Renaissance der Methanol-BZ?

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Von Hydrogeit

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2. August 2021

Renaissance der Methanol-BZ?

E-Buggy mit Methanolbrennstoffzelle, © Dino Eisele
© Dino Eisele

In den 1990er-Jahren galt Methanol als erwĂ€genswerter Kraftstoff fĂŒr Brennstoffzellenfahrzeuge. Zur Jahrtausendwende verschwand diese im Vergleich zur reinen H2-Variante aufwĂ€ndigere Alternative allerdings fast gĂ€nzlich aus dem Fokus. Jetzt aber gibt es wieder Bestrebungen, Methanolbrennstoffzellen zur Marktreife zu bringen. So machte in den vergangenen Wochen Roland Gumpert, der Vater des Audi Quattro, mit seiner „Nathalie“ von sich reden (s. HZwei-Heft Apr. 2019).

Zahlreiche Medien griffen in diesem FrĂŒhjahr die Meldungen ĂŒber die Serientauglichkeit des von ihm entwickelten E-CoupĂ©s auf, das – seinen AusfĂŒhrungen zufolge – sogar bezahlbar sei soll. Anfang 2019 hatte der IngolstĂ€dter Ingenieur den nach seiner Tochter benannten Elektro-Sportwagen u. a. auf dem Genfer Automobilsalon gezeigt. ZunĂ€chst hieß es, erste Exemplare wĂŒrden von seiner Firma Gumpert Aiways Automobile GmbH Ende 2019 ausgeliefert – dann im Sommer 2020; anvisierter Preis: rund 400.000 Euro. Nach bisherigen Recherchen wurden bislang allerdings nur eine Handvoll Exemplare an Kunden ĂŒbergeben.

Auf seiner Homepage heißt es dennoch: „Get your Nathalie!“ Dort gibt es eine Kaufoption, fĂŒr deren Wahrnehmung eine Anzahlung von 5.000 Euro entrichtet werden muss – auch Leasing sei möglich, heißt es. Nach werbewirksamen VideobeitrĂ€gen Anfang dieses Jahres kam es jetzt jedoch zu Nachfragen und auch zu Kritik. Das Internetportal efahrer.com veröffentliche daraufhin Ende Mai 2021 eine Stellungnahme Gumperts. Darin heißt es: „Die Nathalie haben wir gebaut als ein Leuchtturmprojekt, sie ist ein Marketingtool. Das ist aber so ĂŒblich in der Automobilbranche, denn worum es ja geht, ist die Technik dahinter.“

Weniger medienwirksam, aber vielleicht handfester könnten sich die BemĂŒhungen der C&S GmbH gestalten, die mit ihrem CSE Morris ebenfalls auf ein Methanol-Wasser-Gemisch setzt. Der neuartige Buggy des Unternehmens fĂŒr Sonderfahrzeugbau schafft mit seinem Brennstoffzellen-Range-Extender 800 Kilometer ohne Pause. Bei dem umgerĂŒsteten Fahrzeug handelt es sich um einen elektrifizierten Mini Moke, der gemeinsam mit der Dualen Hochschule Baden-WĂŒrttemberg und dem bayerischen Brennstoffzellenhersteller Siqens entwickelt wurde.

Ausgestattet ist dieser elektrische GelĂ€ndewagen mit einem kobaltfreien Lithium-Eisenphosphat-Akku (20 kWh fĂŒr rund 140 km). Um die mögliche Fahrstrecke zu erhöhen, wurde zusĂ€tzlich ein Ecoport-800-Modul mitsamt eines 40-l-Tanks eingebaut, womit der Akku wieder aufgeladen werden kann. Somit können die VorzĂŒge eines flĂŒssigen Kraftstoffs (zĂŒgige Betankung, hohe Energiedichte) genutzt werden, wĂ€hrend die 800 Watt leistende Brennstoffzelle an Bord dann doch – nach der Reformierung des Methanol-Wasser-Gemisches – reinen Wasserstoff fĂŒr die Stromerzeugung nutzt.

Volker Harbusch, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Siqens GmbH, erklĂ€rte: „Die Kombination kleine Batterie und Brennstoffzelle als Range Extender eignet sich vor allem fĂŒr Nutzfahrzeuge, bei denen eine hohe Reichweite gefordert ist und die Batterie hĂ€ufig noch Energie fĂŒr Zusatzaggregate wie z. B. ein KĂŒhlaggregat liefern muss.“

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