Bloom Energy – Bottom-Fishing & Bargain-Hunting

Bildtitel:




20. Dezember 2021

Bloom Energy – Bottom-Fishing & Bargain-Hunting

Warum diese beiden englischen Wortkombinationen? Weil sie am besten beschreiben, wie es sich nach meiner Ansicht mit dem aktuellen Aktienkurs von Bloom Energy verhĂ€lt: Da ist ein Kurs, der nach einem scharfen RĂŒckgang wie ein Boden „Bottom“ und als Basis wirkt, von hier aus wieder die Richtung zu Ă€ndern – nach oben. Und eine Gelegenheit, ein Bargain, gĂŒnstig neue Positionen aufzubauen wie auch bestehende aufzustocken, ist die Bloom-Aktie allemal.

An dieser Stelle sei die Formulierung eine These erlaubt: Könnten Hedgefonds gezielt die Aktien von Unternehmen aus dem Bereich der Brennstoffzelle und der Wasserstoffproduktion im Kurs drĂŒcken, um eventuell gĂŒnstig grĂ¶ĂŸere Positionen aufzubauen bzw. auf tiefem Aktienkursniveau grĂ¶ĂŸere StĂŒckzahlen zu kaufen, gar einzusammeln? FĂŒr diese Theorie muss man sich nur die einzelnen Charts der hier bei HZwei behandelten Aktien ansehen und alle diese Titel auch als Gruppe betrachten.

Trotz ausnahmslos guter Nachtrichten kamen diese Aktien jĂŒngst scharf unter Kursdruck. An den sehr guten Perspektiven des Gesamtmarktes im Einsatz der Brennstoffzelle hat sich nichts geĂ€ndert – im Gegenteil: Es wird immer besser, wenn man die tĂ€glichen AnkĂŒndigungen ĂŒber Joint Ventures, AuftrĂ€ge, technologische Entwicklungen u.v.a. ansieht. Bei Bloom Energy hĂ€tten allein die jĂŒngsten Meldungen den Kurs eigentlich nach oben ziehen mĂŒssen, aber der Kurs fiel zurĂŒck. Investmentbanken wie Wells Fargo (Kursziel: 38 US-$) bzw. J. P. Morgan (Kursziel: 42 US-$) haben ihre Ratings erhöht – guess why?

Im Einzelnen: Mit Southern California Gas, dem grĂ¶ĂŸten Gaslogistikkonzern Kaliforniens (21,8 Mio. Kunden), plant Bloom eine Versuchsreihe, die dem Ziel dient, bestehende Erdgaspipelines fĂŒr die Mischung (Blending) mit Wasserstoff zu erproben. Mit MSC Group, Schweiz, (drittgrĂ¶ĂŸter Kreuzfahrtschiffkonzern der Welt) wurde das erste Kreuzfahrtschiff, die MSC World Europa, mit einem SOFC-Brennstoffzellensystem von Bloom ausgestattet. Dort soll LNG als EnergietrĂ€ger, spĂ€ter aber wohl auch Wasserstoff, genutzt werden.

Immerhin eine Schadstoffreduktion (CO2) von ĂŒber 60 %, wobei diverse Partikel und andere Emissionen vollstĂ€ndig vermieden werden. Man bedenke, dass allein dieser Markt ein Volumen von geschĂ€tzt hundert Kreuzfahrtschiffen bis zum Jahr 2027 aufweist.

JV-Partner Heliogen als Pionier fĂŒr KI

Sehr spannend wirkt fĂŒr mich die Kooperation mit Heliogen, die via SPAC (Special Purpose Acquisition Company: Athena Technology Acquisition ATHN) an die Börse gehen wird. Dieses Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, die in sonnenreichen Regionen der Welt (hier gelten LĂ€nder wie Chile, Australien, Marokko als ideal) die Sonnenkraft bĂŒndelt. Mit Hilfe einer Software, die unterstĂŒtzt wird durch KI (kĂŒnstliche Intelligenz), soll diese Energie hoch-effizient nutzbar gemacht werden. Der daraus entstehende Strom soll gĂŒnstig und 24/7 verfĂŒgbar sein und auch die Basis fĂŒr eine billige Wasserstoffproduktion schaffen. Bis 2026 soll es möglich sein, bereits fĂŒr 2 US-$ pro kg Wasserstoff produzieren zu können – mit stark fallender Tendenz des Preises in den Folgejahren.

Das sei alles wesentlich effizienter als Sonne via Solarzellenmodulen zu nutzen, heißt es. Ein wesentlicher Vorteil sei, dass Energie auch dann bereitgestellt werden kann, wenn die Sonne nicht scheint. Man braucht nur FlĂ€chen in sehr sonnenreichen Regionen. Bloom und Heliogen arbeiten eng zusammen, da deren beider Technologien perfekt zueinander passen. Die Heliogen-Tower lassen sich einfach skalieren und modular aufbauen.

Heliogen sieht sich als Software-Company, die ihr Know-how auch via Lizenzen (100 % Gross Profit) an den Markt bringen will. Bill Gross, sehr erfolgreicher Unternehmer in Sachen regenerativer Energien, der schon 150 Unternehmen gegrĂŒndet hat, ist der CEO. Er hielt Mitte Dezember 2021 einen Vortrag bei IPO Edge ĂŒber die Potentiale seiner Technologie, wonach sich sogar die Geopolitik in Sachen Energie wandeln könne/werde, wenn LĂ€nder/Staaten ĂŒber Sonnenkraft zu neuen Playern werden und damit saubere Energie als Handelsware (Commodity) auf dem Weltmarkt verkaufen können. An Heliogen sind auch Investoren wie Bill Gates beteiligt. Zudem gebe es Interessenten wie den Stahlkonzern Arcelor Mittal, heißt es.

Shortseller scheinen zudem meine Meinung zu teilen, dass der Aktienkurs von Bloom gĂŒnstig ist, haben diese doch die Höhe der leer verkauften Aktien „Short Interest“ von ĂŒber 18,5 Mio. Aktien in zwei Monaten auf circa 13,2 Mio. Aktien zurĂŒckgefahren. Mit ĂŒber 8 Mrd. US-$ Auftragsbestand, vielen wachstumsstarken MĂ€rkten fĂŒr die Bloom-Technologien und einem GroßaktionĂ€r wie SK ecoplant (Tochter des grĂ¶ĂŸten Energiekonzerns SĂŒdkoreas, hĂ€lt perspektivisch bis 15% am Kapital von Bloom) sollte dies der perfekte Cocktail fĂŒr höhere Aktienkurse sein. Zuvor ging es ja als Folge des Großauftrages von SK ecolpant im Volumen von ĂŒber 4 Mrd. US-$ (Minimum) von circa 18 US-$ auf 36 US-$ hoch, dann allerdings wieder zurĂŒck auf 22 US-$.

Im Februar kommen die Zahlen fĂŒr das vierte Quartal 2021 wie auch fĂŒr das Gesamtjahr 2021. Man kann gespannt sein auf den Ausblick, den das Unternehmen dann gibt. Deshalb die EinschĂ€tzung: bottom fishing + bargain hunting.

Nachtrag: Bloom Energy muss indes kurzfristig auch unter dem Aspekt betrachtet werden, dass ein einzelner Senator der Demokraten das 2-Billionen-US-$-Programm der Regierung Biden blockiert, d.h. dieses Programm ohne dessen Stimme so nicht durchkommt. Bloom hĂ€tte da sicherlich manchen Auftrag bekommen, da Energiesicherheit in diesem Programm enthalten ist. Indes hĂ€tte das kurzfristig keinerlei wirschaftliche Auswirkung auf Bloom, sondern wĂ€re – in case – ein schöner Nebeneffekt fĂŒr neue AuftrĂ€ge. Somit könnte man sagen: buy on bad news.

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen RisikoeinschĂ€tzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre VolatilitĂ€t ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugĂ€nglichen Quellen und stellen, was die EinschĂ€tzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 19. Dezember 2021

Quellenangabe:
JCB erreicht H2-Meilenstein

JCB erreicht H2-Meilenstein

Der britische Land- und Baumaschinenhersteller JCB hat im MĂ€rz 2023 die Produktion seines fĂŒnfzigsten H2-Verbrennungsmotors...

mehr lesen

1 Kommentar

  1. Suittenpointner

    …dazu kommt nun auch der erste Auftrag aus Europa / Grossbritannien mit einem Volumen von 1,2 MW. “…Teledata installs 1.2MW of Bloom fuel cells in Manchester data center”

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

preloader