Nikola Motors – Shortseller bestimmen den Börsenkurs

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30. Dezember 2022

Nikola Motors – Shortseller bestimmen den Börsenkurs

Nikola hat seine Ziele fĂŒr das Jahr 2022 gesenkt: Statt 300 bis 500 batterieelektrische Lkw 2022 werden es nun 120 bis 170 Einheiten im vierten Quartal, so dass die Gesamtmenge weit unter 300 liegen wird. Der Grund: Nikola will die Produktion verlangsamen, um die Kostenstruktur des Unternehmens besser auszuloten. Die Reduzierung der Belegschaft im batterieelektrischen Bereich um bis zu sieben Prozent ist so nicht erwartet worden, wird aber auch wieder eine Wende sehen, wenn 2023/24 die KapazitĂ€ten bei 20.000 Einheiten auf Jahresbasis erreicht sind und mancher Neuauftrag vorliegt.

Die erfolgte Übernahme von Romeo Power wird in der Integrationsphase Geld kosten, bis sich die Kostensenkungspotentiale richtig auswirken. Nichts anderes habe ich erwartet, da man diese neue Tochter und ihre Produktionslinien erst einmal integrieren muss, bevor hieraus sehr positive Wirkungen – wir sprechen von Kostensenkungspotentialen von bis zu 90 Prozent – zu sehen sind.

Zukunft liegt beim FCEV-Tre

UnverĂ€ndert sind die PlĂ€ne fĂŒr die Produktion des wasserstoffbetriebenen FCEV-Tre, der ab der zweiten JahreshĂ€lfte 2023 in die Produktion gehen wird. Testreihen laufen bereits, sowohl mit dem batterie- als auch mit dem wasserstoffbetriebenen Modell, mit Unternehmen wie Anheuser-Busch und Walmart – bei letzterem hat Nikola fĂŒr 16,5 Mio. US-$ Land in der NĂ€he gekauft, um eine Wasserstoffinfrastruktur zu installieren. Vision: Hier kommen AuftrĂ€ge, warum sonst diese NĂ€he?

Beeindruckend, wie sich Nikola Motors auf der IAA Transportation zusammen mit Iveco prÀsentiert hat. Das nordamerikanische Unternehmen ist der Konkurrenz weit voraus, immerhin erfolgen die Auslieferungen dann in der zweiten HÀlfte 2023, wÀhrend viele Wettbewerber hier noch ein paar Jahre brauchen.

Abb.: Nikola-Chef Michael Lohscheller prÀsentierte den FCEV-Tre voller Stolz auf der IAA Transportation

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LiquiditÀt ist vorhanden, muss aber erhöht werden

Bislang hat Nikola Motors den Aufbau der ProduktionsstĂ€tte in Arizona wie auch das Invest in den Themenkomplex Wasserstoff (Produktionsanlagen, H2-Tankstellen) vor allem mit Eigenkapital finanziert – durch die Ausgabe von Aktien. Der Eigenkapitalstand per 30. September 2022 betrug 403,8 Mio. US-$ sowie eine Finanzierungszusage ĂŒber 312,5 Mio. US-$ des Wagnisfinanziers Tumin, die via Ausgabe weiterer Aktien eingelöst werden kann. Letzteres ist aber bei den aktuell sehr niedrigen Aktienkursen wenig sinnvoll.

Das laufende ATM-Programm (Verkauf/Platzierung ĂŒber die Börse) in Höhe von 400 Mio. US-$ ist bereits mit circa 100 Mio. US-$ genutzt worden. Hier ist jedoch problematisch, dass man nirgends von einem Minimumpreis pro Aktie spricht und somit Citicorp als beauftragte Bank zu „jedem“ Kurs Aktien am Markt unterbringen kann. FĂŒr die Shortseller – es sind bereits ĂŒber 100 Mio. Aktien leer verkauft (31.10.22) – ist dies natĂŒrlich eine Steilvorlage, da der Eindruck vermittelt wird, Nikola wĂŒrde zu jedem Kurs Aktien verĂ€ußern wollen, ohne die VerwĂ€sserungseffekte zu berĂŒcksichtigen.

Der Aufbau der notwendigen Infrastruktur fĂŒr Wasserstoff ist im Gange: 50 bis 60 H2-Tankstellen sollen bis Ende 2026 von dem Unternehmen betrieben werden. Damit setzt Nikola Akzente, zumal davon auszugehen ist, dass nicht nur eigene BZ-Lkw dort zum Tanken hinfahren werden, sondern perspektivisch auch die wasserstoffbetriebenen Lkw von Wettbewerbern. Nikola muss nur sicherstellen, dass es den Wasserstoff in der richtigen Menge und zum richtigen Kurs verfĂŒgbar hĂ€lt und diesen nach Möglichkeit selbst produziert.

Vor allem mit dem Consumable Wasserstoff will Nikola Geld verdienen. Man spricht gar von einer angepeilten Menge von 300 Tonnen H2 am Tag 2026, was allein schon einem Umsatz von ĂŒber 300 Mio. US-$ entsprechen könnte. 2022 soll die Produktionsmenge von Wasserstoff bei 30 Tonnen/Tag liegen und dann 2024 auf 150 Tonnen/Tag steigen. Mit KeyState Natural Gas wurde kĂŒrzlich ein Abkommen ĂŒber die Lieferung von 100 Tonnen/Tag ab 2026 vereinbart. 2.500 Nikola Tre-FCEV können damit tĂ€glich betankt werden.

Nikola rĂŒckt Walmart „auf die Pelle“

FĂŒr 16,5 Mio. US-$ hat Nikola kĂŒrzlich eine LandflĂ€che in Buckeye in Arizona erworben. Genannt wird diese Immobilie „Phoenix Hydrogen Hub LLC“, was unschwer erkennen lĂ€sst, dass dort Wasserstoff produziert oder via Tankstelle verfĂŒgbar gemacht werden wird und eventuell auch ein Servicecenter fĂŒr FCEV-Lkw entsteht. Der Clou daran ist, dass Walmart genau dort ein sehr großes Logistikzentrum (Walmart beschĂ€ftigt allein 12.000 Lkw-Fahrer und besitzt ĂŒber 80.000 Trailer) hat. Die NĂ€he zu Walmart lĂ€sst die Vermutung zu, dass Walmart ein großer KĂ€ufer von wasserstoffbetriebenen Trucks werden könnte: Die Entfernung des von Nikola erworbenen GelĂ€ndes zu Walmart betrĂ€gt gerade mal 20 Meilen, die in gut 20 Minuten Fahrzeit erreicht werden können. Guess why?

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Quellenangabe:
JCB erreicht H2-Meilenstein

JCB erreicht H2-Meilenstein

Der britische Land- und Baumaschinenhersteller JCB hat im MĂ€rz 2023 die Produktion seines fĂŒnfzigsten H2-Verbrennungsmotors...

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