Hydrogen Technology Expo Europe ein voller Erfolg

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27. Januar 2023

Hydrogen Technology Expo Europe ein voller Erfolg

Die Hansestadt Bremen war im Herbst 2022 der place to be. Solch eine große und lebendige Wasserstoffmesse wie die Hydrogen Technology Expo Europe hat es europaweit bislang noch nicht gegeben. Innerhalb nur eines Jahres konnten die Veranstalter die Ausstellerzahl von 180 auf 350 annĂ€hernd verdoppeln. Über 5.000 Besucher erschienen am 19. und 20. Oktober 2022 in den zwei Messehallen – wohlgemerkt fast alles Fachbesucher, die dem Standpersonal zeitweise kaum Atempausen gönnten. Dennoch ist offen, wie es weitergehen wird, denn die rĂ€umliche und zeitliche NĂ€he zur H2Expo in Hamburg lĂ€sst eigentlich nur Platz fĂŒr einen Standort.

Trans-Global Events Ltd. hat einen richtig guten Job gemacht, anders kann man das nicht ausdrĂŒcken. Anders als deutsche Landesmessen hat der britische Organisator von Konferenzen und Messen zum passenden Zeitpunkt voll auf Wasserstoff gesetzt und mit einem ĂŒberzeugenden Konzept, das professionell umgesetzt wurde, viele nationale und internationale Akteure nach Bremen gezogen. Als Teil der HY-5-Initiative, die die fĂŒnf norddeutschen BundeslĂ€nder vereint, ist die an der Weser gelegene Hansestadt jetzt im Begriff, zu einer wesentlichen GrĂ¶ĂŸe in einer zukĂŒnftigen Wasserstoffwirtschaft zu werden.

Gegen diese Macht dĂŒrfte die H2Expo, die nach bisheriger Planung nĂ€chstes Jahr ohne die WindEnergy am 26. und 27. September stattfinden soll, kaum eine Chance haben, sollte die Hydrogen Technology Expo Europe tatsĂ€chlich am 27. und 28. September abgehalten werden. Am 11. September soll zudem in Husum die H2.0-Konferenz und vom 13. bis 14. September die f-cell in Stuttgart stattfinden. Ein Zusammenschluss der norddeutschen Veranstaltungen oder eine Terminverschiebung erscheint daher unausweichlich.

Entsprechenden Respekt zollte Kathryn Boyd nicht nur dem Veranstalter, sondern auch der deutschen Bundesregierung fĂŒr deren schnellen Wechsel zu erneuerbaren Energien in einer so großen Wirtschaftsnation. Dies lege die Latte extrem hoch fĂŒr andere, so die stellvertretende Handelsbeauftragte fĂŒr Europa beim DIT (Department for International Trade).

Vom mobilen Laderoboter bis zum Akku-Elektrolyseur-Stack

Auf den fast 15.000 Quadratmetern AusstellungsflĂ€che gab es zahlreiche neue Akteure, so wie beispielsweise Devinn. Das tschechische Entwicklungsunternehmen stellte den mobilen Laderoboter H2BOT vor, der mit Wasserstoff betrieben wird und ferngesteuert Elektrofahrzeuge aufladen kann. Der prĂ€sentierte Prototyp verfĂŒgt ĂŒber ein Brennstoffzellensystem von Nuvera. Die Ingenieure aus Jablonec nad Nisou sind allerdings offen fĂŒr weitere Entwicklungspartner und suchen nach Erstkunden, die dabei mithelfen, dass „die Fahrer von Elektroautos nicht mehr zu einer Ladestation fahren, sondern die Ladestation zu ihnen kommt“, so Devinn-GeschĂ€ftsfĂŒhrer LuboĆĄ HajskĂœ.

Abb. 1: Der H2BOT lÀdt E-Autos ohne einen Bediener vor Ort

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Ein weiteres ungewöhnliches Konzept verfolgt die Firma Battolyser Systems aus den Niederlanden: die Kombination einer Batterie mit einem Elektrolyseur in einer Einheit. 2016 zeigte Prof. Fokko Mulders Forschungsgruppe im Labormaßstab, dass ein Nickel-Eisen-Akkumulator bei Überladung auch Wasserstoff erzeugen kann. Eine Referenzanlage sei bereits bei dem Energieversorger Vattenfall im Einsatz und werde jetzt von RWE, das inzwischen den Betriebsstandort ĂŒbernommen hat, weiterbetrieben. Derweil sei eine zweite Produktgeneration in Arbeit, so dass fĂŒr Ende 2024 eine Kommerzialisierung angestrebt werde, hieß es in Bremen.

Autor: Sven Geitmann

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