genutzt werden können.
Bei diesem so genannten vehicle-to-grid-Konzept gibt es derzeit noch viele offene Fragen, wie die Anbindung von E-Autos an Smart-Homes und damit ans Smart-Grid realisiert werden kann. Deswegen suchen die Projektpartner gemeinsam nach LösungsansĂ€tzen, wie beispielsweise „interoperables Abrechnen“ ermöglicht werden kann. Dabei geht es um ein anwenderfreundliches Verfahren, mit dem die Stromkunden der Stadtwerke Karlsruhe im Umland, wo mehrheitlich EnBW als Energieversorger vertreten ist, fahren und laden können. Das Gleiche gilt auch fĂŒr EnBW-Kunden, die ihr Auto an LadesĂ€ulen der Stadtwerke ankoppeln. Allen soll ermöglicht werden, die Bezahlung am Monatsende bequem per Stromrechnung vornehmen zu können (Roaming-Prinzip).
Es geht hierbei allerdings nicht nur um die grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit auf regionaler Ebene ĂŒber Stadtgrenzen hinweg, sondern auch auf nationaler Ebene ĂŒber LĂ€ndergrenzen hinweg. So wird ausdrĂŒcklich ein intensiver Informationsaustausch mit Frankreich angestrebt. Ein entsprechendes Demonstrationsprojekt, das als Keimzelle fĂŒr einen deutsch-französischen Flottentest entlang des Rheins dienen soll, wurde Ende September 2010 gestartet. Das damit einhergehende politische Zeichen ist eindeutig: ElektromobilitĂ€t kennt keine Grenzen.
An dem zunĂ€chst fĂŒr Deutschland geplanten Feldtest beteiligen sich Opel mit drei und Daimler mit rund 40 E-Autos (voraussichtlich Smart-Modelle). Der Roll-out der Fahrzeuge wie auch die Installation etlicher LadesĂ€ulen sollen bis Dezember 2010 erfolgen. Projektleiter Lars Walch vom Fachbereich Forschung und Innovation der EnBW Energie Baden-WĂŒrttemberg AG erklĂ€rte gegenĂŒber der HZwei-Redaktion: „Die Elektrotechnik der LadesĂ€ulen ist simpel, trotzdem sind sie heute noch sehr teuer, weil es keine geeigneten Werkzeuge fĂŒr die Massenfertigung gibt.“
Walch sagte weiter: „Die meisten LadevorgĂ€nge werden zu Hause oder beim Arbeitgeber erfolgen.“ Deswegen sollen als Testfahrer vorrangig Hausbesitzer mit eigener Photovoltaikanlage auf dem Dach oder Mikro-Kraft-WĂ€rme-Kopplungsanlage im Keller ausgewĂ€hlt werden, damit der Strom aus diesen Systemen zur Batterieaufladung der Elektroautos beitragen kann. Dieser Spaß, einer der ersten E-Fahrer in Baden-WĂŒrttemberg zu sein, kostet allerdings eine Kleinigkeit: Daimler verleast seine Fahrzeuge (smart fortwo electric drive) fĂŒr 700 Euro im Monat ĂŒber insgesamt vier Jahre. DafĂŒr liegen die Energiekosten je nach Fahrweise mit 2 bis 4,50 Euro auf 100 Kilometern fĂŒr Strom unterhalb der Dieselalternative.
MeRegioMobil wird im Forschungsprogramm IKT fĂŒr ElektromobilitĂ€t vom Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen des Konjunkturpakets II gefördert. ProjekttrĂ€ger ist das Deutsche Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrtfoschung (DLR). Projektpartner sind Bosch fĂŒr den Bau der Ladestationen, SAP fĂŒr die Software-Lösung sowie das Karlsruher Institut fĂŒr Technologie (KIT), das Fraunhofer-Institut fĂŒr System- und Innovationsforschung (ISI) und die Stadtwerke Karlsruhe.
MeRegio
MeRegioMobil knĂŒpft an das Forschungsprojekt MeRegio (Minimum Emission Region) an, das im Oktober 2008 startete und noch bis 2012 lĂ€uft. Bei MeRegio sollen dezentrale Energieerzeuger sowie Energiespeicher und Verbraucher ĂŒber moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) optimal verknĂŒpft werden, um die CO2-Emissionen zu reduzieren und die Energieeffizienz zu steigern. Es geht dabei um ein „intelligentes Stromnetz“, bei dem eine Steckdose erkennt, wann der Strom besonders gĂŒnstig ist, und dann die Waschmaschine anschaltet. Der Focus liegt bei diesem Vorhaben auf stationĂ€ren Anwendungen. MeRegioMobil betrachtet demgegenĂŒber speziell den Fahrzeugsektor und versucht mit Hilfe moderner IT-Technologien ElektromobilitĂ€t in intelligente Energie- und Verkehrsnetze zu integrieren. Beide Vorhaben werden von EnBW als KonsortialfĂŒhrer geleitet.

Quellenangabe:

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5 Kommentare

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