Integriertes Lernen im Brennstoffzellen-Sektor

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8. Mai 2014

Integriertes Lernen im Brennstoffzellen-Sektor

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A. Lange, M. Hoppe und A. Johnsen von H-TEC (v.l.) mit dem Lehrmodell (Quelle: uptodate)


Der Hausenergiesektor ist einer der ersten Bereiche, in dem Brennstoffzellen bereits in der Praxis eingesetzt werden. Deswegen ist insbesondere hier die frĂŒhzeitige Aus- und Weiterbildung von FachkrĂ€ften von elementarer Bedeutung, denn die Hersteller der BrennstoffzellenheizgerĂ€te allein können die Installation sowie die erforderlichen Reparatur- und Wartungsarbeiten nicht ĂŒbernehmen. Ohne eine frĂŒhzeitige Einbeziehung der Installationsfirmen und eine angemessene Qualifizierung der Monteure ist die breite MarkteinfĂŒhrung im Hausenergiesektor nicht zu meistern.
Prof. Dr. Manfred Hoppe von der Forschungsgruppe Praxisnahe Berufsbildung (FPB) der UniversitĂ€t Bremen hat sich schon seit Jahren dem Thema verschrieben und kĂŒmmert sich insbesondere um die Qualifizierung der Installateure in der Kraft-WĂ€rme-Kopplungstechnik. Um diese Arbeit weiter voranzutreiben, hat er gemeinsam mit der Handwerkskammer OsnabrĂŒck-Emsland-Grafschaft Bentheim (HWK OS) mehrere Weiterbildungsangebote fĂŒr LehrkrĂ€fte und Ausbilder ersonnen.
Ein Teil dieser Qualifizierungspalette ist das „Informations- und Demonstrationsmodell Brennstoffzellen in der Haustechnik“, das er bei den 6. UPTODATE-Unternehmertagen in DĂŒsseldorf am 14. Februar 2014 vor rund 300 Teilnehmern vorstellte. Bei diesem Modell handelt es sich um einen vorinstallierten Versuchsaufbau, der zusammen mit der H-TEC Education GmbH konzipiert wurde und beispielsweise Handwerkerschulungen und VerkaufsgesprĂ€che unterstĂŒtzen kann. Das Tischmodell wird nun nach Auskunft von Prof. Hoppe „zĂŒgig weiter entwickelt“.
Eingesetzt werden soll dieses Modell unter anderem in Blended-Learning-Seminaren zu BrennstoffzellenheizgerĂ€ten, die seit April 2014 von der Handwerkskammer OsnabrĂŒck angeboten werden. Integriertes Lernen (blended learning) meint in diesem Zusammenhang, dass diese Weiterbildungsangebote in Form von PrĂ€senz- und Online-Teilen durchgefĂŒhrt werden. Die PrĂ€senzteile finden direkt im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer statt und richten sich an Personen, die BZ-HeizgerĂ€te ins Portfolio ihres Betriebes aufnehmen wollen. Dementsprechend wird das gesamte dafĂŒr notwendige Know-how vermittelt, um die Mitarbeiter fachlich auf den Umgang mit dieser neuen Technik einzustellen. Ebenso wird das Thema der Kundenakquise angesprochen. Dabei wird allerdings keine Produktschulung an einzelnen HeizgerĂ€ten durchgefĂŒhrt. Dies bleibt bis auf absehbare Zeit den Herstellern vorbehalten.
Bestandteil des Online-Moduls ist unter anderem die Bearbeitung des Callux-Informationsprogramms „ZukunftsfĂ€hige Energieversorgung mit Brennstoffzellen-HeizgerĂ€ten“ (s. HZwei-Heft Jan. 2011), das unter Leitung der FPB entwickelt wurde. ErgĂ€nzend dazu gibt es AufgabensĂ€tze zu den einzelnen Kapiteln dieses Informationsprogramms, die inhaltlich auf das PrĂ€senzseminar vorbereiten. Das PrĂ€senzseminar erstreckt sich ĂŒber zwei Tage (10 Stunden) und ist in drei Blöcke geteilt: ZunĂ€chst geht es bei „KundenauftrĂ€ge und Absatzstrategien“ um das Pro und Kontra bei Brennstoffzellen-HeizgerĂ€ten, was also fĂŒr und was gegen diese Technik sprechen könnte. Im zweiten Block geht es dann im KWK-Schulungszentrum der Handwerkskammer in OsnabrĂŒck an die GerĂ€te. Hierbei werden Aufbau und Funktion von zwei beispielhaften BZ-HeizgerĂ€ten (Vitovalor von Viessmann und BlueGEN von CFC) besprochen sowie die Einbindung in die Haustechnik, die Wartung und der Markt. Zu guter Letzt werden im dritten Block wirtschaftliche Aspekte, Fördermöglichkeiten und Contracting thematisiert.
Erste Veranstaltungen fĂŒr FachkrĂ€fte aus der SanitĂ€r-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) sowie aus der Elektrotechnik (ET) finden im Juni statt. Weitere Seminare fĂŒr SHK- und ET-Berufsschullehrer sowie Ausbilder folgen im Juni sowie September 2014. Projektleiter Axel Lange vom Berufsbildungs- und TechnologieZentrum OsnabrĂŒck erklĂ€rte gegenĂŒber HZwei: „Die Seminare finden in den eigens dafĂŒr ausgestatteten RĂ€umen der HWK OS statt.“ Hoppe ergĂ€nzte: „Im Zentrum stehen didaktische und berufspĂ€dagogische Fragen der Umsetzung der Brennstoffzellentechnologie.“
Parallel dazu planen die Macher auch den Aufbau eines Aus- und Weiterbildungsnetzwerks fĂŒr den BZ-HeizgerĂ€te-Sektor. So soll auf der Website der Handwerkskammer ein Diskussionsforum zur Beantwortung von Fragen eingerichtet werden. Außerdem werden regelmĂ€ĂŸig „Infos fĂŒr LehrkrĂ€fte zu Brennstoffzellen-HeizgerĂ€ten“ verschickt.
Prof. Hoppe beabsichtigt, derartige Aus- und Weiterbildungsseminare fĂŒr den Heiztechnikbereich zukĂŒnftig regelmĂ€ĂŸig an verschiedenen Standorten in ganz Deutschland anzubieten. Auf Nachfrage der HZwei, ob denn ausreichender Bedarf da sei, schließlich musste das EAZ-Aalen 2008 sein Angebot einstellen, erklĂ€rte er: „Das EAZ in Aalen war leider etwas zu frĂŒh dran. Jetzt ist aber genau die richtige Zeit fĂŒr Weiterbildungsmaßnahmen im Hausenergiesektor, so dass ich denke, dass die Seminare gut besucht sein werden.“
Auszubildende dieser Branchen können sich seit neuestem auch deutlich kostengĂŒnstiger mit Hilfe des Lernprogramms „Brennstoffzellen-HeizgerĂ€te – Strom und WĂ€rme gekoppelt und dezentral erzeugen“, informieren. Das multimediale Lernmaterial, das Anfang 2014 im Christiani Verlag erschienen ist (Nettopreis: 39,80 Euro), wurde zwischen 2010 und 2012 im europĂ€ischen Bildungsprogramm Leonardo da Vinci von Prof. Manfred Hoppe und Reinhold Frenz von ModernLearning entwickelt. Es umfasst eine BroschĂŒre mit Begleitmaterial und eine CD-ROM und simuliert fĂŒr Fachhandwerker einen fiktiven Kundenauftrag zum Einbau und zur Inbetriebnahme eines Brennstoffzellen-HeizgerĂ€tes. Ab Mai 2014 wird es davon auch eine englisch- und eine spanischsprachige Ausgabe geben.
s. auch: NOW und Hydrogeit Verlag bringen neues Unterrichtsmaterial heraus

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