Writers for Future fordern mehr Engagement von Deutschland

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19. November 2021

Writers for Future fordern mehr Engagement von Deutschland

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Das reicht nicht! Dieses knappe Fazit ziehen die Writers for Future aus den Ergebnissen des Klimagipfels COP26 in Glasgow und fordern deutlich mehr Anstrengungen von Deutschland ein. Wenn die EuropĂ€ische Union und auch die kommende Bundesregierung tatsĂ€chlich etwas fĂŒr Klimaschutz und Generationengerechtigkeit tun wollten, seien sehr viel weitreichendere Ziele erforderlich als das, worauf sich die knapp 200 Staaten in Schottland geeinigt hĂ€tten.

Die Bundesrepublik Deutschland hat in der Vergangenheit fĂŒr sich in Anspruch genommen, weltweit fĂŒhrend bei den erneuerbaren Energien sowie beim Umwelt- und Klimaschutz zu sein. Deutsche Wirtschaftsvertreter:innen reden viel von LeitmĂ€rkten sowie TechnologiefĂŒhrerschaft und davon, dass ZukunftsmĂ€rkte deutsche ArbeitsplĂ€tze sichern könnten.

In Glasgow war davon nicht viel zu spĂŒren. So verspielen die Politik Klimaschutz und schadet gleichzeitig einer zukunftsfĂ€hige Wirtschaft. Die VerhandlungsfĂŒhrer:innen Deutschlands und der EuropĂ€ischen Union wirkten zögerlich – sehr viel zurĂŒckhaltender als noch beim Pariser Klimagipfel vor fĂŒnf Jahren. Statt die Marschrichtung in eine nachhaltige Zukunft maßgeblich mitzubestimmen, unterzeichnete die Bundesrepublik beispielsweise nicht die gemeinsame ErklĂ€rung zahlreicher Akteur:innen zum Verbrennerverbot.

Wenn Deutschland wirklich neue Standards in der Wasserstoff- und Elektrolysetechnologie oder beim Ausbau der Solar- und Windkraft setzen und Leitmarkt fĂŒr ElektromobilitĂ€t werden will, dann bedarf es jetzt dafĂŒr klarer Bekenntnisse. Eine deutliche Positionierung der Bundesregierung wird schon seit langem von der Industrie und der Wirtschaft eingefordert, damit endlich Planungssicherheit fĂŒr neue Investitionen gewĂ€hrleistet wird. Klare Rahmenbedingungen seien besser als keine Regeln, um neben der Stahl- und Zementindustrie auch die Papierproduktion und den Kommunikationsbereich zu decarbonisieren, sagen selbst liberale KrĂ€fte.

Doch den Writers for Future geht es nicht nur um die Abwendung von fossilen EnergietrĂ€gern: „GrĂŒnes Wachstum ist, wie Studien zeigen, kein Ausweg aus der Krise, genauso wenig wie Technokratie oder Wirtschaftsliberalismus“, erklĂ€rte Anne Weiss, die zusammen mit Sven j. Olsson vom Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller die Writers for Future organisiert. Weiter sagte sie: „Eine echte sozial-ökologische Wende bedeutet, dass wir einen gesamtgesellschaftlichen Wandel erreichen, dass Werte wie Zeitwohlstand, Gesundheitsvorsorge, FĂŒrsorge fĂŒr vulnerable Gruppen und die nĂ€chsten Generationen, soziale Gerechtigkeit und Gemeinschaft ausgerichtet sind. Lippenbekenntnissee, die nicht rechtlich bindend sind, und bloße Beteuerungen schaffen keine Grundlagen fĂŒr eine sichere und gesunde Zukunft. Wir sind enttĂ€uscht ĂŒber die zu geringen Ergebnisse von Glasgow. Und wir fordern mehr Gestaltungskraft und Umsetzungswillen bereits bestehender demokratischer Ideen im Angesicht dieser globalen Notsituation.“ 

Wenn schon aus Glasgow kein deutliches Signal fĂŒr eine gesellschaftliche Transformation und eine sozial-ökologische Energiewende komme, mĂŒsse zumindest die neue Ampelkoalition eindeutig klarstellen, dass Deutschland sowohl die Mittel und das Know-how wie auch die Technologien, die Wirtschaftskraft und den Willen habe, voranzugehen, um fĂŒr mehr Generationengerechtigkeit und Klimagerechtigkeit weltweit zu sorgen.

Jahrzehnte lang haben die Staaten des globalen Nordens, zu denen Deutschland gehört, auf Kosten anderer gelebt, haben Ressourcen verbraucht, die nicht regenerierbar sind. SpÀtestens jetzt ist es an der Zeit, umzudenken, nachhaltig zu wirtschaften und im Sinne nachfolgender Generationen zu agieren.

Die Writers for Future fordern deswegen die KoalitionĂ€re auf, endlich Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Noch gibt es Handlungsoptionen, die eine weltweite Katastrophe eindĂ€mmen. Sonst wird in wenigen Jahren die Natur diktieren, wie wir zu leben haben.

Quellenangabe:

JCB erreicht H2-Meilenstein

Der britische Land- und Baumaschinenhersteller JCB hat im MĂ€rz 2023 die Produktion seines fĂŒnfzigsten H2-Verbrennungsmotors...

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1 Kommentar

  1. Joe Schmidt

    Zitat:
    “Jahrzehnte lang haben die Staaten des globalen Nordens, zu denen Deutschland gehört, auf Kosten anderer gelebt, haben Ressourcen verbraucht, die nicht regenerierbar sind. SpĂ€testens jetzt ist es an der Zeit, umzudenken, nachhaltig zu wirtschaften und im Sinne nachfolgender Generationen zu agieren.”

    Eine wichtige Forderung.
    FragwĂŒrdig ist dabei fĂŒr mich, ob Deutschland zukĂŒnftig einfach weiter auf Kosten anderer leben kann /will – nur halt auf der Basis regenerativer Ressourcen. Denn dass uns andere Staaten zukĂŒnftig billig mit sauberer Energie /Wasserstoff beliefern, selbst jedoch in ihren LĂ€ndern weiter Kohle verstromen – diese Entwicklung sehe ich nicht als “nachhaltig” an.
    Genau diese Szenarien werden jedoch derzeit in Deutschland entwickelt auf der Basis weltweiter “Potentiale” …

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