f-cell stellt sich neu auf

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27. Januar 2023

f-cell stellt sich neu auf

In Stuttgart hat im vergangenen Herbst ein neues Zeitalter im H2-Veranstaltungssektor begonnen: Die ehemalige f-cell, die ĂŒber zwei Dekaden von der Peter Sauber Messen und Kongresse GmbH organisiert wurde, fand am 4. und 5. Oktober erstmals unter der alleinigen Leitung der Landesmesse Stuttgart statt. 126 Aussteller prĂ€sentierten auf dem MessegelĂ€nde am Flughafen ihre Produkte auf rund 5.000 m2, und 60 Referenten trugen ĂŒber neuste Entwicklungen vor. Zentrale Frage war, ob sich die Landeshauptstadt und auch Baden-WĂŒrttemberg als Standort im Wettbewerb der immer zahlreicher werdenden H2-Veranstaltungen und -Regionen weiterhin behaupten können.

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Die BegrĂŒĂŸung erfolgte mit dem Zuruf „hy-fcell“, dem neuen Namen dieser Veranstaltung. Mit der Vorsilbe „hy“ soll symbolisiert werden, dass es nicht nur um Brennstoffzellen (f-cell), sondern auch um Wasserstoff (hydrogen) geht. ZukĂŒnftig sollen unter diesem Titel weltweit an verschiedenen Standorten Veranstaltungen mit der Bezeichnung International Expos and Conferences stattfinden – beispielsweise in Saudi-Arabien, dort vom 6. bis 8. MĂ€rz 2023. Dies wurde im Rahmen des Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz in dem WĂŒstenstaat in die Wege geleitet.

Neben der Location wurde auch das Veranstaltungsprogramm grundlegend verĂ€ndert. Der Auftakt erfolgte bereits am Vorabend beim Pub-Hopping, bei dem die frĂŒhzeitig angereisten Teilnehmer in verschiedenen gastronomischen Einrichtungen Stuttgarts in entspannter AtmosphĂ€re VernetzungsgesprĂ€che fĂŒhren konnten. Am Abend des ersten Veranstaltungstages wurde dann eine Networking-Night direkt auf dem MessegelĂ€nde im International Congresscenter Stuttgart (ICS) abgehalten. Die in drei Kategorien ausgeschriebenen hy-fcell awards wurden bereits bei der Eröffnungszeremonie verliehen.

Parallel zur Konferenz gab es erstmals eine Speakers Corner. Dort stellte sich unter anderem der Hauptsponsor der hy-fcell, der US-Bundesstaat New Mexico, vor und lud potentielle Interessenten ein, die Region zu einem H2-Hub in den USA zu etablieren. Mark Roper vom Economic Development Department war dafĂŒr extra mit einer mehrköpfigen Delegation gemeinsam mit der KabinettssekretĂ€rin Alicia Keyes sowie Mitgliedern der FĂŒhrungsebene von Pajarito Power und der Universal Hydrogen angereist.

Die f-cell hatte bereits ab 2008 fĂŒr einige Jahre unter dem Dach der Battery&Storage auf dem Stuttgarter MessegelĂ€nde stattgefunden – mit der Landesmesse als Mitveranstalter. Nachdem dort aber ĂŒber die Jahre trotz verschiedener Formate keine kritische Masse an Ausstellern akquiriert werden konnte, wechselte Peter Sauber 2018 wieder zurĂŒck ins Haus der Wirtschaft. Jetzt startete die Messegesellschaft mit ausgiebiger Vorbereitungszeit nochmals neu durch und konnte ĂŒber 2.000 Teilnehmer:innen in die ausgebuchte Halle locken, wie Stefan Lohnert, PrĂ€sident der Messe Stuttgart, berichtete. Er sagte: „Besonders freut mich die internationale Strahlkraft der hy-fcell – mit Ausstellenden und Speakern aus der ganzen Welt und einem beachtlichen internationalen Besucheranteil von 20 Prozent.“

Sorge um Standort Stuttgart

Bislang spielten Baden-WĂŒrttemberg und die Metropolregion Stuttgart eine zentrale Rolle im weltweiten Automobilsektor – ebenso wie in dem im Wachstum begriffenen H2– und BZ-Bereich. Dr. Andre Baumann, StaatssekretĂ€r im Landesumweltministerium, sieht diese Rolle allerdings gefĂ€hrdet. Wie er in seiner Rede kundtat, ist er besorgt um seine Region, wenn er an den Niedergang der Kohleindustrie in Nordrhein-Westfalen denkt: „Wenn wir nicht das Ruhrgebiet des 21. Jahrhunderts werden wollen, mĂŒssen wir an die H2-Infrastruktur angeschlossen werden.“

Er verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, an das europĂ€ische H2-Backbone-System angeschlossen zu werden. Dies sei aber noch ein weiter Weg, da die norddeutschen LĂ€nder unverhohlen mitteilten, dass sie den dort produzierten grĂŒnen Wasserstoff zuerst der heimischen Industrie zur VerfĂŒgung stellen wĂŒrden, bevor sie ihn nach SĂŒden beförderten. „Nicht, dass wir abgehĂ€ngt werden.“ Dagegen mĂŒsse in diesen Wochen und Monaten etwas getan werden, so Baumann.

Autor: Sven Geitmann

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