Hzwei Blogbeitrag

Beitrag von Sven Geitmann



15. Februar 2013



Titelbild:


Bildquelle:



Gasnetz wird zum Ökostrom-Speicher

Werner Diwald Enertrag 229x300

Werner Diwald, Vorstand bei Enertrag


Das deutsche Gasnetz misst über 450.000 Kilometer und kann enorme Energiemengen in Form von Erdgas speichern. Da Gas kompressibel ist, können Schwankungen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Verbraucherseite problemlos aufgefangen werden. Eine 900-Millimeter-Gasleitung kann so viel Energie transportieren wie sechs Hochspannungsleitungen. Wasserstoff kann dem Erdgas im einstelligen Prozentbereich beigemengt werden, ohne dass dies negative Auswirkungen auf die Gasqualität oder die technischen Geräte hat. Einige Gasnetzbetreiber sind aber trotzdem nicht sonderlich begeistert von dieser Einspeisungsoption. So sprach sich beispielsweise Ontrans im Rahmen des Netzentwicklungsplans Gas 2012 gegen die Wasserstoffbeimischung aus. Das Gasunternehmen favorisiert vielmehr die Methanisierung als den kosteneffizienteren Weg, wenn es um die Umwandlung von Ökostrom in Gas im großen Stil gehe. Werner Diwald, Vorstand der Enertrag AG, zeigte sich trotzdem zuversichtlich, dass eine Wasserstoffeinspeisung ins Ontrans-Netz realisierbar sei. Ursprünglich sei am Enertrag-Standort in Prenzlau zwar „nur“ die Einspeisung in die betriebsinterne Gasleitung vorgesehen gewesen. Gegenüber HZwei erklärte Diwald aber Ende Oktober 2012: „Anfang des Jahres haben wir beschlossen, das Projekt um eine Einspeiseanlage in das Erdgasnetz zu erweitern. Die Planungen sind weit vorangeschritten und wir stehen kurz vor der Realisierung. Da wir aber kurz vor dem Winter stehen, werden wir die Realisierung wohl in das Frühjahr 2013 verlegen.“

2 Kommentare

  1. Achim Behrenwaldt

    NatĂŒrlich wĂ€re es ideal, wenn man das Gasnetz auf 100 % Wasserstoff umstellen könnte, denn dann könnte jeder Haushalt seinen Strom plus WĂ€rme mit Brennstoffzellen selbst produzieren, was bis zu 50 % Energie, CO2 und Kosten sowie gewaltige Investitionen in neue Kraftwerke, Leitungen und Pumpspeicher sparen wĂŒrde, aber das wird wohl ein Traum bleiben, denn erstens gibt es nicht genĂŒgend Wasserstoff und zweitens wird das die mĂ€chtige Erdgas-Lobby zu verhindern wissen (wie bisher). Vielleicht schafft man ja irgendwo ein Pilotprojekt, um das vorfĂŒhren zu können !?

    Antworten
  2. Arno A. Evers

    Was bitte hat das mit dem Winter zu tun?
    Und wie lĂ€uft es inzwischen mit der Versorgung der Berliner HÂČ Tankstellen
    durch den von Enertrag elektrolysiertem Wasserstoff?

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

preloader