DWV fordert Förderung von „Power-to-Hydrogen“

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18. Februar 2014

DWV fordert Förderung von „Power-to-Hydrogen“

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Parl. StaatssekretÀrin Katherina Reiche


Zum Jahresauftakt haben der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V. (DWV) und die Clean Energy Partnership (CEP) gemeinsam einen parlamentarischen Abend in Berlin abgehalten. Rund 120 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Forschung waren dafĂŒr am 16. Januar 2014 in die französische Botschaft ins Zentrum Berlins gekommen, um zu erfahren, warum und wie Wasserstoff einen Beitrag zur Energiewende beisteuern kann und welche Rahmenbedingungen dafĂŒr notwendig sind.
Das Anliegen des DWV ist klar: Wasserstoff soll der Energiespeicher der Zukunft werden. Um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hatte der Verband zur Jahreswende den Begriff „Power-to-Hydrogen“ kreiert. Abgeleitet von der Bezeichnung „Power-to-Gas“, was recht allgemein die Umsetzung von nachhaltig erzeugtem Strom zu Wasserstoff- oder Methangas bezeichnet, soll der neue Begriff deutlich machen, dass Wasserstoff aus Verbandssicht das am besten geeignete Medium ist, um Ökostrom speichern zu können.
AnlĂ€sslich des parlamentarischen Abends gingen DWV und CEP allerdings noch einen Schritt weiter: Gemeinsam betonten sie, dass die Wasserstoff- und die Brennstoffzellentechnik eine „kosteneffiziente Umsetzung des Energiekonzepts der Bundesregierung ermöglichen“ können. Ihrer Meinung nach könnten diese Technologien zu einer finanziellen Entlastung der BĂŒrger sowie der Industrie beitragen. Ihre Forderung lautet daher, endlich ein Marktanreizprogramm fĂŒr Power-to-Hydrogen ins Leben zu rufen.
Der DWV-Vorsitzende Dr. Johannes Töpler sagte: „Wasserstoff, der mit erneuerbarem Strom erzeugt wurde, muss eine Sonderstellung bei der Anrechnung auf die Biokraftstoffquote einnehmen. Ebenso mĂŒssen die Wasserstofferzeugungsanlagen, so wie im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehen, von den Letztverbraucherabgaben befreit werden. Und schließlich muss das Nationale Innovationsprogramm Brennstoffzelle und Wasserstoff (NIP) im Sinne einer ganzheitlichen Energiestrategie fortgefĂŒhrt werden.“ (Details dazu: HZwei-Heft April 2014)
Die frisch gekĂŒrte parlamentarische StaatssekretĂ€rin beim Bundesminister fĂŒr Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Katherina Reiche stand erstmalig in ihrer neuen Rolle vor der H2- und BZ-Branche. Sie betonte in ihrer Rede, dass sie aus ihrer Arbeit im ehemaligen Bundesumweltministerium durchaus ĂŒber Erfahrungen im H2- und BZ-Sektor verfĂŒge und wusste sogleich zu berichten, dass der Franzose Rivaz 1807 das erste Wasserstoffauto baute: „25 ZĂŒndungen, alle per Hand, brachten ihn einige hundert Meter weit.“ Bezug nehmend auf die vom DWV erhobenen Forderungen erklĂ€rte sie: „Mit Blick auf die Versorgungssicherheit und auf den Klimaschutz ist fĂŒr jeden einsichtig, dass wir Alternativen zu den herkömmlichen Kraftstoffen entwickeln und markttauglich machen mĂŒssen. Hierzu ist es notwendig, Forschung und Entwicklung sowie die Marktaktivierung alternativer Antriebe zu unterstĂŒtzen und zu fördern. […] Wasserstoff ist so eine echte Alternative zum Erdöl.“
Im weiteren Verlauf ihrer Rede sprach die gelernte Chemikerin direkt die anwesenden Industrievertreter an und lobte ihr bisheriges Engagement: „Deutschland hat im internationalen Vergleich eine hervorragende Position erarbeitet.“ Sie stellte zudem klar, dass das BMVI die Industrie bei Ihren AktivitĂ€ten weiter unterstĂŒtzen werde und erklĂ€rte: „FĂŒr die Bundesregierung stehen die Förderung der batteriebetriebenen ElektromobilitĂ€t und die Förderung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ganz oben auf der Agenda.“ Abschließend sagte Reiche: „Das BMVI bleibt ein verlĂ€sslicher Partner fĂŒr Wirtschaft und Wissenschaft.“
Der CEP-Vorsitzende Patrick Schnell zeigte daraufhin in einem kurzen Durchlauf die Entwicklung im Bereich der H2- und BZ-Technologie der vergangenen Jahre auf und erinnerte an den Sprung von der 350- auf die 700-bar-Technik. Hierbei rĂ€umte er ein, dass „wir den etwas unterschĂ€tzt haben“. Er appellierte deswegen an die Bundesregierung, die UnterstĂŒtzung weiterzufĂŒhren und sprach die anwesenden Abgeordneten an: „Sie haben es in der Hand!“ Auch Töpler appellierte abschließende nochmals an die Politik: „Wer die Energiewende will, kommt an der Nutzung von Wasserstoff nicht vorbei. Energiespeicherung und Wasserstoff gehören deshalb auf die politische Agenda fĂŒr die Energiewende.“
Im weiteren Verlauf diskutierten Vertreter aus der Politik mit Vertretern der Industrie auf dem Podium. Auch hier machten die Wirtschaftsleute deutlich, dass die WeiterfĂŒhrung des Nationalen Innovationsprogramms fĂŒr Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) quasi ohne Alternative ist. Hans-Christian GĂŒtzkow, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Total Deutschland, erklĂ€rte: „Wir mĂŒssen das Programm fortschreiben. Da gehört ein Commitment von Wirtschaft, Politik, VerbĂ€nden und Gesellschaft dazu. Wir brauchen ein klares Programm, um die nĂ€chsten zehn Jahre planen zu können.“ Annegret Agricola von der Deutschen Energie-Agentur (dena) kritisierte, dass Strom fĂŒr Elektrolyseure immer noch mit der Letztverbrauchersteuer belegt sei und wĂŒnschte sich hier sehnlich eine Überarbeitung. Dr. Nina Scheer von der SPD zeigte sich zwar grundlegend gesprĂ€chsbereit, wollte aber angesichts der aktuellen kontrovers gefĂŒhrten Debatte um EEG-Umlagebefreiungen keine Versprechen machen.

Quellenangabe:
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7 Kommentare

  1. Johannes Rieger

    Da in der LOHC-Technologie ein großes Potenzial zu stecken scheint, sollte darĂŒber viel diskutiert werden!
    Ich bin auch LOHC- “VisionĂ€r” und habe deshalb auch eine Seite mit Forum zum Thema LOHC online gestellt. Ich freue mich ĂŒber neue Mitglieder und interessante Diskussionen!
    GrĂŒĂŸe, Johannes Rieger
    http://www.lohc.org

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  2. Hydrogeit

    Hallo Herr Behrendwaldt,
    das LOHC-Verfahren ist sowohl dem DWV als auch dem BMVI bekannt, aber zumindest der DWV hÀlt davon nichts, wenn es um das Thema Brennstoffzellenfahrzeuge geht.
    Gruß, Geitmann

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    • Achim Behrenwaldt

      Wie begrĂŒndet man das ? Es könnte ja sein, dass man das Verfahren gar nicht richtig verstanden hat und die HintergrĂŒnde sowie Testergebnisse aus den USA noch gar nicht kennt ! Das sollte man hinterfragen, denn hierbei handelt es sich um eine fundamentale Richtungsentscheidung !!

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      • Johannes Töpler

        Das liegt an den thermodynamischen Bedingungen im Auto. Bei der Brennstoffzelle gibt es gar nicht genug AbwĂ€rme auf dem nötigen Temperaturniveau, um den Wasserstoff freizusetzen – vom Klatstart ganz zu schweigen.
        Ich kann das gerne im Detail bei der Hannover Messe erlÀutern. Ich werde vom 7.4.-10.4. auf dem DWV-Stand sein.

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        • Heiko Schumann

          Der Hinweis darauf, dass zur Freisetzung des Wasserstoff aus dem LOHC mehr Energie benötigt wird, als die Brennstoffzelle als AbwÀrme produziert, ist ein alter Hut. Immerhin wird ja die gleiche Energie bei der Speicherung von Wasserstoff in das LOHC freigesetzt. Die bislang veröffentlichten Berechnungen gehen deshalb von einem WÀrmebedarf aus, der etwa 15% der gespeicherten Wasserstoffmenge benötigt.
          Durch verbesserte LOHC können derzeit je 1000l bis zu 60kg H2 gespeichert werden.
          Das entspricht einer KapazitĂ€t von 6kg je 100l – eine TankgrĂ¶ĂŸe die in jeden PKW eingebaut werden kann. AbzĂŒglich der 15% WĂ€rmedarf bleiben immer noch ĂŒber 5kg H2 fĂŒr die Brennstoffzelle ĂŒbrig. Das ist deutlich mehr, als aktuelle Hochdrucktanks mit 700bar bieten.
          Allerdings ist der Katalysator, der fĂŒr die Freisetzung des H2 aus dem LOHC benötigt wird, noch sehr groß. Aus diesem Grund wird in einem aktuellen Projekt zunĂ€chst ein Fernverkehrs-LKW mit Brennstoffzelle und LOHC ausgestattet. Der vorhandene Speicher von ĂŒber 1000l LOHC ermöglicht so einen rein elektrischen Betrieb mit Reichweiten, die der von Diesel-LKW nicht nachsteht.

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  3. Achim Behrenwaldt

    Ich vermisse die ErwĂ€hnung des LOHC-Verfahrens, das den Wasserstoff fast so einfach handhabbar macht wie FlĂŒssiggas. Damit wĂŒrde die Akzeptanz von H2 und BZ-Autos schlagartig steigen, weil man keine Hochdrucktanks mehr braucht und die Umstellung von Tankstellen viel einfacher und billger wĂ€re ! Ist das dem DWV und dem BMVI nicht bekannt oder hĂ€lt man da nichts davon ?

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