Direkt an der Grenze zu Deutschland startet das nÀchste polnische H2-Valley durch

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19. Dezember 2022

Direkt an der Grenze zu Deutschland startet das nÀchste polnische H2-Valley durch

Am 28. November 2022 haben verschiedene Akteure ein Memorandum zur GrĂŒndung einer polnischen Wasserstoffförderregion unterzeichnet. Dies betrifft das Gebiet Westpommern (Woiwodschaft Pomorze Zachodnie), das im Nordosten direkt an Deutschland angrenzt. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Gewinnung von Wasserstoff mithilfe von Offshore-Windkraft, die entlang der polnischen OstseekĂŒste in den nĂ€chsten Jahren eine Gesamtleistung von 13 GW erreichen soll. Nach Aussage des Regierungsbeauftragten fĂŒr erneuerbare Energiequellen Ireneusz Zyska spielt hierbei die Industrie und damit die Grupa Azoty mit ihrem Betrieb in Police eine wichtige Rolle.

Das ganz im Nordwesten Polens gelegene Stettin (Szczecin) hat nur selten die volle Aufmerksamkeit polnischer Politik. Das zentral ausgerichtete Nachbarland Deutschlands kennt keine föderalen Strukturen, wie sie in Deutschland ĂŒblich sind. Es gibt zwar eine administrative Einteilung in insgesamt 16 Woiwodschaften, diese sind aber keine autonomen EntscheidungstrĂ€ger, wie die BundeslĂ€nder in Deutschland. In der polnischen Wasserstoffpolitik zeichnet sich aber ein interessantes Muster ab, in dem die Woiwodschaften eine nicht unerhebliche Rolle spielen: Es gibt bereits eine Reihe von polnischen Wasserstoffförderregionen, die in Polen mit dem Begriff H2-Valley bezeichnet werden und sich geografisch mit den Woiwodschaften decken. ErgĂ€nzend gibt es beispielsweise noch das H2-Valley von Usedom und Wollin, das sich kleinrĂ€umig auf die Anforderungen der maritimen Wasserstoffwirtschaft spezialisiert hat.

Ein Beispiel einer Förderregion, das sich mit einer administrativen Verwaltungseinheit deckt, ist die Podkarpacka Dolina Wodorowa im SĂŒdosten Polens. Dort liegt der Schwerpunkt auf der Produktion von grĂŒnem Wasserstoff. Typischerweise vereinen diese Förderregionen privatwirtschaftliche Unternehmen, Hochschulen und Betriebe mit einem hohen Anteil an staatlicher Beteiligung, die sich zu einem Netzwerk zusammengefunden haben. Die Valleys stehen auch auslĂ€ndischen Unternehmen offen gegenĂŒber. So hat HZwei erfahren, dass der TÜV-SĂŒd demnĂ€chst als Mitglied der oberschlesischen und kleinpolnischen Förderregion aufgenommen werden soll.

Je nach Woiwodschaft werden hierbei unterschiedliche Entwicklungsschwerpunkte gesetzt. WĂ€hrend sich der SĂŒdosten auf den grĂŒĂŸen Wasserstoff konzentriert, versucht die Dolnoƛląska Dolina Wodorowa in Niederschlesien verstĂ€rkt die großen Industrieunternehmen wie z.B. den polnischen Chemieriesen Grupa Azoty in die polnische Wasserstoffwirtschaft einzubinden. Dazu sagte der Vorstandsvorsitzende der Grupa Azoty ZAK PaweƂ StaƄczyk: „Wir bereiten die Einrichtung eines Wasserstoffanalyselabors vor. Wir haben bereits bestimmte GerĂ€te gekauft und PlĂ€ne fĂŒr die Erweiterung eines Teils der Anlage ausgearbeitet. Derzeit gibt es in Polen nicht viele Labors, die alle erforderlichen Parameter von Wasserstoff als Kraftstoff fĂŒr die Automobilindustrie umfassend analysieren, daher wollen wir diese Nische ausbauen. Ich bin ĂŒberzeugt, dass unsere bisherigen Erfahrungen im Bereich der Wasserstofftechnologie und unsere Fachkompetenz in der chemischen Analytik einen wertvollen Beitrag zur Schaffung der niederschlesischen H2-Valleys leisten werden.“

Die polnische Klimaministerin Anna Moskwa, die in Szczecin zugegen war, betonte, dass es in dem Gebiet Westpommern bereits gute AnsĂ€tze zur Etablierung einer Wasserstoffwirtschaft gibt und das H2-Valley diese Entwicklungen noch weiter verstĂ€rken wird. Trotz guter Bedingungen machte die Ministerin auch darauf aufmerksam, dass Westpommern in einigen Bereichen zusĂ€tzlich unterstĂŒtzt werden mĂŒsse. Sie erklĂ€rte: „Die Region Westpommern ist eine Region, die fĂŒr den Erfolg in der Wasserstoffproduktion prĂ€destiniert ist. Der Erfolg des H2-Valleys hĂ€ngt jedoch auch von der Zusammenarbeit und der Vorbereitung zahlreicher Wasserstoffprojekte ab. Mit Blick auf die energetische Transformation, in der wir uns befinden, sollten wir keine Angst vor technologischen und finanziellen Herausforderungen haben, da es hier oft um wichtige Investitionen in Humanressourcen geht. DafĂŒr ist eine gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung, den UniversitĂ€ten, dem wissenschaftlichen Sektor oder der Industrie erforderlich.“

Autorin: Aleksandra Fedorska

Quellenangabe:

Wasserstoff ist ein Megatrend

Das Thema Wasserstoff hat es in den vergangenen Jahren aus der Nische auf die große politische BĂŒhne geschafft. Nicht nur in...

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