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Beitrag von Sven Jösting

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14. Februar 2022

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Bloom Energy – Gewaltiges Wachstum erwartet

Nach Aussage des Firmengründers K. R. Sridhar steht Bloom Energy ein gewaltiges Wachstum bevor. Der Umsatz soll in vier bis fünf Jahren bei 4 bis 5 Mrd. US-$ liegen und in zehn Jahren bei 15 bis 20 Mrd. US-$. Das Unternehmen sei bestens positioniert, was deren Schlüsseltechnologien, Märkte und deren Geschäftsmodell anbetrifft, hieß es in einer Telefonkonferenz. Sridhar erklärte: „In vielerlei Hinsicht befinden wir uns in dem derzeitigen industriellen Transformationsprozess in einer eigenen Kategorie mit wachsenden Umsätzen, steigenden Margen, einem starken Auftragsbestand und den besten innovativen Lösungen für Kunden, die heute eine kohlenstoffarme und widerstandsfähige Energieversorgung und morgen eine emissionsfreie Energieversorgung wünschen.“

Bloom erwartet einen Umsatzanstieg von 30 bis 35 Prozent in den kommenden Jahren mit nicht nur stark steigendem Cash-Flow, sondern auch wachsenden Gewinnmargen. Manch Analyst sieht den Brennstoffzellenhersteller in diesem Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis (Gewinn), was bedeuten würde, dass das Unternehmen das erste seiner Art in dieser Branche wäre, welches Gewinne macht – und dies dann nachhaltig und stark steigend.

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Solche Stories liebt die Börse. Großkunden wie T-Mobile unterstützen das Geschäftsmodell und plant gleich an mehreren Standorten in den USA den Einsatz netzunabhängiger Brennstoffzellenkraftwerke von Bloom (u. a. für Datencenter). Neue Märkte ergeben sich zudem im Schiffsbereich, wo es um LNG-Schiffe geht, die auf BZ-Systeme umgestellt werden (retrofit) oder neue, von denen es in den kommenden Jahren über 1.000 weltweit geben soll.

Spannend ist auch der Ausblick auf die firmeneigene Elektrolysetechnologie, die denen der PEM- und alkalischen Elektrolyseure weit überlegen sein soll – über 45 % bessere Effizienz, heißt es. Es geht letztendlich darum, den Wasserstoff so günstig wie möglich zu produzieren. Dabei spielt natürlich die Verfügbarkeit von regenerativem Strom eine sehr wichtige Rolle, zudem der Strompreis wie auch der Preis des Elektrolyseurs.

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Bloom plant, zusammen mit Heliogen ein erstes Projekt in Arizona an der Grenze zu Kalifornien auf den Weg zu bringen. Heliogen verfügt über eine Technologie, die Sonnenlicht insbesondere in sonnenreichen Regionen wie bei einem Laser bündeln und mit Hilfe der SOFC-Technik für die Wasserstoffproduktion (20.000 Tonnen H2 p. a.) nutzen kann. Der anvisierte Standort liegt perfekt an einer wichtigen Gaspipeline, der Interstate 10, der H2-Gas beigemischt werden kann. Damit wird Bloom auch zu einem Wasserstoffproduzenten.

Bloom Energy plant, einen Marktanteil von 20 Prozent am weltweiten Elektrolysemarkt erreichen zu können. Laut IEA (Internationale Energieagentur) wird dieser Markt im Jahr 2030 bei weltweit 40 GW liegen. Bis Ende 2023 erwartet Bloom, 2,4 GW eigene Elektrolyseleistung zu schaffen.

Im vergangenen Jahr erreichte der Umsatz gut 970 Mio. US-$. Im vierten Quartal zog der Umsatz um 37,3 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal 2020 auf circa 342 Mio. US-$ an. Unter dem Strich blieb ein Minus von 0,05 US-$ pro Aktie (non-GAAP) und ein Minus von 0,19 US-$/Aktie GAAP-Rechnung. Alles im Rahmen der Erwartungen. Der Auftragsbestand explodierte auf 8,5 Mrd. US-$, was auch der Partnerschaft mit der südkoreanischen SK ecoplant/SK Group zugerechnet werden muss. In der Bank liegen per 31. Dezember 2021 gut 615 Mio. US-$, denen perspektivisch noch 250 Mio. US-$ aus der zweiten Tranche von SK ecoplant zugerechnet werden könnten.

Haben es die Shortseller bislang verstanden, die Aktie arg unter Druck zu bringen, was sich in aktuell circa 17 Millionen leer verkaufter Aktien ausdrückt, so könnten diese nun geneigt sein, einzudecken, vielleicht auch eindecken zu müssen (Short Squeeze?). Analysten diverser Investmentbanken erwarten bzw. prognostizieren Kurse von 27 bis 44 US-$, was im Durchschnitt dem doppelten Kurs dessen entspricht, wo die Aktie heute (17 US-$) steht.

Im Mai findet ein wichtiger Investor Day statt, der sicherlich manche neue Erkenntnis bringen wird. Es ist davon auszugehen, dass mancher Analyst die Aktie höher einstuft – von Halten auf Kauf/Starker Kauf oder Übergewichten. Mit diesem Ausblick wird die Börse – die ja immer mehr auf nachhaltige Investments, die dem Klimawandel technologisch begegnen, setzt – nicht umhin kommen, die Aktie und damit das Unternehmen neu und wesentlich höher zu bewerten.

Derzeit wird der Umsatz mit dem Faktor 2,5 gleichgesetzt, was in der Branche extrem niedrig ist. Unternehmen wie Siemens Energy oder GE sollten – so eine persönliche Meinung von mir – mit Bloom Kooperationen eingehen oder gar eine Beteiligung, um die Skalierung der Technologien und das Geschäftsmodell von Bloom Energy für sich zu nutzen. Für mich ist Bloom derzeit die absolute Nr. 1 der Wasserstoff- und Brennstoffzellenwerte an der Börse, aber das ist ja nur meine eigene Meinung – ohne Obligo.

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 11. Februar 2022

Kategorien: 2022 | Allgemein
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