Professionelles Fahren – mit Wasserstoff

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Von Hydrogeit

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4. November 2021

Professionelles Fahren – mit Wasserstoff

Portrait Kurt-Christoph von Knobelsdorff

Die Debatte ĂŒber den zukĂŒnftigen Einsatz von Wasserstoff ist in vollem Gange. Derzeit prallen viele unterschiedliche Meinungen aufeinander, schließlich geht es in der Energiewirtschaft auch darum, die MachtverhĂ€ltnisse neu zu sortieren. Mitunter ist es allerdings fast schon erschreckend zu beobachten, welch heftige Gefechte, insbesondere in den sozialen Medien, sich da geliefert werden.

WĂ€hrend einer Veranstaltung in Berlin bemerkte Kurt-Christoph von Knobelsdorff, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Nationalen Organisation fĂŒr Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) GmbH, die Diskussion habe inzwischen fast schon religiöse ZĂŒge angenommen. Er sprach von einer „radikalen Einseitigkeit“, die insbesondere aufseiten der BatteriebefĂŒrworter zu finden sei. Unter den Brennstoffzellen-Fans negiere niemand die Notwendigkeit von Akkumulatoren, so der NOW-Chef.

Ferry Franz, Direktor Hydrogen Affairs Europe bei Toyota, sagte dazu: „InnerstĂ€dtisch haben sicherlich kleine elektrische Fahrzeuge die Nase vorne.“ GegenĂŒber der Internetplattform fĂŒr E-MobilitĂ€t von has·to·be merkte er jedoch weiterhin an, dass in Zukunft auf jeden Fall Wasserstoff die Nase vorn habe, „wenn es um professionelles Fahren, Transportwesen, Langstrecke, Transport und Schwerlast geht“.

Vielleicht ist dieser Begriff des „professionellen Fahrens“ das entscheidende Element, um zukĂŒnftig besser entscheiden zu können, wann und wo batterie- beziehungsweise brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge eingesetzt werden sollten: Im Privatsektor gibt es mittlerweile tolle und sogar sehr gĂŒnstige Angebote, um effizient und nachhaltig elektrisch unterwegs sein zu können – mit Batterieautos.

Der Großteil des Transportsektors, in dem beruflich gefahren wird, dĂŒrfte aber mit Wasserstoff sehr viel effizienter abgedeckt werden können. Busse, Lastwagen, Transporter, Schiffe, Flugzeuge, ZĂŒge werden in der Regel gewerblich betrieben. Hier sind quasi Profis am Werk, weshalb komplett andere MaßstĂ€be gelten als im Privatsektor.

WÀhrend Privatpersonen ihre Autos eher nach der Form oder Farbe auswÀhlen beziehungsweise danach gehen, welche Marke oder Leistungsklasse sie bevorzugen, zÀhlen bei professionellen FahrerInnen andere Werte. Hier geht es um Faktoren wie beispielsweise Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Haltbarkeit, Zeitersparnis und Reichweite.

Dazu ein kleines Beispiel: Mein Nachbar ist Vertriebler bei einem großen deutschen Zulieferunternehmen. Er bekommt von seinem Arbeitgeber stets einen schicken, großen Firmenwagen bereitgestellt, um schnell und bequem im Außendienst unterwegs sein zu können. Nun hat sein Chef entschieden, die unternehmenseigene Fahrzeugflotte bereits bis 2025 CO2-neutral zu machen. Mein Nachbar findet das eine tolle Idee und befĂŒrwortet diesen Schritt, aber er und viele seiner KollegInnen befĂŒrchten nun, dann Batterieautos zu bekommen.

… Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des HZwei

Quellenangabe:

1 Kommentar

  1. Joe Schmidt

    Zitat:
    “… aber er und viele seiner KollegInnen befĂŒrchten nun, dann Batterieautos zu bekommen.”
    Warum sollten Sie dies “fĂŒrchten”?

    Wasserstoff wird zukĂŒnftig mehr Bedeutung erlangen – aber gewiss nicht im PKW.
    Weder bei Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Haltbarkeit, Zeitersparnis und Reichweite ergibt sich hier ein Vorteil fĂŒr FCEV-PKW. Auch sollte man nie vergessen, dass heute ca. 95% des (zumeist in der Industrie verbrauchten) Wasserstoffes (noch) aus fossilen PrimĂ€renergien gewonnen wird. Diese schon riesigen H2-Mengen erst einmal klimaneutral zu erzeugen und dazu die Nutzung der regenerativen Energien auszubauen – das sollte oberste PrioritĂ€t haben.
    Dann kann man auch ĂŒber neue, zusĂ€tzliche Anwendungen diskutieren.

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