Initiative Brennstoffzelle fordert Technologie-EinfĂŒhrungsprogramm

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14. April 2014

Initiative Brennstoffzelle fordert Technologie-EinfĂŒhrungsprogramm

Gabriel-Ballhausen-Stefener

Wirtschaftsminister Gabriel diskutierte auf der Hannover Messe mit Ballhausen und Stefener (v.l.)


Der Koalitionsplan der Bundesregierung steht zwar seit Januar 2014 fest, aber die konkreten Inhalte des zukĂŒnftigen Regierungsprogramms befinden sich noch in der Abstimmung. Derzeit wird landauf, landab nicht nur ĂŒber die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gestritten, auch bei der Kraft-WĂ€rme-Kopplung gibt es noch viele offene Fragen. Insbesondere die Festlegung der sogenannten „Bagatellgrenze“ erregt viele GemĂŒter, weshalb sich momentan zahlreiche Wirtschafts- und Verbandsvertreter emsig darum bemĂŒhen, ihre Interessen gegenĂŒber der Politik deutlich zu formulieren.
Im aktuell diskutierten Vorschlag zur Neugestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist eine Grenze fĂŒr alte und neue KWK-Anlagen vorgesehen, die bei einer maximalen Leistung von 10 kW liegt. GerĂ€te mit geringerer Leistung brĂ€uchten keine EEG-Umlage zu zahlen, solange ihre jĂ€hrliche Stromerzeugung die Marke von 10 MWh nicht ĂŒberschreitet, so sehen es jedenfalls die PlĂ€ne des neuen Bundeswirtschafts- und -energieministers Sigmar Gabriel vor.
Nach Meinung des VDMA sollte diese Bagatellgrenze angehoben werden, da kleine Brennstoffzellenanlagen mit einer Leistung von lediglich 1,5 kW mehr Strom erzeugen und somit nicht von dieser Umlagenbefreiung profitieren könnten, obwohl sie das Netz entlasten. Der neu gewĂ€hlte Vorsitzende der VDMA AG Brennstoffzellen, Dr. Manfred Stefener, kritisierte in diesem Zusammenhang, dass mit derartigen Maßnahmen potenzielle Investoren verunsichert wĂŒrden, was zu einer massiven Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit von hocheffizienten Anlagen fĂŒhren wĂŒrde und in klarem Widerspruch zum Koalitionsvertrag stĂŒnde.
Andreas Ballhausen, Sprecher der Initiative Brennstoffzelle (IBZ), ergĂ€nzte, dass mit den bislang vorgesehenen Änderungen am EEG nicht nur die geplante Erhöhung des KWK-Anteils an der deutschen Stromproduktion auf 25 Prozent im Jahr 2020 gefĂ€hrdet wĂ€re, sondern auch die im KWK-Gesetz formulierte Verpflichtung verletzt wĂŒrde, die MarkteinfĂŒhrung von leistungsstĂ€rkeren Brennstoffzellen zu unterstĂŒtzen. Ballhausen forderte deswegen: „Die innovative Technologie, die schwerpunktmĂ€ĂŸig von der international starken deutschen Heizungsindustrie angeboten wird, benötigt dringend ein TechnologieeinfĂŒhrungsprogramm, da ansonsten der Markteintritt nicht gelingen kann.“ Die ASUE (Arbeitsgemeinschaft fĂŒr sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch) schlug dementsprechend vor, die maximale Gesamtstrommenge von KWK-Anlagen auf jĂ€hrlich 300 MWh als sinnvollen Wert fĂŒr die Bagatellgrenze anzuheben.
Um bei diesem Thema mit möglichst geeinter Stimme auftreten zu können, trafen sich zahlreiche Verbandsvertreter (von ASUE, BDH, dena, IBZ, VDMA AG, BZ, Zukunft Erdgas) Mitte Februar 2014 in Berlin zum Dialog. Neben der Festlegung der Bagatellgrenze ging es dort unter anderem um die Bewertung des europĂ€ischen Energielabels. Dazu stellte Johannes Schiel, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der VDMA AG Brennstoffzellen, fest: „KWK-Anlagen und Brennstoffzellen schneiden hier beim Labeling aufgrund einer unfairen Berechnungsmethodik schlechter ab als wesentlich weniger effiziente Technologien.“
Weitere Themen, ĂŒber die derzeit gestritten wird, sind die 300-l-Speicherpflicht im Rahmen des Impulsprogramms fĂŒr Mikro-KWK-Anlagen sowie die Aufforderung einiger Verteilnetzbetreiber, zusĂ€tzlich zum integrierten ZĂ€hler einen externen ZĂ€hler anzubringen. Zusammen versuchen hier die VerbĂ€nde mögliche Hemmnisse abzubauen und LösungsansĂ€tze zu finden. Dazu werden derzeit gemeinsame Punkte zusammengetragen, um demnĂ€chst ein Positionspapier vorstellen zu können.

Quellenangabe:

3 Kommentare

  1. Felger

    Eine Brennstoffzelle mit 1.500 W elektrischer Leistung kann im Jahr max. Cabrio 13.000 kWh Energie produzieren und lÀge damit deutlich unter der angesprochenen Grenze von 10MWh/a! Logik im Artikel ist daher nicht ganz nachvollziehbar.

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    • Arno A. Evers

      Das Unlogische liegt in der Gestaltung der Forderungen nach Förderungen.
      DAS macht alles so gar keinen Sinn,
      und das geht nun schon seit Jahrzehnten so.
      Und keiner merkelt das?
      Komisch.

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  2. Arno A. Evers

    NUR wirklich sinnvolle Produkte und Dienstleistungen,
    die erstens: “… der Markt ..” braucht und
    die zweitens: “… aus wirklich erneuerbaren Energien
    hergestellten Wasserstoff oder Ă€hnliche Medien …”
    als EnergietrÀger einsetzen, helfen da weiter!
    Staatliche StĂŒtzungsprogramme kosten nur Zeit, Geld und Nerven.
    Ausserdem zerstören sie den good-will
    bei den noch verbliebene NachwuchskrÀften und KMU`s!
    Mehr dazu auch hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=WtWvQhTIHzU

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