H2-Transportnetz in Brandenburg kostet 1,2 Mrd. Euro

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20. April 2023

H2-Transportnetz in Brandenburg kostet 1,2 Mrd. Euro

Ein starkes Transportnetz ist eine Grundvoraussetzung fĂŒr eine kĂŒnftige H2-Wirtschaft. „Nur so lassen sich die Wasserstoffmengen transportieren, die unsere Industrie benötigt“, weiß auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Jörg Steinbach. Dieser hat im Februar 2023 eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, die konkrete TrassenverlĂ€ufe fĂŒr verschiedene Zeitabschnitte enthĂ€lt. „Die aufgezeigten Möglichkeiten, auf bestehende Erdgasinfrastruktur zurĂŒckzugreifen und Trassen zu bĂŒndeln, zeigen, dass wir etwa 55 Prozent der nötigen Investitionskosten gegenĂŒber reinen Neubautrassen einsparen können“, so Steinbach.

Im Rahmen der vom Ministerium beauftragten Studie wurde eine Analyse erstellt, mithilfe derer die zukĂŒnftigen H2-VerbrĂ€uche und -Erzeugungspotenziale bis zum Jahr 2045 prognostiziert werden können. Anhand des so ermittelten Bedarfs wurden kosteneffiziente TrassenverlĂ€ufe abgeleitet. Ziel ist dabei die Entwicklung eines ĂŒbergeordneten H2-Netzes, das regionale Erzeuger, Speicher sowie Endverbraucher miteinander verbindet – und sich spĂ€ter in eine deutschlandweite H2-Infrastruktur einfĂŒgt.

„Es hat eine GesamtlĂ€nge von rund 1.100 km“, resĂŒmiert Florian Temmler, Projektmanager bei Infracon Infrastruktur Service. Davon seien rund 600 km umgestellte Erdgasleitungen und etwa 500 km Neubaustrecken. „Damit ist ein wirtschaftlich sinnvoller Netzaufbau in Brandenburg gewĂ€hrleistet.“

Die Studie zeigt erstmals auch den Umfang der nötigen Investitionen: 1,221 Mrd. Euro. Erstellt hat sie ein Konsortium aus der Fraunhofer-Einrichtung fĂŒr Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG), dem Fraunhofer-Institut fĂŒr System- und Innovationsforschung (ISI) sowie dem Reiner Lemoine Institut (RLI) und der INFRACON Infrastruktur Service.

Der 2022 in Betrieb gegangene Online-Wasserstoffmarktplatz Berlin-Brandenburg ermöglicht laut Steinbach schon eine Vorstellung davon, wie groß der Bedarf ist: Fast 300 Unternehmen und Institutionen mit mehr als 300 Projekten sind dort bereits registriert. Denn Brandenburg ist einerseits ein wichtiges Transitland fĂŒr Energieim- und -exporte. Andererseits hat es erhebliches Potenzial fĂŒr die Erzeugung von grĂŒnem Strom und Wasserstoff sowie deren Verwertung.

„Langfristig könnte die regionale Wasserstofferzeugung auf ĂŒber 20 TWh steigen, wobei ehemalige KohletagebaustĂ€tten ein besonders hohes Potenzial aufweisen“, sagt Thorsten Spillmann vom Fraunhofer IEG. Perspektivisch könnten es sogar 40 TWh werden, mehr als zwei Drittel davon in der Industrie.

Autor: Niels Hendrik Petersen

Quellenangabe:
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