Nikola Motors profitiert vom Inflation Reduction Act

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17. August 2022

Nikola Motors profitiert vom Inflation Reduction Act

Nikola Motors hat personelle VerĂ€nderungen bekannt gegeben: Der bisherige Vorstandschef Mark Russell geht in den Ruhestand. Aufsichtsratschef Michael Lohscheller wird stattdessen zum neuen Vorstandsvorsitzenden – geplant zum 1. Januar 2023. Russell bleibt dem US-amerikanischen Unternehmen allerdings als Mitglied des Aufsichtsrats erhalten.

Mark Russell, der selbst 9,6 Prozent an Nikola hĂ€lt (wertmĂ€ssig ĂŒber 300 Mio. US-$), hatte das Unternehmen aus schwierigem Fahrwasser herausgeholt. Mit Lohscheller – er sanierte Opel (s. Lohscheller geht zu Nikola) – und Steve Girsky, ehemals Vorstandschef von GM Europe, sind nun zwei Top-Manager bei Nikola am Ruder. Girsky ist Vorsitzender des Nikola-Aufsichtsrates. Gemeinsam sollen sie nach den Turbulenzen rund um den FirmengrĂŒnder Trevor Milton fĂŒr eine bessere Reputation sorgen.

Zahlen des zweiten Quartals

Diverse TestlĂ€ufe des batterieelektrischen TRE BEV laufen erfolgreich mit TTSI, Tiyaji Brothers (fĂŒr den Kunden Anheuser-Busch), Univar, Road One (fĂŒr IKEA), Covenant fĂŒr Walmart. 94 Prozent Auslastung sprechen fĂŒr sich. 15 TRE BEV wurden im zweiten Quartal produziert, 48 ausgeliefert. Der Verlust im Quartal liegt bei 173 Mio. US-$, also bei einem Minus von 0,41/Aktie (GAAP) und minus 0,25 US-$ (non-GAAP). Darin enthalten sind Rechtskosten im Zusammenhang mit dem FirmengrĂŒnder Trevor Milton in Höhe von 13 Mio. US-$ sowie Stock-Compensation in Höhe von 54,8 Mio. US-$. Auch stark erhöhte Frachtkosten von ĂŒber 13 Mio. US-$ fließen hier rein. Die Kasse ist mit 529,2 Mio. US-$ Barmitteln am Ende des zweiten Quartals noch gut gefĂŒllt.

Im zweiten Quartal wurden sechs Beta-Versionen des TRE FCEV (wasserstoffbetriebene Lkw) fĂŒr Testzwecke unter anderem an Anheuser Busch ausgeliefert. Bis es hier jedoch richtig losgehen kann, muss die Infrastruktur fĂŒr die H2-Tankstellen auf den Weg gebracht werden. Eine Installation dauert – nicht nur wegen des Genehmigungsverfahrens – ĂŒber ein Jahr. Aktuell hat Nikola drei H2-Tankstellen in Kalifornien in Arbeit, die im vierten Quartal 2023 operativ tĂ€tig sein sollen.

Die Fabrik in Coolidge wird Ende des ersten Quartals 2023 eine KapazitÀt von 20.000 Lkw aufweisen (batterieelektrische und wasserstoffbetriebene). 2024 sollen es dann 45.000 Einheiten sein.

Übernahme von Romeo Power

Die Übernahme des Batterieherstellers und Zulieferers Romeo Power fĂŒr 144 Mio. US-$ in Aktien macht viel Sinn: Nikola zahlt circa neun Prozent des Wertes, den Romeo mal an der Börse Wert war. Interessant ist die Kommentierung: Romeo, gegrĂŒndet von ehemaligen SpaceX- und Tesla-Top-Talenten, soll das Potential haben, die jĂ€hrlichen Kosten fĂŒr Batterien um 350 Mio. US-$ „pro Jahr“ bis 2026 senken zu können.

Nikola plant, zweigleisig bei Batterien zu fahren, da Romeo mit seinem Produktionsstandort in den USA diesen Markt bedienen, wĂ€hrend Proterra eher fĂŒr den europĂ€ischen Markt bei Nikola zum Einsatz kommen soll. Geschickter Schachzug. Damit wird Nikola unabhĂ€ngiger.

Inflation Reduction Act

Der neue Klimapakt der Biden-Regierung schafft steuerliche Anreize, die bis zu 3 US-$ pro Kilogramm Wasserstoff betragen. In Kalifornien gibt es dazu noch weitere 3 US-$ Zuschuss. Nikola plant, Wasserstoff fĂŒr 3 US-$ pro kg produzieren zu können. Zudem gibt es ZuschĂŒsse fĂŒr die Produktionsanlagen ebenso wie fĂŒr die Lkw (40.000 US-$/Einheit – amerikaweit). Bislang hatten das nur einzelne Bundesstaaten wie Kalifornien und New York mit bis zu 185.000 US-$/Einheit gemacht.

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