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Beitrag von Sven Geitmann

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30. Juni 2015

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Energieversorgung neu erfinden

14. November 2008 – Deutliche Worte über das Ende der Erdölära und die Zukunft der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik haben am 11. November 2008 die Teilnehmer des parlamentarischen Abends zu hören bekommen. Rund 120 Vertreter aus Politik und Wirtschaft waren in die Hessische Landesvertretung nach Berlin gekommen, in die der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband sowie die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen eingeladen hatten. Besondere Brisanz erhielt die Versammlung, weil sie genau am Vorabend der Verkündung des mit Spannung erwarteten World Energy Outlooks 2008 der Internationalen Energie Agentur stattfand.
Wiederholt wurden während dieses parlamentarischen Abends bisher ungewohnte Stimmen laut, die zwar keine ganz neue, aber doch eine bis heute kaum vollzogene Vorgehensweise bei der Weiterentwicklung der Brennstoffzellentechnik forderten. Prof. Dr. Birgit Scheppat, die Vorstandsvorsitzende der H2- & BZ-Initiative Hessen, erklärte im voll besetzten Saal: „Die Technik darf nicht einfach in bestehende Systeme eingesetzt werden. Die Technologie muss ihren eigenen Rahmen finden, damit sie aus den Feuilleton- und Wissenschaftsseiten der Zeitungen auf die Wirtschaftsseiten gelangt.“

Auch der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Ulrich Kasparick, MdB, stimmte dem zu: „Wir müssen eine Mobilität organisieren, die wir völlig neu denken müssen. Es macht keinen Sinn, neue Energie in alte Strukturen einzubauen.“ Im Hinblick auf diese alten Strukturen stellte er fest: „Wir erleben eine Zeitenwende. Wir erleben, dass die Zeit des Öls zu Ende geht.“ Kasparick forderte deswegen, die Brennstoffzellentechnik müsse „raus aus der Forschung, auf die Straße.“ Nach seiner Vorstellung müsse das frühe 21. Jahrhundert in die Geschichte eingehen, als die Zeit, in der „die Industriestaaten die Energieversorgung neu erfunden haben.“

Jörg Schindler, der noch aktive Geschäftsführer der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH, legte passend dazu die Ergebnisse der Energy Watch Group dar, die zum Teil in deutlichem Gegensatz zu den Prognosen der Internationalen Energie Agentur stehen. Er stellte vorab veröffentlichte Auszüge aus dem World Energy Outlook 2008 vor und kritisierte die darin enthaltenen Widersprüche, da die schriftlichen Ausführungen an mehreren Stellen gegenteilige Aussagekraft als das Zahlenwerk hätten. Zudem belegte Schindler, dass sich die Weltölförderung seit 2005 auf einem Plateau befindet und dass in Zukunft mit keiner Steigerung der Ölförderung, sondern vielmehr mit einer Verminderung zu rechnen ist. Hans-Josef Fell, der Gründer der Energy Watch Group, ergänzte dazu in einer Wortmeldung, dass jegliche Investition in fossile Energietechnik eine Fehlinvestition sei.

Gründe genug, dass selbst der Ölmulti Exxon Mobil einen Milliardenbetrag in die Entwicklung der Brennstoffzellen- und Batterietechnik investieren will, wie Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, zu berichten wusste.

Die Teilnehmer zeigten sich daher erfreut darüber, dass mittlerweile sowohl das Nationale Innovationsprogramm auf deutscher als auch die Gemeinsame Technologie Initiative (JTI) auf europäischer Ebene gestartet sind. Dr. Klaus Bonhoff von der NOW GmbH räumte jedoch ein, dass es sich bei diesen Programmen lediglich um Markteinführungsmaßnahmen handelt, um eine Kommerzialisierung vorzubereiten. Erst im zweiten Schritt soll dadurch die Serienfertigung überhaupt erst ermöglicht werden. Dementsprechend wurde auch Kritik laut, dass es derzeit keine kurzfristig angelegten Programme gibt, die in Nischemärkten die Einführung der Brennstoffzelle schon innerhalb der nächsten Monate ermöglichen.

Kategorien: 2015-2017 | News
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