In Europa beginnt es zu brodeln

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4. Januar 2023

In Europa beginnt es zu brodeln

Wem die Firma Refire bislang noch unbekannt war, der dĂŒrfte spĂ€testens bei der Nennung des Namens Clean Logistics hellhörig werden, denn das niedersĂ€chsische Start-up verfĂŒgt ĂŒber einen Liefervertrag fĂŒr Deutschland mit dem chinesischen Brennstoffzellenunternehmen. So erstaunte es auch nicht, dass Audrey Ma wĂ€hrend der Feierlichkeiten zur PrĂ€sentation des fyuriant vergangenen Sommer in Stade (s. HZwei-Heft Okt. 2022) als Ehrengast geladen war. HZwei hatte die Gelegenheit, mit Audrey Ma, VizeprĂ€sidentin fĂŒr internationale MĂ€rkte, Marketing und Kommunikation der Refire-Group, wĂ€hrend der IAA Nfz in Hannover zu sprechen.

HZwei: Frau Ma, seit wann gibt es Refire und seit wann sind Sie mit dabei?

Ma: Die Refire-Group hat gerade gestern ihr siebtes Jahr erreicht. Es war damals ein sehr kleines GrĂŒnder-Team, eine Gruppe von drei Ingenieuren, die im Brennstoffzellenbereich tĂ€tig waren. Ich bin Anfang 2017 dazugestoßen. Innerhalb der vergangenen Jahre sind wir zu einem Team von fast 700 Mitarbeitenden angewachsen.

Was war damals Ihr Ziel?

Unser gemeinsames Ziel war, die Brennstoffzellentechnik zur Kommerzialisierung weiterzuentwickeln, so wie wir es jetzt hier in den Messehallen sehen. Ich glaube, wir können behaupten, dass wir dazu beigetragen haben, die Brennstoffzellentechnik marktreif zu machen.

Können Sie uns dafĂŒr Beispiele nennen?

2017 brachten wir unsere erste BZ-Fahrzeugflotte in Shanghai auf die Straße. Die Prototypenentwicklung, einschließlich der Integrierung eines BZ-Systems, ĂŒbernahmen wir. Unser damaliger Partner Dongfeng, ein großer chinesischer OEM, baute dann 500 7,5-t-Delivery-Trucks. Das war ein wirklich schwieriges Unterfangen und wir lernten viel darĂŒber – von der Wasserstofferzeugung bis zur Frage, wer die Wartungsarbeit ĂŒbernimmt. Wir haben daraufhin unsere BemĂŒhungen verdoppelt und unter anderem mit Partnern eine eigene H2-Station installiert, damit unsere Fahrer tanken konnten. Und wir mussten Betreiber finden, die die Fahrzeuge nutzen und sie an Endverbraucherunternehmen vermarkten. Wir waren es dann auch, die den After-Sales-Service organisierten, nicht die OEMs oder die Betreiber.

Also eine komplett neuartige Herangehensweise, solch eine Technologie in Kundenhand zu bringen.

Ja, die alte Vorgehensweise hÀtte hier nicht funktioniert. Wir mussten komplett neue Pfade beschreiten. Anders wÀre es nicht gegangen.

Warum sind Sie heute hier?

Wir haben heute ein Brennstoffzellensystem mitgebracht, das direkt aus der Produktionsstraße kommt. Dies ist kein Prototyp. Mit diesem System werden wir bis Ende des Jahres ĂŒber 1 Mio. Kilometer zurĂŒcklegen. Es verfĂŒgt ĂŒber eine Leistung von 117 kW und wurde bereits in einige Hundert Schwerlastfahrzeuge integriert. Wir arbeiten mit unterschiedlichen Partnerfirmen zusammen – in China und auch außerhalb Chinas, inklusive Deutschland, um Fahrzeuge mit diesen Modulen auszustatten.

Also sind Sie ein klassischer Systemintegrator.

Ja, wir integrieren Brennstoffzellentechnik in unterschiedliche Anwendungen. Als Refire-Gruppe haben wir drei Tochterunternehmen, die BZ-Technologien entwickeln und Produkte herstellen. So haben wir eine GeschĂ€ftseinheit Unilia fĂŒr die Stacks. Pando stellt Produkte der BZ-Leistungselektronik her. Refire Technology baut komplette BZ-Systeme. Diese drei Tochterunternehmen agieren zwar unabhĂ€ngig voneinander, aber unter einem gemeinsamen Dach.

Also produzieren Sie Ihren eigenen Brennstoffzellen-Stack, verwenden aber fĂŒr Ihre Systeme auch Stacks von anderen Herstellern wie zum Beispiel Ballard?

Das ist korrekt. Beim Aufbau von BZ-Systemen können unsere eigenen, aber auch Stacks anderer Hersteller zum Einsatz kommen. In einem Projekt arbeiten wir beispielsweise zusammen mit Toyota als Stack-Partner, aber es gibt auch deutsche, kanadische und chinesische Stack-Zulieferer, mit denen wir gearbeitet haben.

Verstehe. Um was fĂŒr Anwendungen kĂŒmmern Sie sich mit Refire Technology?

Wir fokussieren uns auf verschiedene Anwendungen bei Nutzfahrzeugen und stationĂ€re Energie. Dabei liefern wir nicht nur die Brennstoffzellen-Systeme und Kernkomponenten, wir bieten auch Ingenieurdienstleistungen fĂŒr deren Anwendung an. Manchmal bieten wir auch schlĂŒsselfertige Lösungen an, um Kunden bei der Dekarbonisierung spezifischer und einzigartiger Endanwendungen zu helfen.

So wie Sie es auch bei Clean Logistics machen?

Also, Clean Logistics hat sein eigenes Ingenieur-Team, das in der Vergangenheit bereits Erfahrungen bei der UmrĂŒstung von Diesel- auf elektrische Antriebe gesammelt hat. Jetzt fĂŒgen die noch Brennstoffzellen hinzu. Das Modell, das wir bei vielen anderen OEMs, beispielsweise in China, anwenden, sieht so aus, dass wir deren Chassis nutzen und dafĂŒr eine passende Antriebseinheit kreieren. Wir schauen, welches System am besten fĂŒr welche Anwendung passt und fĂŒgen die verschiedenen Komponenten dann zusammen, um dann das fertige Brennstoffzellenfahrzeugmodell an den OEM ĂŒbergeben zu können.

Weiterlesen auf Seite 2…

Quellenangabe:

17 Kommentare

  1. Joe Schmidt

    “… da die der Umwelt mehr schaden als Verbrenner und das Stromnetz dafĂŒr auch gar nicht geeignet ist”
    Also alle reden doch vom grĂŒnen Wasserstoff per Elektrolyse mit EE-Strom fĂŒr die FCEV?
    Davon braucht das FCEV-Kfz dann aber eben eine mehrfache Menge fĂŒr die gleiche Wegstrecke gegenĂŒber einem BEV.
    Der Materialbedarf der gesamten Technologiekette ist beim BEV deutlich kĂŒrzer /geringer.
    Denn weder die Elektrolyseure, noch die 700-bar-Verbundtanks wachsen auf BĂ€umen nach und Sprit schon gar nicht.
    Ich fĂŒrchte, Sie sind nicht auf dem Stand der Tatsachen.

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  2. HS

    Okay… Und wann kommt ein uranangereicherter Brennstabantrieb?
    LG Homer S.

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  3. Harald Unbehaun

    Genau meine Meinung. Komme von HEIZUNG UND ELEKTRO MIT Ausbildung. Habe viele Titel und Ausbildungen, mache diesen Job seit ĂŒber 40 Jahre. Es lebe der Wasserstoff mit allen kleinen Problemen der Auftankung usw. Das ist und wird die Zukunft, Hallo Menschheit.

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  4. Arno A. Evers

    Danke, Sven, fĂŒr dieses Interview.
    Auf so ein GeschÀftsmodell habe ich jahrzehntelang gewartet.
    Endlich mal Leute, die die ganze Wertschöpfungskette betrachten und bearbeiten.
    Und nicht nur Details optimieren. Nicht ohne Grund haben wir schon im Jahr 2004
    diesen Messebeitrag mit internationaler Konferenz in China organisiert:
    ćŻæ›Žæ–°èƒœæșæŠ€æœŻćœšäž­ć›œâ€”æ°ąèƒœæș/燃料甔池, 11月4旄—11月9æ—„ 2004äžŠæ”·ć›œé™…ć·„äžšć±•äŒš
    äž­ć›œç§‘æŠ€éƒšć±•ćŽ… (缀称MOST)
    朰ç‚č: äžŠæ”·æ”Šäžœć›œé™…ćšè§ˆäž­ćżƒ
    Meeting Point Renewable Energies China incl. Hydrogen + Fuel Cells, November 4-9, 2004
    At the booth of the Chinese Ministry of Science and Technology (MOST)
    Venue: Shanghai New International Expo Center, Pudong
    æ–°äž–çșȘć±•æœ› A Prospect for the New Century
    Schon damals waren unsere chinesischen Aussteller und Referenten der Zeit weit voraus.
    https://www.hydrogenambassadors.com/china2004/index.php

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  5. Gabriel

    TrÀumen Sie weiter Herr Geitmann

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  6. Michael HĂŒbenbecker

    TrÀumer

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  7. Michael HĂŒbenbecker

    Wir werden von hinten bis vorne ĂŒber die Wahrheit belogen.Die Wahrheit ĂŒber die sogenannte
    KlimalĂŒge wird bald herrauskommen.Es ist wiedereinmal die Gier nach Macht und Reichtum einiger weniger Leute.
    Wir werden in Angst und Schrecken versetzt und verblöded damit wir besser zu kontrollieren sind.
    Aber die Wahrheit wird herrauskommen.Doch dann ist die Welt schon im Chaos versunken.
    Das Ende ist nahe.

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  8. Andreas

    Aus welchen Kraftwerken (einschließlich AKW) kommt der Strom? Ist der Wirkungsgrad grĂ¶ĂŸer als 20%? Wieviel Mitarbeiter hat cleane logistics?

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  9. Wuttke

    wow

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  10. Harald

    Wasserstoff ist die Zukunft. Elektroautos werden sich nie durchsetzen da die der Umwelt mehr schaden als Verbrenner und das Stromnetz dafĂŒr auch gar nicht geeignet ist

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  11. Xdd

    Sehr interessant.

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  12. Gerd Mangerich

    Wir schaffen das! Ernsthaft!
    Die Menschheit ist zum Erfolg verdammt.

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  13. Hans

    Ihr wollt nur die Aktie pushen – durchsichtiger geht es nicht.

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  14. Erich Riesterer

    Warum so Zaghaft. Nur wenn Technik in die Praxis kommt entwickelt sie sich Weiter.

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  15. Karl Christian Kelting

    Genauso ein Blödsinn wie der Volvo Elektro Truck mit 39,5 Tonnen Eigengewicht, fĂŒr wie Dumm muss man seine Mitmenschen halten ?
    Die Japsen Tante sollte sich schÀmen

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  16. Udo Heidrich

    Schreiben Sie doch auch mal ĂŒber den Wirkungsgrad bei der Wasserstoff Produktion. Wieviel Windkraftwerke mĂŒssen laufen, um die Verluste zu kompensieren. Auch die Wirkung von Wasserstoff in der AtmosphĂ€re sind sehr interessant ( man rechnet mit ca. 5% Leckage, bei der Wasserstoff nicht verbrannt in dieUmwelt gelangt.) Und nun einen Hinweis an die Journalisten: Die ewig einseitige Berichterstattung macht unglaubwĂŒrdig und beleidigt die Leser!

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