Wasserstoff – ein gewaltiges Thema

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Von Hydrogeit

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3. August 2021

Wasserstoff – ein gewaltiges Thema

© Dirk MĂŒller
© Dirk MĂŒller

Interview mit dem Börsenexperten Dirk MĂŒller

Seit einigen Monaten ist Wasserstoff das beherrschende Thema – nicht nur im Energiesektor, sondern auch unter vielen AktionĂ€ren. Die Internetplattformen quellen ĂŒber vor lauter Postings, Spekulationen und GerĂŒchten. Und immer mehr Anbieter locken mit – teils zweifelhaften – Marktstudien ĂŒber angeblich brandaktuelle Insider-Informationen, die maximale Aktiengewinne versprechen. Einer der bekanntesten Börsenexperten in Deutschland ist Dirk MĂŒller – „Mr. Dax“. Er sagte bereits vor Jahren voraus, dass Wasserstoff nicht nur in der Energiewirtschaft, sondern auch an den Börsen eine maßgebliche Rolle spielen wird. HZwei befragte MĂŒller zu seinen Erfahrungen, seinen Erwartungen sowie zu seiner Anlagestrategie.

HZwei: Sehr geehrter Herr MĂŒller, fĂŒr Sie kommt dieser Run auf H2-Aktien nicht unerwartet. Sie haben die Potentiale dieser Technologie bereits 2018 in Ihrem Buch „Machtbeben“ beschrieben. Seit wann beobachten Sie den Wasserstoffsektor?

MĂŒller: TatsĂ€chlich beobachte ich den mittlerweile schon seit ĂŒber zehn Jahren. Damals gab es ja auch schon Ballard Power und etliche Unternehmen, die ganz frĂŒh auf Wasserstoff gesetzt haben. Aber die waren eben ihrer Zeit noch weit voraus. Damals war es noch ein Nischenthema, aber es war absehbar, dass es mal ein großes Thema werden wĂŒrde. Wir versuchen immer, die Dinge sehr frĂŒh in Beobachtung zu nehmen und nicht erst dann, wenn sie auf den Titelseiten stehen. Ich glaube, mit Cashkurs*Trends, unserem Börsendienst fĂŒr Technologiefirmen, haben wir schon vor zehn Jahren darauf hingewiesen, aber es wird natĂŒrlich erst jetzt richtig spannend.

HZwei: Bei welcher Gelegenheit wurde Ihnen das Potential von Wasserstoff bewusst?

Das war eigentlich in dem Moment klar, wo deutlich wurde, dass wir mehr auf erneuerbare Energien setzen, und die Entscheidung fiel, wir gehen weg vom Öl – als dieses CO2-Thema so massiv aufgegriffen wurde, so vor fĂŒnf, sechs Jahren. Mir war klar, dass es jetzt mit den Erneuerbaren auch eine Speichertechnologie wird geben mĂŒssen, und die konnte nur im Wasserstoff liegen. Da war klar, dass jetzt auch zunehmend Schub im Wasserstoffsektor aufkommen wĂŒrde, wenngleich das natĂŒrlich ein so gewaltiges Thema ist, dass sich da die Spieler erst einmal positionieren und versuchen, so viel wie möglich unterm Radar zu machen, bevor das die große Welle macht.

HZwei: Und wodurch hat sich Ihnen in den vergangenen Monaten gezeigt, dass hier nicht nur ein neuer kurzfristiger Hype, sondern etwas Großes, etwas Bleibendes entsteht?

FĂŒr mich war das Thema sehr klar, als ich gesehen habe, wie heiß der politische Kampf um die Gasreserven weltweit gefĂŒhrt wird – siehe Katar. Öl hat keine Sau mehr interessiert in den letzten Jahren, um es mal böse zu sagen. Aber Erdgas war noch immer ein wichtiges Schlachtfeld. Es wird lange Zeit eine ganz, ganz große Rolle spielen, und Wasserstoff und Erdgas sind nun einmal ganz eng miteinander verwoben. Man wird Green Gas und Green Energy vornedran stellen, und mindestens noch bis 2050 – so meine EinschĂ€tzung – wird der Großteil des Wasserstoffs durch fossile Brennstoffzellen gewonnen und eben nicht durch die Erneuerbaren. Aber die sind natĂŒrlich das schöne Feigenblatt. Es wird sich zwar im Laufe der Jahrzehnte das Gewicht immer mehr zum grĂŒnen Wasserstoff verschieben, aber die Übergangstechnologie dorthin ist das Gas.


 Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des HZwei

Quellenangabe:

4 Kommentare

  1. Martin Czegle

    Ich habe bereits vor ĂŒber vierzig Jahren einen Fernsehbericht gesehen, in dem ein Mercedes mit Wasserstoffverbrennungsmotor gezeigt wurde.Dieser Motor funktionierte sehr gut.Es gab noch Probleme mit dem Wasserstofftank und sicherlich auch anderen Sachen,Man ging davon aus dass es noch zehn Jahre dauern wĂŒrde bis man die Serienreife erreicht hĂ€tte. Das wĂ€re dann also etwa vor dreisig Jahren der Fall gewesen. Was also ist seit dem passiert,dass dieser Motor heute immer noch nicht einsatzbreit ist.NatĂŒrlich mĂŒĂŸte der erforderliche Wasserstoff mit erneurbaren Energien aus Wasser erzeugt werden ,damit das Ganze einen Sinn ergibt. Es mĂŒĂŸten also viel mehr Offsore Windkraftanlagen errichtet werden um das realisieren zu können,

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  2. Joe Schmidt

    Ja, ja – der Börsenexperte mit den “fossilen Brennstoffzellen” …
    Der hat die letzten 10 Jahre sich so gut beraten, dass er mit H2-Aktien bestimmt MillionĂ€r geworden ist – oder etwa nicht?
    Ich frage mich, was solche Artikel hier in einem Fach-Blog verloren haben – außer dem Wunsch, die Stimmung etwas aufzuhĂŒbschen.
    Wasserstoff im FCHV-PKW ist praktisch tot – in Nutzfahrzeugen mehr als fraglich.
    Das Einsatzfeld ist eher stationÀre Verwendung /Industrierohstoff.

    Viel wichtiger wĂ€ren m.E.n. endlich seriöse Berechnungen und Ausblicke, wo und wie der EE-Strom fĂŒr den grĂŒnen Wasserstoff erzeugt werden soll. Denn fĂŒr die Elektrolyseure soll ja sauberer, grĂŒner Strom aus Windkraft und Sonne verwendet werden. Nur dass es die notwendigen EE-Anlagen nicht noch gibt …

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    • Arno A. Evers

      Es ist in der Tat erstaunlich bzw. zum Teil erschreckend,
      was es mit einem Mal alles fĂŒr selbsternannte “Wasserstoff-Expert*Innen” gibt.
      Und wo die ĂŒberall herkommen.
      Da fragt man sich, genau wie Frau:
      Wo bitte waren die eigentlich in den 1990er Jahren,
      und was haben die damals eigentlich gemacht bzw. geraten?
      Die “Problematik” war doch bereits damals bestens bekannt.

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  3. Arno A. Evers

    Jede/r blamiert sich, so gut er oder sie kann.
    Text-Auszug aus dem Interview
    mit einem der bekanntesten Börsenexperten in Deutschland Dirk MĂŒller:
    “…Man wird Green Gas und Green Energy vornedran stellen, und mindestens noch bis 2050
    – so meine EinschĂ€tzung – wird der Großteil des Wasserstoffs durch fossile Brennstoffzellen
    gewonnen und eben nicht durch die Erneuerbaren.
    Noch mal, bitte, Herr MĂŒller:
    “… wird der Großteil des Wasserstoffs durch fossile Brennstoffzellen gewonnen
    und eben nicht durch die Erneuerbaren…”
    Bitte mal ganz genau durchlesen, was uns die Experten da eigentlich raten.
    Danke

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