CHIC – Neues groß angelegtes Brennstoffzellenbusprojekt

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3. MĂ€rz 2011

CHIC – Neues groß angelegtes Brennstoffzellenbusprojekt

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung durch Heinrich Klingenberg, hySOLUTIONS„Wir bringen mit 26 Partnern 26 Brennstoffzellenbusse auf den Weg und werden mit 26 Millionen Euro gefördert.“ Mit diesen Worten startete die Koordinatorin Monika Kentzler das neue CHIC-Projekt. CHIC steht fĂŒr Clean Hydrogen in European Cities und bezeichnet das europĂ€ische Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Busprojekt, das Ende 2010 auf den Weg gebracht wurde. Zu dem Kick-off-Meeting, das von der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff der Energieagentur NRW und HyCologne veranstaltet wurde, waren rund 60 Experten aus dem In- und Ausland erschienen.
Das neue H2BZ-Busprojekt verfĂŒgt ĂŒber eine Laufzeit von sechs Jahren. In den fĂŒnf beteiligten StĂ€dten (Aargau/Schweiz, Bozen/Italien, London/Großbritannien, Mailand/Italien und Oslo/Norwegen) werden ab 2011 Schritt fĂŒr Schritt insgesamt 26 Wasserstoff-Hybridbusse der neuesten Generation in Betrieb genommen und im Linienverkehr eingesetzt werden. Jede Stadt wird eine Busflotte aus drei bis acht Brennstoffzellenbussen betreiben (Aargau 5, Bozen 5, London 8, Mailand 3, Oslo 5). Die Fahrzeuge dafĂŒr kommen von Mercedes-Benz, Wright und Van Hool. Insgesamt sind 26 Projektpartner aus neun LĂ€ndern eingebunden, die sich aus Vertretern der Industrie, kleinen und mittelstĂ€ndischen Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen zusammensetzen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 81,8 Mio. Euro und werden mit 26 Mio. Euro von der EuropĂ€ischen Union gefördert.
CHIC ist Teil der EuropĂ€ischen Technologieinitiative (JTI) und baut auf den Erfolgen und Ergebnissen der VorgĂ€ngerprojekte CUTE/ECTOS (2001 bis 2005) und HyFLEET:CUTE (2006 bis 2009) auf. Anders als in diesen Programmen bindet CHIC jedoch von Anfang an auch die Erfahrungen anderer Wasserstoff-Busprojekte mit ein. Das erklĂ€rte Ziel ist, den Erfahrungsschatz aus allen Projekten frĂŒhzeitig zusammenzufĂŒhren und einen breiten Wissenstransfer sicherzustellen. Die auf diese Weise assoziierten Busprojekte erhalten allerdings keine Förderung aus dem CHIC-Topf. Um eine Differenzierung innerhalb des Projekts zu ermöglichen sowie eine klare Abgrenzung der geförderten von den assoziierten Teilen zu ermöglichen, wurde das CHIC-Projekt in drei Phasen unterteilt. Diese drei Phasen sind zeitlich gestaffelt und spannen den Bogen von den AktivitĂ€ten aus der Vergangenheit ĂŒber die Gegenwart bis in die Zukunft.
In die Phase 0 sind die bereits in den vergangenen Jahren gestarteten Projekte in Berlin, Hamburg, Köln und Whistler/Kanada eingeordnet. Die Erkenntnisse und Projektdaten aus diesen Flottenbetrieben mit insgesamt 37 Wasserstoffbussen (Brennstoffzellenantrieb und Verbrennungsmotoren) fließen in das CHIC-Projekt ein. Damit wird eine breitere Datenbasis fĂŒr die Auswertung des CHIC-Projekts geschaffen, um somit das Erreichen der Projektziele von JTI und EU zu beschleunigen.
In Phase 1 kommen ab 2011 insgesamt 26 neue Brennstoffzellenbusse in den fĂŒnf genannten StĂ€dten zum Einsatz. Pro Standort werden dazu je zwei neue Wasserstofftankstellen installiert. Die Anforderungen an die LeistungsfĂ€higkeit und den Verbrauch der Busse wurden gegenĂŒber der vorherigen Fahrzeuggeneration deutlich erhöht. Die Lebensdauer fĂŒr den Brennstoffzellenantrieb liegt jetzt bei mindestens 6.000 Stunden (in HyFLEET:CUTE waren es noch 2.000 Stunden). Der Durchschnittsverbrauch der Busse soll auf unter 13 Kilogramm pro 100 Kilometer sinken (in HyFLEET:CUTE waren es noch ĂŒber 20 kg/100 km). Auch bei der im Projekt aufzubauenden H2-Infrastruktur wurde die Meßlatte deutlich angehoben. Jede Tankstelle, die im Rahmen des Projektes neu installiert wird, soll in der Lage sein, pro Tag 200 Kilogramm Wasserstoff abzugeben. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist, dass die neuen Tankstellen in der Betriebszeit der Busse zu 98 % verfĂŒgbar sein sollen. DarĂŒber hinaus ist man bestrebt, den grĂ¶ĂŸten Teil des im Projekt verwendeten Wasserstoffs aus erneuerbaren Energien zu erzeugen.
In Phase 2, die ab 2012 beginnt, sollen weitere 14 europĂ€ische StĂ€dte und Regionen Teil des CHIC-Projekts werden. Diese StĂ€dte und Regionen erhalten ab sofort Informationen aus dem laufenden Vorhaben. Damit sollen diese Partner, die noch ĂŒber keinerlei Erfahrungen mit wasserstoffbetriebenen Bussen verfĂŒgen, frĂŒhzeitig in die Lage versetzt werden, Brennstoffzellenbusse und die dafĂŒr notwendige H2-Infrstruktur in ihre zukĂŒnftigen Busflotten zu integrieren. Bei diesem Vorhaben werden die beteiligten StĂ€dte und Regionen durch die auf europĂ€ischer Ebene agierende StĂ€dte- und Regionen-Partnerschaft HyRAMP begleitet.
Phasen- und projektĂŒbergreifend werden verschiedene wissenschaftliche Fragestellungen zu den Themenbereichen Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit und Gesellschaft untersucht und in entsprechenden Studien ausgewertet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Akzeptanz der H2BZ-Technologie in den Kommunen sowie die Einbindung von erneuerbaren Energien in die Wasserstofferzeugung.
Autorin: Alexandra Huss, akombe
Foto: M. Corneille

Quellenangabe:

Wasserstoff ist ein Megatrend

Das Thema Wasserstoff hat es in den vergangenen Jahren aus der Nische auf die große politische BĂŒhne geschafft. Nicht nur in...

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