Wirtschaftswunder Wasserstoff

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2. Februar 2022

Wirtschaftswunder Wasserstoff

Elektrolyseur in Namie, Fukushima, Japan, © Asahi Kasei
© Asahi Kasei

Die Herstellung von Wasserstoff gilt inzwischen weltweit als neuer Zukunftsmarkt. Die vielen unterschiedlichen Elektrolyseurhersteller erfreuen sich derzeit einer bis dato unbekannten Nachfrage. Zahlreiche neue Akteure drĂ€ngen auf das Feld, und immer mehr konventionelle Energieversorger schwenken von fossilen EnergietrĂ€gern zu erneuerbaren Energien um und nehmen H2-Gas in ihr Portfolio auf. Doch wo genau stehen wir aktuell beim Thema Elektrolyseure und was dĂŒrfen wir noch erwarten? Hier ein grober Überblick – ohne Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit.

Der Vorsitzende des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbands Werner Diwald geht davon aus, dass bis 2050 eine Elektrolyseleistung von 108 bis 350 GW allein in Deutschland benötigt wird. Um diese erreichen zu können, mĂŒssten hier ab 2030 jĂ€hrlich etwa 5 GW aufgebaut werden. Weltweit erwartet er ein Potential von ĂŒber 78.000 GW.

WĂ€hrend sich die GesamtkapazitĂ€t installierter Anlagen bislang noch im dreistelligen Megawattbereich bewegt, soll die Leistung nach offizieller Planung allein in der EU bis 2030 auf 40 GW steigen, dĂŒrfte bis dahin aber schon weitaus höher liegen, wenn man heutige Ausbauziele zum Maßstab nimmt. KĂŒrzlich hat die Internationale Energieagentur (IEA) vorgerechnet, dass zu diesem Zeitpunkt weltweit bereits 850 GW ElektrolysekapazitĂ€t benötigt werden, um KlimaneutralitĂ€t bis 2045 zu gewĂ€hrleisten.

Dr. Stefan Kaufmann, Innovationsbeauftragter „GrĂŒner Wasserstoff“ beim BMBF, betonte, heute komme jeder fĂŒnfte Elektrolyseur aus Deutschland – ein Marktanteil, den man auch in Zukunft mindestens halten wolle.

Exponentielles Wachstum erwartet
Die Anlagen werden immer grĂ¶ĂŸer: 2017 war der von Siemens in Hamburg-Neuhof installierte 5-MW-PEM-Elektrolyseur der zu dieser Zeit grĂ¶ĂŸte seiner Art. Knapp vier Jahre spĂ€ter lag die Latte bereits bei 20 MW. 2021 erklĂ€rte Cummins, einen entsprechend großen PEM-Elektrolyseur, den grĂ¶ĂŸten zu dieser Zeit, an einem H2-Produktionsstandort von Air Liquide in BĂ©cancour in der kanadischen Provinz QuĂ©bec in Betrieb genommen zu haben. Die Anlage erzeugt 3.000 Tonnen grĂŒnen Wasserstoff pro Jahr mithilfe der dort reichlich vorhandenen Wasserkraft.

FĂŒr eine weitere Elektrolyseanlage von Siemens erfolgte am 9. Juni 2021 im Energiepark Wunsiedel der Spatenstich. Die Anlieferung des Containers mit einer Anschlussleistung von 8,75 MW erfolgte am 9. November. Ab Sommer 2022 sollen damit 1.350 Tonnen grĂŒnen Wasserstoffs jĂ€hrlich erzeugt werden. Insgesamt plane Bayern, in den nĂ€chsten Jahren „eine Milliarde Euro in Wasserstoffprojekte“ zu investieren, so MinisterprĂ€sident Dr. Markus Söder.

Der Windkraftanlagenbauer Siemens Gamesa gab Ende 2020 bekannt, mit Green Hydrogen Systems (GHS) zu kooperieren. Deren Elektrolyseur wird im dĂ€nischen Brande mit dem Strom einer 3-MW-Windturbine versorgt, um mit diesem Gas im Inselbetrieb einen H2-Lastwagen von Everfuel betanken zu können. Auch Ørsted greift auf einen Elektrolyseur-Stack von GHS zu, um zwei 3,6-MW-Offshore-WindrĂ€der fĂŒr die Wasserstofferzeugung nutzen zu können.
Zudem gaben Trianel und die Stadtwerke Hamm bekannt, dass sie im Rahmen ihres Joint Ventures namens Projektgesellschaft Wasserstoffzentrum Hamm GmbH & Co. KG planen, auf dem GelÀnde des Gaskraftwerks Hamm-Uentrop bis 2024 einen Elektrolyseur mit 20 MW Leistung zu errichten.

Noch grĂ¶ĂŸer wird es in Leuna, wo Linde die nach eigenen Angaben „grĂ¶ĂŸte PEM-Elektrolyseanlage der Welt“ aufbauen will. Starten wird die 24-MW-Anlage des Joint-Venture-Partners ITM Power mit zertifiziertem Ökostrom. Ab Mitte 2022 sollen mit in der NĂ€he erzeugten erneuerbaren Energien bis zu 3.200 Tonnen grĂŒnen Wasserstoffs pro Jahr hergestellt werden. […]


 gekĂŒrzte Online-Version

Den kompletten Fachbericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe des HZwei-Magazins.

Quellenangabe:
JCB erreicht H2-Meilenstein

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