GrĂŒnes Ammoniak braucht grĂŒnen Wasserstoff

Bildtitel:

Von Hydrogeit





1. Dezember 2021

GrĂŒnes Ammoniak braucht grĂŒnen Wasserstoff

ProduktionsstÀtte Yara

Wasserstoff ist zwar ein vielseitiger EnergietrĂ€ger, doch der Transport großer Mengen ĂŒber weite Strecken ist noch immer eine Herausforderung. Eine Lösung könnte grĂŒnes Ammoniak sein, denn NH3 ist bei Transport und Lagerung leichter handhabbar als H2. 

Ammoniak hat einige positive Eigenschaften, die es zu einem wichtigen EnergietrĂ€ger machen könnten. Diese betreffen nicht nur die Chemie und die Physik, sondern auch die Infrastruktur: Keine andere Chemikalie wird weltweit in so großen Mengen produziert wie Ammoniak. Die Erzeugungs- und Transporttechnologie muss also nicht mĂŒhsam skaliert werden, sondern ist in Großkonzernen schon etabliert. 

FĂŒr die Herstellung von Ammoniak wurden laut Internationaler Energieagentur (IEA) 2019 rund 31 Megatonnen Wasserstoff benötigt. Damit steht die Ammoniakproduktion an zweiter Stelle bei den grĂ¶ĂŸten Wasserstoffverbrauchern, direkt nach den Raffinerien – und sie ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Sowohl DĂŒngemittel als auch andere darauf basierende Produkte verzeichnen eine steigende Nachfrage. 

Die Ammoniakherstellung ist auch beim Energiebedarf und den CO2-Emissionen vorne dabei, nĂ€mlich die Nummer eins unter den Chemikalien. Wer grĂŒnes Ammoniak herstellen will, muss zunĂ€chst den eingesetzten Wasserstoff nachhaltig erzeugen. Bisher wird Wasserstoff in der Regel mithilfe fossiler Kohlenwasserstoffe produziert, zumeist aus Erdgas.

Erzeugt wird Ammoniak fast ausschließlich im Haber-Bosch-Verfahren. Dieses machte es vor gut hundert Jahren erstmals möglich, den Stickstoff aus der Luft in Form von Ammoniak chemisch zu binden. Seitdem können auf diesem Wege auch zu geringen Kosten DĂŒngemittel herstellt werden, was zu einer deutlichen Steigerung der Produktionsmengen in der Landwirtschaft fĂŒhrte – nicht ohne Nebenwirkungen fĂŒr das Ökosystem. 

Das Haber-Bosch-Verfahren stellt den entscheidenden letzten Schritt bei der Ammoniakherstellung dar. Hierbei reagiert der Stickstoff mit dem Wasserstoff – in der Regel unter hohem Druck und angeschoben durch einen eisenhaltigen Katalysator. 


 gekĂŒrzte und am 6.12.2021 geĂ€nderte Online-Version, da sich ein Rechenfehler eingeschlichen hatte

Den kompletten Fachbericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe des HZwei-Magazins.

Autorin: Eva Augsten

Quellenangabe:

3 Kommentare

  1. Wolfgang Streck

    Bislang importieren – um es mal auf Deutschland zu beschrĂ€nken – wir große Mengen Energie in Form von Erdöl und Erdgas aus dem Ausland. Egal, wie viel wir Solar und Wind in Deutschland ausbauen, wir werden den PrimĂ€renergiebedarf (WĂ€rme, Verkehr, ElektrizitĂ€t) niemals auf der verfĂŒgbaren LandflĂ€che decken können. Es wird also wie bisher bei einem Energieimport bleiben. Wie aber könnte man Wasserstoff aus Gegenden wie Peru (Wind) oder Marokko (Sonne) effizient zu uns transportieren? Oder mit anderen Worten: Was ist die Alternative zu dem derzeitigen “Greenwashing” von noch ganz ĂŒberwiegend Grauem Wasserstoff? Welchen anderen transportablen Energiespeicher (neben Energiesparen, was bei steigender Bevölkerung weltweit schwierig wird) gĂ€be es denn sonst noch?
    Kritisieren ist leicht, konstruktive, umsetzbare VorschlÀge machen bedeutend schwerer. Man denke nur mal daran, was der Indische MinisterprÀsifent in Glasgow gesagt hat: was sich die reichen IndustrielÀnder vorstellen können and Energietransition und was die armen, aber bervölkerungsreichen Schwellen- und DrittlÀnder sich nicht vorstellen können.

    Antworten
  2. Joe Schmidt

    “GrĂŒnes Ammoniak” ist auf absehbare Zeit ebenso reines Greenwashing wie “grĂŒner Wasserstoff”.
    Denn wie nebenbei angedeutet, fehlen schlicht die nutzbaren Mengen an grĂŒner Energie /grĂŒnem Strom. Selbst bei einem massiven Ausbau der Produktion wird die Direktverwendung Vorrang haben – gestaffelt nach dem CO2-Einsparungspotential.
    Da ist die Substitution der Verbrennung fossiler Energien (bspw. Abbau der Kohleverstromung) deutlich sinnvoller als “grĂŒnes Ammoniak”.
    Auch wenn es in diesem Blog nicht so gern gehört wird – fĂŒr grĂŒnen Wasserstoff gibt es derzeit kaum KapazitĂ€ten und die BefĂŒrworter sind leider nicht die, die die EE-Stromerzeugung ausbauen …

    Antworten
  3. Alex S.

    Zitat:
    “Seitdem können auf diesem Wege auch zu geringen Kosten DĂŒngemittel herstellt werden, was zu einer deutlichen Steigerung der Produktionsmengen in der Landwirtschaft fĂŒhrte – nicht ohne Nebenwirkungen fĂŒr das Ökosystem.”
    Also selbst erkannt – es geht immer nur um billig und zu Lasten des Planeten.
    Dann fangt doch endlich an den Planeten fĂŒr die Zukunft fit zu machen, die Bevölkerung wartet darauf, vor Allem die jungen Menschen, unsere Kinder und Enkel.
    Den nicht mehr ganz so intelligenten Alten Menschen ist das sowieso zu viel, die verstehen das gar nicht worum es geht und meckern immer nur: “Wer soll das bezahlen?”
    Meine Antwort: Wir dĂŒrfen nicht fĂŒr unsere Dummheit unser Kinder und Enkel dafĂŒr zahlen lassen.

    Antworten

Trackbacks/Pingbacks

  1. FAIReconomics Newsletter Week 49/21 | FAIReconomics - […] Green ammonia needs green hydrogen: Hydrogen is a versatile energy carrier, but transporting large quantities over long distances is…
  2. FAIReconomics Newsletter KW 49/21: Banken kostet CO2 viel Geld, DĂŒrregefahr im Norden nimmt zu, Ki in der MobilitĂ€t, Wasserstoffnews, Afrika und Neues aus der Wissenschaft | FAIReconomics - […] GrĂŒnes Ammoniak braucht grĂŒnen Wasserstoff: Wasserstoff ist zwar ein vielseitiger EnergietrĂ€ger, doch der Transport großer Mengen ĂŒber weite Strecken ist…

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

preloader