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Beitrag von Sven Geitmann

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29. April 2022

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Dezentrale H2-Anlagen können wirtschaftlich betrieben werden

Elogen-E100, © Elogen
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Bislang hatte Deutschland ein weitestgehend zentralisiertes Energieversorgungssystem: Große Kraftwerke erzeugten Strom und Wärme, die dann mittels einer weitverzweigten Infrastruktur bundesweit verteilt wurden. Mit dem Aufkommen der erneuerbaren Energien vor zwei Jahrzehnten verbreitete sich zusehends die Idee einer Dezentralisierung: Indem lokale Solar- und Windkraftanlagen beziehungsweise Biogasanlagen vor Ort Strom beziehungsweise Wärme erzeugen, können diese Energien ohne verlustreiche Transporte regional genutzt werden. Dieser Grundgedanke wird jetzt auch bei der Wasserstofferzeugung per Elektrolyse verfolgt. Ob solch ein Ansatz sinnvoll sein könnte, hat das Reiner Lemoine Institut in seiner neusten Studie „Netzdienliche Wasserstofferzeugung“ untersucht. Die Ergebnisse wurden am 10. März 2022 in einer Online-Pressekonferenz vorgestellt.

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen konkrete Empfehlungen für die Ausgestaltung der Nationalen Wasserstoffstrategie. Die NWS ist im Sommer 2020 vorgestellt worden, aber es fehlen bislang noch detaillierte Pläne für deren Umsetzung. Angesichts der neuen Weltlage mit einem Krieg im Osten Europas laufen derzeit zahlreiche Bemühungen, die Weichen jetzt zügig so zu stellen, dass zukünftig eine sichere und weitestgehend unabhängige Energieversorgung gewährleistet ist.

Dafür hat das Reiner Lemoine Institut (RLI) im Auftrag von Green Planet Energy (ehemals Greenpeace Energy) analysiert, ob und wie der Einsatz dezentraler Elektrolyseure sinnvoll und wirtschaftlich sein könnte. Wie Dr. Kathrin Goldammer darlegte, eignen sich dafür insbesondere Elektrolyseure mit einer Spitzenleistung von bis zu fünf Megawatt. Die RLI-Geschäftsführerin erklärte: „Solche Elektrolyseure können flexibel auf das fluktuierende Dargebot an Wind- und Solarstrom und Steuersignale der Verteilnetzbetreiber reagieren. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Das Energiesystem wird so effizienter, resilienter und kostengünstiger.“

Auch Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy eG, erklärte, dezentrale Elektrolyseure böten „Versorgungssicherheit, Resilienz und eine Optimierung der Solar- und Windnutzung“. Keiffenheim forderte daher, dass dezentrale Elektrolyseure in der Nationalen Wasserstoffstrategie berücksichtigt und klare Ausbauziele definiert werden sollten, da nicht nur Großelektrolyseure benötigt würden. Er sagte: „Statt nur zu klotzen, sollte auch gekleckert werden. Wir sollten das eine tun, ohne das andere zu lassen.“[…]

… gekürzte Online-Version
Den kompletten Fachbericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe des HZwei-Magazins.

Autor: Sven Geitmann

4 Kommentare

  1. Arno A. Evers

    DAS ist wohl wahr, danke, Herr Fichtner fĂŒr Ihren Hinweis.
    Das ganze Thema Wasserstoff in der Energie- bzw. Transportwirtschaft bzw. Schwerindustrie
    wird immer noch viel zu naiv betrachtet.
    Bzw. aus dem Hinblick auf die besten Fördertöpfe, die es abzuzwacken gilt.
    Damit kommen wir allerdings nicht wirklich weiter.

    Es geht, um GlĂŒck, auch alles ganz anders.
    Und zum GlĂŒck gibt es (noch) Alternativen.
    Wer von Euch wissen will, die es mit “unserer” Energie-Infrastruktur weitergehen könnte,
    das erklÀre ich am 16. Mai online auf einer virtuellen, weltweiten Konferenz:
    https://www.hydrogenambassadors.com/meet-aae/index.php
    Das ist dann meine #117 Energie-Konferenz,
    an der ich seit August 2003 teilgenommenen habe.
    Die ganze PrÀsentation gibt`s dann danach ohne Anmeldung
    auch auf unserem YouTube Kanal.
    Hier gibt es auch schon erste Beispiele von unseren Generalproben:
    https://www.youtube.com/c/ArnoAEvers/videos

    Meine Informationen basieren auf fast 30 Jahren weltweiter Erfahrungen auf diesem Gebiet.

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  2. Maximilian Fichtner

    Windparkbetreiber sind sehr zögerlich, sich einen teuren Elektrolyseur hinzustellen, der dann nur ein paar Stunden im Jahr mit Überschussstrom betrieben wird.
    Das rechnet sich nicht, bis auf weiteres.
    Man darf also gespannt sein.

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  3. Joe Schmidt

    Hat Reiner Lemoine vom Institut (RLI) im Auftrag von Green Planet Energy (ehemals Greenpeace Energy) denn auch untersucht, wann die benötigten (zusĂ€tzlichen) regenerativ erzeugten Strommengen fĂŒr den wirtschaftlichen Betriebder Elektrolyseure zur VerfĂŒgungs stehen?
    Oder hat er gar PlÀne /Ausbauziele der regenerativen Stromerzeugung als Basis definiert?
    Ohne ausreichend regenerativ erzeugten Strom wird das ja nichts mit dem grĂŒnen Wasserstoff.

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