GrĂŒnes H2 verringert CO2-Fußabdruck in Raffinerien

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20. Mai 2022

GrĂŒnes H2 verringert CO2-Fußabdruck in Raffinerien

Luftaufnahme des Raffinerie-Standorts in Hemmingstedt, © Raffinerie Heide
© Raffinerie Heide

Der Trend geht in eine klare Richtung: Auch Raffinieren mĂŒssen schnell grĂŒner werden – neuerdings auch, um russisches Erdgas und -öl einzusparen. Immerhin sind Raffinerien hierzulande fĂŒr rund ein FĂŒnftel der CO2-Emissionen des Industriesektors verantwortlich. GrĂŒner Wasserstoff kann in existierende Produktionsprozesse integriert werden. Diesen Umstieg vollziehen derzeit mehrere Raffinerien.

Schon heute kommen 30 Prozent der deutschen H2-Nachfrage aus der nordrhein-westfĂ€lischen Industrie. In Wesseling bei Köln startete vor kurzem eine Elektrolyseanlage mit 10 MW Leistung ihren Betrieb. Neudeutsch heißt die Rheinland Raffinerie nun „Energy and Chemicals Park Rheinland“. Pro Jahr werden hier kĂŒnftig bis zu 1.300 Tonnen grĂŒnen Wasserstoffs produziert. Und der Bedarf wird noch wachsen: SchĂ€tzungen der NRW-Landesregierung gehen davon aus, dass sich die Nachfrage bis 2030 verdoppeln wird.

Bereits heute plant Shell den Bau von REFHYNE II, einer 100-MW-Elektrolyse-Anlage (s. HZwei-Heft Juli 2020). Baubeginn könnte noch 2022 sein. 2025 soll die Rohölverarbeitung in der grĂ¶ĂŸten deutschen Raffinerie eingestellt werden. Man will weg vom Erdöl und -gas, besonders wenn es aus Russland kommt. Der aktuelle Krieg in der Ukraine beschleunigt nun die Ökoambitionen zusĂ€tzlich.

Big Oil will so schnell wie möglich grĂŒn werden – muss es werden. Shell hat verkĂŒndet, bis spĂ€testens 2050 ein Netto-Null-Emissions-Unternehmen zu werden. Im Zuge der Powering-Progress-Strategie hatte Royal Dutch Shell Anfang des Jahres bekanntgegeben, die Zahl der weltweiten Raffineriestandorte auf fĂŒnf zu reduzieren. Dadurch wird die weltweite Produktion fossiler Kraftstoffe bei Shell bis 2030 um 55 Prozent sinken.[…]


 gekĂŒrzte Online-Version
Den kompletten Fachbericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe des HZwei-Magazins.

Autor: Niels H. Petersen

Quellenangabe:

1 Kommentar

  1. Joe Schmidt

    NatĂŒrlich ist es wichtig /richtig, dass Elektrolyseure gebaut werden. Wo doch heute immer noch >96% allen H2 aus fossilen PrimĂ€renergien und nicht aus “grĂŒner” Elektrolyse stammen.
    Ach ja:
    Voraussetzung fĂŒr “grĂŒne” Elektrolyse ist natĂŒrlich grĂŒner, regenerativ erzeugter Strom. Leider vermisse ich eine Aussage, wie viel WindrĂ€der und PV denn Shell (zusĂ€tzlich) errichten will fĂŒr den benötigten regenerativ erzeugten Strom. Denn sonst klappt das leider nicht mit “grĂŒn”.
    Das nennt sich dann allenfalls Greenwashing …

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