Beschwerden verhindern H2-Projekt in der Schweiz

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9. Januar 2023

Beschwerden verhindern H2-Projekt in der Schweiz

Der Schweizer Energiekonzern Axpo wollte beim Wasserkraftwerk Eglisau-Glattfelden eine H2-Produktionsanlage bauen. Das Projekt direkt an der deutsch-schweizerischen Grenze wurde nun allerdings gestoppt, weil es Beschwerden ĂŒber die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung gab.

Die H2-Anlage sollte ĂŒber 2,5 MW Leistung verfĂŒgen und jĂ€hrlich rund 350 Tonnen grĂŒnen Wasserstoff erzeugen. Genug, um jĂ€hrlich rund 1,5 Mio. Liter Diesel im Straßenverkehr einzusparen, berechnet der Versorger. Die Anlage hĂ€tte mit steigender Nachfrage auf 5 MW erweitert werden können. Mehrere Tankstellen in der Umgebung hĂ€tten mit Wasserstoff beliefert werden können, so die PlĂ€ne.

FĂŒr den Bau in Eglisau-Glattfelden hĂ€tte allerdings ein bestehendes GebĂ€ude des Kraftwerks, das außerhalb der Bauzone steht, abgerissen und ersetzt werden mĂŒssen. DafĂŒr hatte Axpo eine Ausnahmegenehmigung beantragt, die zunĂ€chst von der Gemeinde bewilligt worden war. Daraufhin beschwerten sich drei Privatpersonen beim Baurekursgericht des Kantons ZĂŒrich, das ihnen Recht gab. Es hieß, es gebe „keine besonders wichtigen und objektiven GrĂŒnde“ fĂŒr die erteilte Ausnahmegenehmigung. Das öffentliche Interesse, hier Energie zu produzieren, sei vom Gericht weniger hoch gewichtet worden als der durch dieses Projekt zu erwartende Lkw-LĂ€rm.

Guy BĂŒhler, Projektleiter bei Axpo, kommentierte diese Entscheidung: „Mit dem Entscheid, das Gesetz selbst im Falle einer umweltschonenden, im Einklang mit der Energiestrategie 2050 stehenden Anlage eng auszulegen, wird die Dekarbonisierung gehemmt“, mahnte er. „Wir bedauern es sehr, dass wir wieder daran gehindert werden, noch mehr zur Dekarbonisierung der Schweiz beizutragen.“

Trotz des abrupten Projektstopps will Axpo jedoch weiter an anderen BauplĂ€nen mit grĂŒnem Wasserstoff festhalten und weitere Projekte in der Schweiz realisieren. BĂŒhler sieht nun den Gesetzgeber in der Verantwortung. „Es sind Rahmenbedingungen zu schaffen, welche die Realisierung von innovativen Projekten und somit dringend benötigte Investitionen in die Energiewende ermöglichen.“

Autor: Niels Hendrik Petersen

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