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Beitrag von Sven Geitmann

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30. Juni 2015

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Finale HyFLEET:CUTE-Konferenz in Hamburg

27. November 2009 – Mit dem Jahreswechsel 2009/2010 ist das HyFLEET:CUTE-Projekt ausgelaufen. Zum Abschluss gab es am 17. und 18. November 2009 in Hamburg eine internationale Konferenz, auf der alle Ergebnisse dieses langjährigen Demonstrationsvorhabens vor knapp 200 Teilnehmern ausführlich dargeboten wurden. Das Resümee dieses bis dato umfangreichsten mit Wasserstofffahrzeugen durchgeführten Praxistests ist positiv, so dass laut über ein Nachfolgevorhaben nachgedacht und auch schon daran gearbeitet wird. Sobald eine Entscheidung seitens der Europäischen Kommission zu dem bereits eingereichten Förderantrag gibt, wird dazu Näheres verlautbart werden.
„Ursprünglich war der Einsatz der umweltfreundlichen Brennstoffzellenbusse im Rahmen des EU-Projektes CUTE (Clean Urban Transport for Europe) nur für zwei Jahre geplant. Inzwischen ist die Hamburger Flotte auch ohne Förderung täglich im Einsatz.“ Dieser Auszug aus einer Pressemeldung der Hamburger Hochbahn belegt, dass BZ-Busse technisch betrachtet in der Realität angekommen sind. Dr. Christian Mohrdieck, Direktor für Brennstoffzellenentwicklung bei der Daimler AG, sagte auf der Konferenz in seiner Begrüßungsrede: „Europa hat gezeigt, was es leisten kann, wenn es gemeinsam zusammenarbeitet.“

Erste Einblicke, in welche Richtung die künftige Politik des neuen Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Dr. Peter Ramsauer, gehen wird, vermittelte dessen parlamentarischer Staatssekretär Jan Mücke der versammelten H2- und BZ-Community. Mücke stellte klar, dass vom eingeschlagenen Weg „weg vom Öl“ nicht abgewichen werden soll. Als Ziel gab er vor: „Deutschland soll innerhalb von zehn Jahren zum Leitmarkt für Elektromobilität werden. […] 2050 sollte die Mehrheit der auf den Straßen verkehrenden Fahrzeuge ohne fossile Kraftstoffe fahren.“ Auch Nilgün Parker, Referatsleiterin am BMVBS, bestätigte gegenüber der HZwei-Redaktion, dass laufende Vorhaben im Bereich Wasserstoff und Brennstoffzellen sowie bei der Elektromobilität nicht in Frage gestellt würden, sondern eher noch draufgesattelt werden soll.

Die Projektkoordinatorin Monika Kentzler zeigte während der finalen Konferenz die komplette Bandbreite der gesammelten Erkenntnisse auf. Dabei hob sie beispielsweise die Buseinsätze 2006 im Shuttle-Betrieb während eines Formel-I-Rennens in Melbourne, Australien, sowie während der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin hervor sowie die Präsentation 2009 bei der Verleihung des SEE-Awards in Brüssel und die erstmalige Vorstellung des neuen Brennstoffzellenbusses während der UITP in Wien. Sie stellte darüber hinaus klar: „Auch die Entwicklung des neuen Citaro FuelCELL-Hybrid-Busses fand im Rahmen dieses Programms statt.“ Ganz besonders stolz zeigte sie sich angesichts der Tatsache, dass es während der gesamten Projektlaufzeit keinen einzigen Unfall gab.

Nicht ganz so erfolgreich verlief es bei den ebenfalls im Rahmen dieser Projekte untersuchten wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotoren. Wegen technischer Probleme mit der Kraftstoffeinspritzung zog MAN die zehn Testfahrzeuge mit Turboaufladung frühzeitig zurück und stellte kurz darauf auch seine Entwicklungsarbeiten an wasserstoffbetriebenen Bussen ein. Als einhellige Meinung kristallisierte sich daher während des Kongresses heraus, dass zum heutigen Zeitpunkt die Brennstoffzellentechnik im Bussegment klar besser dasteht als der H2-Hubkolbenmotor. Unabhängig von der Antriebsart wurde festgehalten, dass die Busse über einen hohen Komfort verfügten, zuverlässig im Betrieb und angenehm geräusch- sowie vibrationsarm waren.

Ein wichtiges Thema war auch die Frage nach dem, was im Anschluss an dieses Projekt kommen soll. Konkrete Aussagen dazu konnten zu dem Zeitpunkt allerdings weder von den Projektpartnern noch von den Vertretern der Europäischen Kommission gegeben werden. Ein Förderantrag für ein Folgevorhaben, bei dem insgesamt 28 Busse in fünf Städten getestet werden sollen, wurde zwar in Brüssel eingereicht, eine Entscheidung darüber lag zum Redaktionsschluss aber noch nicht vor. Fest steht allerdings, dass Daimler insgesamt 30+1 Citaro FuelCELL-Hybrid-Busse produzieren wird. Allein zehn davon werden bis 2016 in der Hansestadt unterwegs sein.

Diskutiert wurde zudem die Frage, ob es hinsichtlich einer Kommerzialisierung weiterhin bei der bereits bekannten „Ankündigungspolitik“ bleiben werde. Es wurde offen thematisiert, dass die viel versprechenden Ankündigungen der vergangenen 15 Jahre, die rückblickend betrachtet verfrüht waren, wenig vorteilhaft für die Branche waren und dadurch das Vertrauen etlicher potentieller Anwender gelitten hat. Darauf angemessene Antwortansätze zu finden gestaltete sich schwierig für die Podiumsteilnehmer. Handfeste Zusicherungen gab es nicht. Derzeit kursierten lediglich vage Zeitangaben wie „frühestens 2015“, „ab 2020“ oder auch „bis 2030“.

www.global-hydrogen-bus-platform.com

Kategorien: 2015-2017 | News
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