Hzwei Blogbeitrag

Beitrag von Sven Geitmann

13. Mai 2019

Titelbild:

Bildquelle:

Jetzt sind die Nutzfahrzeuge dran

Seven-Eleven-Truck mit BZ-System von Toyota
Seven-Eleven-Truck mit BZ-System von Toyota, © Toyota

Nachdem das Thema Elektromobilität im Pkw-Sektor allmählich beginnt, Fuß zu fassen, richtet sich der Fokus jetzt auf den Nutzfahrzeugsektor. Während die Elektrifizierung von Lkw und Bussen im Forschungs- und Entwicklungsbereich schon lange ein Thema ist, entdecken jetzt auch immer mehr Politiker und Umweltinitiativen diesen nicht gerade kleinen Bereich des Verkehrssektors.

Analog zum Personenverkehr geht es hier um nicht weniger als um die Revolutionierung der Transportbranche.

Manch einer rieb sich verwundert die Augen, als Mitte Februar 2019 festgestellt wurde, dass die schweren Nutzfahrzeuge bislang ungeschoren davon gekommen waren bei den vielen Klima-, Schadstoff- und Dieseldebatten der vergangenen Monate. Dabei steuerten Lkw zuletzt rund 5 Prozent der CO2– und 27 Prozent sonstiger Emissionen des Verkehrssektors bei. Dies klingt einerseits nach einem eher geringen Anteil. Andererseits liegt der Verbrauch von Sattelschleppern heute bei rund 30 Litern Diesel auf 100 Kilometern.

Bis dato gab es keine EU-weiten Richtlinien für eine Verringerung des CO2-Ausstoßes von Nutzfahrzeugen. Das wird sich jetzt ändern: Im November 2018 hatte sich das Europäische Parlament in Straßburg für eine Absenkung der Emissionswerte um 35 Prozent ausgesprochen, obwohl insbesondere deutsche Fahrzeughersteller (z. B. Daimler, MAN) in einem Brandbrief an die EU-Kommission vor einer Zerstörung der europäischen Nutzfahrzeugindustrie gewarnt hatten. Sie wollten maximal 7 Prozent bis 2025 beziehungsweise 16 Prozent bis 2030 gewähren. Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), hatte damals erklärt: „Wegen der unverhältnismäßig hohen Strafandrohung von 5.000 Euro für jedes überschrittene Gramm können diese Vorgaben für einzelne Nutzfahrzeughersteller sogar zur Existenzbedrohung werden.“

Nach aktueller Planung sollen Neufahrzeuge jetzt laut EU-Kommission 2025 15 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid in die Luft blasen dürfen als heute, 2030 30 Prozent weniger. Insgesamt sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent verringert werden, so Margaritis Schinas, Sprecher der EU-Kommission. Bei Nichteinhaltung der vorgegebenen Grenzen sollen hohe Strafen erhoben werden: 4.000 Euro pro Gramm CO2 ab 2025 und 6.800 Euro ab 2030.


weiterlesen im HZwei April-Heft

Autor: Sven Geitmann

Kategorien: Allgemein
Grenzwerte :Schlagworte

3 Kommentare

  1. Joe Schmidt

    Fairerweise will ich noch anmerken, dass auf der IAA 2018 auch FAUN elektr. Aufbauten für Müllfahrzeuge vorstellte und bei einem Besuch von Minister Althusmann bei FAUN sogar der Wasserstoff als Speicheroption erwähnt wurde.
    Es bleibt abzuwarten, ob sich „mobiler Wasserstoff“ gegen die stetige Entwicklung bei den Lithiumspeichern behaupten kann.

    Antworten
  2. Joe Schmidt

    Statt zu Jammern sollte die Nutzfahrzeugbranche ihre Innovationsfähigkeit unter Beweis stellen und elektrifizierte Fahrzeuge anbieten. Das muss ja nicht als erstes der 40to-Langstrecken-LKW sein.
    Aber wenn in der Schweiz elektrische Müllwagen gebaut werden (Futuricum), die jetzt auch bspw. in Frankfurt fahren, dann fragt man sich schon, warum es solche Fahrzeuge nicht aus Deutschland gibt.
    Im Kurzstrecken-Lieferverkehr sieht es ja nicht viel besser aus.
    Dass nach anfänglichen Problemen ÖPNV-Busse vollelektrisch fahren, sollte sich auch herumgesprochen haben. Denn genau diese Einsatzfälle sind optimal planbar und bringen einen deutlichen Umweltnutzen /Dieseleinsparung durch die Elektrifizierung.
    Nicht die EU gefährdet die Existenz der Hersteller, sondern ihr Beharren auf überholten (aber noch profitablen) Technologien.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

preloader