Millioneninvestitionen in H2

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31. Oktober 2022

Millioneninvestitionen in H2

Es herrscht wahre GoldgrĂ€berstimmung: Zahlreiche Konzerne ĂŒbernehmen MittelstĂ€ndler oder grĂŒnden Joint Ventures (s. S. 6) – viele Großunternehmen investieren Millionen, um sich ein StĂŒck von dem H2-Kuchen zu sichern. Der Weltmarkt fĂŒr Wasserstoff wird jetzt aufgeteilt, zumindest der Anteil, der nicht ohnehin schon in den vergangenen Monaten einkassiert wurde.

Ein Beispiel fĂŒr diesen globalen Wettstreit ist im brandenburgischen JĂ€nschwalde zu finden: Mitte Juli gab die Wiesbadener Firma Hy2gen bekannt, dass dort 500 Mio. Euro in die Produktion von grĂŒnem Wasserstoff und nachhaltigem Flugzeugtreibstoff investiert werden sollen. Die Anlage soll bis 2027 auf dem geplanten Green Areal Lausitz entstehen.

In Mecklenburg-Vorpommern wird ebenfalls investiert. Die HH2E AG und die Schweizer MET Group grĂŒndeten gemeinsam eine Projektgesellschaft fĂŒr die Entwicklung einer der grĂ¶ĂŸten Anlagen zur Herstellung von grĂŒnem Wasserstoff in Europa. In Lubmin sollen bis 2025 100 MW fĂŒr die Produktion von 6.000 tH2/Jahr aufgebaut werden, die bis 2030 auf 1 GW hochskaliert werden könnte. Rund 200 Mio. Euro sollen dafĂŒr bereitgestellt werden.

Ebenfalls im Juni hatten Ceres Power und Shell verlautbaren lassen, dass sie gemeinsam eine Demonstrationsanlage eines Festoxidelektrolyseurs (SOEC) im Megawattbereich in Bangalore, Indien, aufbauen wollen. Ziel ist die Bereitstellung von kostengĂŒnstigem grĂŒnem Wasserstoff fĂŒr die industrielle Dekarbonisierung. Der Brennstoffzellenhersteller Ceres hat 100 Millionen Pfund fĂŒr die Entwicklung seiner SOEC-Technologie bereitgestellt – mit dem Ziel, bis 2025 marktfĂŒhrend nivellierte Wasserstoffkosten von 1,5 $/kg zu erreichen.

Anfang des Jahres ĂŒbernahm Voss Fluid die österreichische HypTec GmbH. Durch diesen Zukauf sichert sich der Hersteller von Rohrverbindungssystemen den Zugriff auf Hochdruckkomponenten fĂŒr H2-Anwendungen. Die 2010 gegrĂŒndete HypTec verfĂŒgt ĂŒber Ventiltechnik, die trotz hoher DrĂŒcke klein und leicht ist – wichtige Voraussetzungen fĂŒr die Hochskalierung von H2-Komponenten.

Bereits im Januar 2022 hatten Fortescue Future Industries und Covestro eine langfristige Liefervereinbarung fĂŒr grĂŒnen Wasserstoff abgeschlossen. Die Rede ist von bis zu 100.000 Tonnen GrĂŒner-Wasserstoff-Äquivalente pro Jahr, die ab 2024 beispielsweise per Ammoniak von Australien nach Europa transportiert werden könnten. Bis 2030 will FFI die Produktion von grĂŒnem Wasserstoff auf jĂ€hrlich 15 Mio. Tonnen steigern.

Und Ende August ließ der ehemalige Microsoft-Chef Bill Gates verkĂŒnden, dass sich die von ihm gegrĂŒndete Investorengruppe Breakthrough Energy Ventures an dem dĂ€nische Brennstoffzellenhersteller Blue World Technologies mit 37 Mio. Euro beteiligt. Der deutsche Motorenhersteller Deutz war zuvor bereits mit 7,5 Mio. Euro eingestiegen.

Abb.: GrĂŒnder-Team von Blue World Technologies
Quelle: Blue World Technologies

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