Chancen der Digitalisierung

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2. MĂ€rz 2022

Chancen der Digitalisierung

Kommentar zum Wandel der Veranstaltungsbranche

Hydrogeit
Online-Zugriffe aufs Hydrogeit-Netzwerk

Auch Anfang 2022 wurden bereits wieder viele ursprĂŒnglich fĂŒr Jahresbeginn geplante Messen und Kongresse verschoben – zunĂ€chst in den Sommer. Nach wie vor wissen die meisten Veranstalter nicht genau, welche Events wie geplant live durchfĂŒhrbar sein werden. Das gilt auch fĂŒr die Hannover Messe, die vom April auf Ende Mai verlegt wurde. Digitale Formate erfreuen sich deswegen seit Monaten einer regen Nachfrage. Was bedeutet dieser Trend fĂŒr die H2-Branche? Sind fehlende Messen ein Verlust, oder stellen Online-Events einen adĂ€quaten Ersatz dar – und bergen vielleicht sogar neue Potentiale? Sollten im Sommer ĂŒberhaupt Live-Veranstaltungen stattfinden, bevor es dann im Herbst eventuell wieder virtuell wird?

Im HZwei-Heft vom Januar 2021 habe ich schon einmal die „Digitalisierung in der Veranstaltungsbranche“ thematisiert. Damals wussten wir noch nicht, wie lange uns die Pandemie in ihrem Griff halten wird. Es war allerdings schon absehbar, dass die Digitalisierung des Veranstaltungssektors immer schneller immer wichtiger wird.

Mittlerweile seit zwei Jahren wirbelt die Pandemie die Terminkalender immer wieder durcheinander, ein jĂ€hrlicher Rhythmus ist kaum noch erkennbar. Außer bei Mission Hydrogen: Die digitale Veranstaltungsagentur hat seitdem zahlreiche Online-Webinare mit jeweils mehreren Hundert TeilnehmerInnen durchgefĂŒhrt. Zudem werden mittlerweile zwei Großveranstaltungen im Jahr organisiert – im FrĂŒhjahr der Hydrogen Online Workshop (HOW – jetzt am 3. MĂ€rz) und im Herbst die Hydrogen Online Conference (HOC). Die weiteren Termine stehen bereits bis 2027 fest und liegen immer genau ein halbes Jahr auseinander.

Mission Hydrogen zeigt, wie es geht

Am Beispiel dieser von Silke Frank und David Wenger geleiteten Agentur lÀsst sich sehr schön zeigen, welche VerÀnderungen mit der voranschreitenden Digitalisierung einhergehen und welche Potentiale diese Entwicklung hat:

Bei der ersten HOC 2020 waren 77 Aussteller dabei, wĂ€hrend der 24 Stunden nahmen mehr als 5.600 Zuschauer aus aller Welt teil (s. HZwei-Heft Jan. 2021). Zum Vergleich: Bei der ersten Hydrogen Technology Conference & Expo im Oktober 2021 in Bremen, die durchaus positive Kritiken bekommen hat, waren es rund 130 StĂ€nde und 2.700 Besucher (s. HZwei-Heft Jan. 2022). Hierbei muss zudem angemerkt werden, dass ein Gast im MessegeschĂ€ft gemĂ€ĂŸ den Bestimmungen der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM) doppelt zĂ€hlt, wenn er an zwei Tagen kommt – und dreifach an drei Tagen.

Diese Zahlen belegen, dass die Reichweite im Internet ungleich grĂ¶ĂŸer als im Real Life sein kann. Aber wie viele Besucher sind online wirklich ĂŒber eine lĂ€ngere Dauer mit dabei? Wie hoch ist der Wert dieser Kontakte einzuschĂ€tzen? Lassen sich auf diesem Wege auch neue GeschĂ€fte anbahnen?

In meinem HZwei-Kommentar Anfang 2021 hatte ich etwas skeptisch geschrieben: „Einen echten Überblick ĂŒber die tatsĂ€chliche GrĂ¶ĂŸe der HOC haben wahrscheinlich nur Frank und Wenger. [
] ich habe kein GespĂŒr dafĂŒr entwickeln können, wie die Stimmung war.“ Ähnlich dĂŒrfte es auch anderen gehen, die allein vor ihrem Bildschirm sitzen. Wirklich transparent sind Digital-Events nicht. WĂ€hrend in Messehallen ein Blick reicht, um zu erfassen, wie rege das Treiben in den GĂ€ngen ist, kann im Online-Segment der Zuschauer oder Pressevertreter weder die Höhe der Beteiligung noch die Stimmung richtig einschĂ€tzen.

Aus diesem Grund gewĂ€hrt Silke Frank, die sich nach vielen Jahren bei der Peter Sauber Agentur zufĂ€lligerweise genau Anfang 2020 selbstĂ€ndig gemacht hat, Einblicke in ihre Reportings. Mithilfe vieler Zahlen versucht sie, Transparenz zu schaffen. Die Mission Hydrogen GmbH erstellt dafĂŒr monatlich eine Tabelle mit sogenannten Key Figures. Diese Kennzahlen geben Auskunft darĂŒber, wie viele Newsletter-Abonnenten, wie viele Follower auf Twitter sowie LinkedIn und wie viele Webinar-Teilnehmer sowie Homepage-Besucher das schwĂ€bische Unternehmen hat.

Hier sind insbesondere die Zahlen der registrierten Webinar-Benutzer (260.000) sowie der Webinar-Teilnehmer (52.000) fĂŒr das gesamte vergangene Jahr hervorzuheben. Selbst wenn darunter eine große Anzahl von WiederholungstĂ€tern sein dĂŒrfte, liegt die Reichweite sehr viel höher, als es mit PrĂ€senzveranstaltungen möglich wĂ€re.

Das Interesse an Webinaren oder Online-Konferenzen ist nur das eine. Das zweite Standbein von Mission Hydrogen sind die virtuellen Messen. Ob Online-Ausstellungen tatsĂ€chlich sinnvoll sind – sowohl aus Aussteller- als auch aus Veranstaltersicht –, ist bislang nur schwer abzuschĂ€tzen und kann nicht verallgemeinernd beantwortet werden.

FĂŒr viele Besucher erscheint es zunĂ€chst wenig reizvoll, eine Internetseite zu besuchen, auf der ein Messestand abgebildet ist, um dort nach Informationen oder Kontaktdaten zu suchen. Dennoch gibt es digitale Formate – sei es die Hannover Messe, die HOC oder den HOW, wo virtuelle StĂ€nde angeboten und auch gebucht werden. Warum? Und wieso sind andere Veranstalter sehr viel zurĂŒckhaltender mit AuskĂŒnften ĂŒber ihre Statistiken?

Wie Silke Frank gegenĂŒber HZwei erlĂ€uterte, ist fĂŒr Mission Hydrogen die hohe Reichweite ein SchlĂŒsselfaktor. Ihren AusfĂŒhrungen zufolge liegt die durchschnittliche Zahl der Kontaktvermittlungen an einem ihrer virtuellen MessestĂ€nde bei rund 450. „Versuch mal, so viele Visitenkarten bei einer physischen Messe einzusammeln – das ist kaum zu schaffen“, konstatierte sie selbstbewusst.

Wenn dann neben der QuantitĂ€t auch die QualitĂ€t der Kontakte stimmt, dĂŒrfte dies auf jeden Fall akzeptanzfördernd sein. ZunĂ€chst bleibt aber abzuwarten, ob die Hannover Messe in diesem Jahr in PrĂ€senz stattfinden kann. Denn wenn sie das dritte Jahr in Folge ausfallen sollte, dĂŒrften fĂŒrs nĂ€chste Mal kaum noch genug Standbauer und Caterer zur VerfĂŒgung stehen.

Zur Orientierung, wie stark das Interesse an digitalen Inhalten ist, dient hier die Statistik des Hydrogeit Verlags (s. Abb.): Auf die verschiedenen Internetseiten (www.hydrogeit.de, www.hydrogeit-verlag.de, www.hzwei.info, www.h2-international.com) haben im vergangenen Jahr insgesamt rund 750.000 Besucher zugegriffen – Entwicklung: rasch steigend.

Inhalt im 4. Absatz gekĂŒrzt am 3.3.2022

Quellenangabe:

JCB erreicht H2-Meilenstein

Der britische Land- und Baumaschinenhersteller JCB hat im MĂ€rz 2023 die Produktion seines fĂŒnfzigsten H2-Verbrennungsmotors...

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1 Kommentar

  1. Arno A. Evers

    Bei aller Euphorie sollte bitte nicht vergessen werden,
    das wir bereits im Jahr 2003 eine funktionierende Virtuelle Messe hatten.
    Sie ist sogar noch heute online, nach neunzehn Jahren:
    https://www.hydrogenambassadors.com/vf/index.html
    Ich hatte das Thema damals fĂŒr 2004 nicht weiter verfolgt,
    weil meine (kleine) Firma sich ganz auf unsere Messe- und Konferenz-Organisation
    im Auftrag den Chinesischen Ministeriums fĂŒr Wissenschaft und Technologie MOST konzentrieren wollte.
    Das interessante Thema lautete:
    ćŻæ›Žæ–°èƒœæșæŠ€æœŻćœšäž­ć›œâ€”æ°ąèƒœæș/燃料甔池, 11月4旄—11月9æ—„ 2004äžŠæ”·ć›œé™…ć·„äžšć±•äŒš
    äž­ć›œç§‘æŠ€éƒšć±•ćŽ… (缀称MOST)
    朰ç‚č: äžŠæ”·æ”Šäžœć›œé™…ćšè§ˆäž­ćżƒ
    Meeting Point Renewable Energies China incl. Hydrogen + Fuel Cells, November 4-9, 2004
    At the booth of the Chinese Ministry of Science and Technology (MOST)
    Venue: Shanghai New International Expo Center, Pudong
    æ–°äž–çșȘć±•æœ›
    A Prospect for the New Century
    https://www.hydrogenambassadors.com/china2004/index.php
    Und die Hannover Messen 2004/2005/2006 hatte wir ja auch noch zu realisieren.
    Danach stieg ich dann aus.
    Irgendwie waren wir “der Zeit…” schon damals weit voraus.
    Und so ist es ja auch geblieben, wenn “man” bedankt, was ich heute in Asien mache:
    https://www.youtube.com/c/ArnoAEvers/videos

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