Element Eins und Hybridge gestoppt

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27. Mai 2021

Element Eins und Hybridge gestoppt

Die beiden prominenten Power-to-Gas-Vorhaben Hybridge und Element Eins haben von der Bundesnetzagentur eine Absage erteilt bekommen. Die Netzbetreiber Amprion und TenneT hatten im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie auf eine Lockerung der Regulierung gehofft (s. HZwei-Heft Juli 2020), nun aber im mittlerweile entbrannten Kampf um zukĂŒnftige Marktanteile und profitable GeschĂ€ftsfelder einen RĂŒckschlag erlitten.

Im Rahmen des Projekts Hybridge hatten Amprion und Open Grid Europe (OGE) bis 2023 eine 100-MW-Anlage bei Lingen im Landkreis Emsland (Niedersachsen) aufbauen wollen. Mit Element Eins hatten TenneT, Gasunie und Thyssengas eine gleich groß dimensionierte Anlage am Umspannwerk Diele in der Kleinstadt Weener (ebenfalls Niedersachsen) geplant. Mit dem Betrieb dieser Anlagen beziehungsweise mit der Herstellung von Wasserstoff wĂ€ren die beiden Netzbetreiber allerdings nicht mehr in ihrem originĂ€ren BetĂ€tigungsfeld aktiv, wodurch es, so entschied die Bundesnetzagentur, zu einer Machtkonzentration und somit zu einer Benachteiligung anderer Akteure kommen wĂŒrde.

Ein Mitauslöser fĂŒr die Entscheidung der Bundesnetzagentur war, dass eine Ende 2019 ins Leben gerufene „Allianz fĂŒr fairen Wettbewerb im Wasserstoffmarkt“, bestehend aus Enertrag, Greenpeace Energy, Naturwind und Nordgröön, vor einer Wettbewerbsverzerrung im kĂŒnftigen Wasserstoffmarkt gewarnt hatte. Entgegen der europĂ€ischen Entflechtungsbestimmung von Stromnetzbetreibern könnten Amprion und TenneT den H2-Preis ĂŒber Netzentgelte refinanzieren, so die BefĂŒrchtung der Allianz.

„Mit einer WĂ€lzung der Errichtungskosten von Elektrolyseuren ĂŒber die Netzentgelte wĂ€re eine volkswirtschaftlich sinnvolle Entwicklung des Wasserstoffmarktes im Keim erstickt worden“, erklĂ€rte Jörg MĂŒller, Vorstandsvorsitzender von Enertrag. Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy, sagte: „Mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur bleibt die Chance auf einen fairen und wettbewerblichen Markthochlauf fĂŒr grĂŒnen Wasserstoff gewahrt.“ Matthias Kaulmann von Naturwind ergĂ€nzte: „Wir erwarten in den nĂ€chsten Jahren einen großen Marktaufschwung, der auch dazu beitragen kann, durch die Pandemie entstandene wirtschaftliche Einbußen wieder auszugleichen.“

Seitens Amprion hieß es dazu: „Die Ablehnung der InvestitionsantrĂ€ge durch die BNetzA kam nicht unerwartet. Amprion und OGE sind weiterhin von der Sinnhaftigkeit, Realisierbarkeit und Notwendigkeit des Projekts als Beitrag zu einer integrierten Energiewende ĂŒberzeugt. Daher halten die Unternehmen an Hybridge fest und stehen bereit, es weiterzuentwickeln, sobald dies rechtlich möglich wird.“

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