H2Global – Aufbau internationaler WasserstoffmĂ€rkte

Bildtitel:

Von Hydrogeit





1. Dezember 2021

H2Global – Aufbau internationaler WasserstoffmĂ€rkte

Import- (l.) und Exportvolumina von erneuerbaren wasserstoffbasierten EnergietrÀgern 2050, © dena & LUT/Global Alliance Powerfuels
© dena & LUT/Global Alliance Powerfuels

UngefĂ€hr auf halber Strecke zwischen Montreal und der Stadt QuĂ©bec liegt das StĂ€dtchen BĂ©cancour am Sankt-Lorenz-Strom mit seinen 13.000 Einwohnern. Im Industriepark, zwischen mittelstĂ€ndischen Chemie- und Raffineriebetrieben, steht der aktuelle Weltrekordhalter der Membranelektrolyse. Mit einer Leistung von 20 MW, gespeist aus reichlich verfĂŒgbarer Wasserkraft, versorgt der PEM-Elektrolyseur mit 8,2 t Wasserstoff pro Tag einen Teil der örtlichen Industrie. 

Von außen betrachtet hat sich in der Entwicklung zu einer globalen Wasserstoffwirtschaft zuletzt schon viel getan. Über 20 LĂ€nder haben zwischen 2017 und heute nationale Wasserstoffstrategien verabschiedet. Große AnkĂŒndigungen hat auch die Industrie gemacht; die globale Investitionspipeline schĂ€tzt das Hydrogen Council inzwischen auf 500 Milliarden Dollar. 

Das Beispiel BĂ©cancour zeigt aber auch: Nur dort, wo Klimaambition, gĂŒnstigste Strompreise und ganzjĂ€hrig verfĂŒgbare erneuerbare Energien zusammenfallen, entstehen grĂ¶ĂŸere Anlagen fĂŒr grĂŒnen Wasserstoff. Nach einigen Jahren richtungsweisender Strategien vonseiten der Politik und großer AnkĂŒndigungen vonseiten der Industrie besteht dementsprechend weiterhin eine LĂŒcke zwischen dem, was gewollt ist, und dem, was heute wirtschaftlich machbar ist. 

Die Bundesregierung will diese LĂŒcke ĂŒber das H2Global-Förderprogramm adressieren und zumindest fĂŒnf grĂ¶ĂŸere, außereuropĂ€ische Projekte ĂŒber zehnjĂ€hrige AbnahmevertrĂ€ge fördern. Jeweils 100 MW Elektrolyseleistung sollen so ausgeschrieben werden. DafĂŒr stehen 900 Mio. Euro Fördermittel aus der Nationalen Wasserstoffstrategie bereit. 

In der Ausgestaltung des Förderprogramms wurde aus Erfahrungen der Vergangenheit gelernt, denn die Abnahmeförderung sorgt fĂŒr planbare und garantierte Einnahmen. Anders als bei einer sonst ĂŒblichen Kapitalförderung von Einzelprojekten ist die kontinuierliche Abnahme fĂŒr die vertraglich festgelegten ZeitrĂ€ume und Mengen garantiert. Aus der Erfahrung von zwei Jahrzehnten EEG-Förderung hat man auch mitgenommen, dass die Mengenentwicklung politisch gesteuert werden kann, die Preisfindung aber auch vom Markt her gedacht werden muss. 


Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des HZwei

AutorInnen: Kilian Crone & Friederike AltgelDeutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Berlin

Quellenangabe:

1 Kommentar

  1. Joe Schmidt

    Zitat:
    “… denn die Abnahmeförderung sorgt fĂŒr planbare und garantierte Einnahmen.”
    Wir fördern also in Deutschland die Erzeugung sauberen Stromes – haben aber auf absehbare Zeit hier nicht ausreichend davon – daher sind die Preise hoch.
    Statt die Erzeugung von EE-Strom auszubauen, fördern wir nun also zusĂ€tzlich mit Steuergeld die völlig unwirtschaftliche Produktion von grĂŒnem Wasserstoff aus teurem ÖkoStrom in Deutschland – statt diesen direkt CO2-senkend hier vor Ort zu verwenden.
    Was der 20MW-Elektrolyseur in Kanada, der wie beschrieben die örtliche Industrie versorgt, mit dem “Aufbau internationaler WasserstoffmĂ€rkte” und deutschem Steuergeld zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

preloader