Wasserstoff in Nationalen Energie- und KlimaplÀnen

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Von Hydrogeit

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2. Juni 2021

Wasserstoff in Nationalen Energie- und KlimaplÀnen

Neue Potenziale durch die Aufnahme von Wasserstoff in die NEC

NECP © Trinomics/LBST
© Trinomics/LBST

Ehrgeizige Energie- und Klimapolitik verlangt eine entschlossene, ganzheitliche und koordinierte Vorgehensweise und Umsetzung. Die Nationalen Energie- und KlimaplĂ€ne (NECP) stellen ein wichtiges Instrument fĂŒr eine einheitliche Berichterstattung zur kĂŒnftigen Politik durch die Mitgliedstaaten an die EuropĂ€ische Kommission (EK) dar. Sie werden von der Kommission genutzt, um den EU-weiten Fortschritt beim Erreichen der 2030-Ziele zu ĂŒberwachen und notwendige politische Maßnahmen zu identifizieren. Die aktuelle Berichtsperiode umfasst den Zeitraum zwischen 2021 bis 2030. Die EntwĂŒrfe der NECP wurden von den EU-LĂ€ndern Ende 2018 eingereicht, wĂ€hrend die endgĂŒltige Fassung nach einer sorgfĂ€ltigen PrĂŒfung durch die Kommission bis Ende 2019 vorliegen musste. In Bezug auf Wasserstoff sind alle EU-Mitgliedstaaten angehalten, ihre eigenen Strategien fĂŒr den Einsatz von Wasserstoff unter BerĂŒcksichtigung der europĂ€ischen Leitlinien zu entwickeln und umzusetzen.

Zur besseren Integration von Wasserstoff in die zukĂŒnftigen Nationalen Energie- und KlimaplĂ€ne und -politk hat das Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH-JU) in Abstimmung mit der EuropĂ€ischen Kommission (Generaldirektion Energie) eine Studie zu den „Möglichkeiten fĂŒr Wasserstoffenergietechnologien unter BerĂŒcksichtigung der Nationalen Energie- und KlimaplĂ€ne“ in Auftrag gegeben. Diese hatte zum Ziel, nationale Einsatzmöglichkeiten fĂŒr Wasserstoff zu ermitteln und zu bewerten sowie anhand der Informationen aus den NECP und anderen Quellen eine Analyse fĂŒr zwei Szenarien zum H2-Einsatz durchzufĂŒhren. Im Fokus der Analyse der jeweiligen Mitgliedstaaten stand erneuerbarer und kohlenstoffarmer Wasserstoff, der bis 2030 in den 27 EU-LĂ€ndern und Großbritannien (GB) eingefĂŒhrt werden soll. Die Ergebnisse werden in einzelnen Detailberichten fĂŒr jeden Mitgliedstaat sowie in einem ausfĂŒhrlichen Bericht, unter anderem mit den Methoden, Annahmen und einem Vergleich der EU-Staaten, prĂ€sentiert und zusammengefasst. Die Studie wurde gemeinsam von den Beratungsunternehmen Trinomics und Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) durchgefĂŒhrt.

Zunehmende Sensibilisierung

Im Fokus der Analysen steht im ersten Schritt die Frage, in welchem Umfang Wasserstoff in den NECP berĂŒcksichtigt wurde. Die Studie bietet zudem eine Übersicht ĂŒber die damit verbundenen nationalen Ziele, Richtlinien und Initiativen. Nahezu alle Mitgliedstaaten erwĂ€hnen Wasserstoff in ihren NECP. Dies zeigt, dass er breite Anerkennung als wichtiges Element der kĂŒnftigen Energie- und Klimapolitik findet. Verglichen mit den EntwĂŒrfen widmen die endgĂŒltigen NECP dem Wasserstoff, der in der Debatte ĂŒber die Dekarbonisierung der EU-Wirtschaft an Bedeutung gewinnt, wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Aufgrund der Berichtsstruktur, die in der EU-Verordnung 2018/1999 zum Governance-System fĂŒr die Energieunion und fĂŒr den Klimaschutz definiert wurde, liegen die Informationen zu den Zielen und Maßnahmen, die sich direkt oder indirekt auf Wasserstoff beziehen, in den unterschiedlichen Teilen des jeweiligen Dokuments verstreut vor.

Wasserstoff wird vorwiegend als Instrument fĂŒr kurzfristige und saisonale FlexibilitĂ€t im Energiesystem sowie fĂŒr den Ersatz fossiler Brennstoffe in schwer zu dekarbonisierenden Bereichen von Industrie und Transportsektor erwĂ€hnt. Die in den NECP genannten Initiativen konzentrieren sich auf Forschungs-, Pilot- und Demonstrationsprojekte zu Produktion, Transport/Verteilung, Speicherung sowie Nutzung von Wasserstoff, insbesondere in der Industrie und im Transportsektor. Mehrere NECP beschreiben einen erwarteten oder angestrebten H2-Bedarf fĂŒr 2030, wĂ€hrend nur wenige auch Ziele fĂŒr die H2-Produktion aufnehmen.

Die beabsichtigten regulatorischen Maßnahmen beziehen sich im Allgemeinen auf erneuerbare Gase, zu denen auch Wasserstoff gehört. Sie fokussieren sich auf finanzielle oder steuerliche Vorteile, die die Entwicklung von Wasserstofftechnologien fördern sollen. In den meisten Mitgliedstaaten existiert außerdem eine spezifische Wasserstoffvereinigung oder Arbeitsgruppe, die den Informationsaustausch sowie Initiierung und Koordination von Projekten unterstĂŒtzt.

Nur einige NECP enthalten konkrete spezifische Maßnahmen, um den H2-Einsatz und seine Integration in das Energiesystem zu fördern. Der Großteil der Mitgliedstaaten behandelt nicht die Frage, wie der nationale Regulierungsrahmen im Hinblick auf Wasserstofftechnologien optimiert werden kann. Sie liefern daher nur begrenzte Informationen zu den Maßnahmen, mit denen die Hindernisse zur MarkteinfĂŒhrung von Wasserstoff effektiv ĂŒberwunden werden können. Jedoch verweisen mehrere NECP auf wasserstoffspezifische Roadmaps oder Strategien, die auf nationaler Ebene ausgearbeitet wurden oder werden. Diese Dokumente beschreiben ausfĂŒhrlichere AnsĂ€tze, die die unterschiedlichen Stufen der H2-Wertschöpfungskette abdecken (s. HZwei-Heft Jan. 2021).


 Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des HZwei

Autor: Dr. Jan Michalski, Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST), Ottobrunn

Quellenangabe:

Wasserstoff ist ein Megatrend

Das Thema Wasserstoff hat es in den vergangenen Jahren aus der Nische auf die große politische BĂŒhne geschafft. Nicht nur in...

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