Wasserstoff wird zum Game-Changer

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24. November 2021

Wasserstoff wird zum Game-Changer

Klares ResĂŒmee des diesjĂ€hrigen Fachkongresses Gas des Handelsblatts: Wasserstoff wird zur neuen Commodity, also zu einem handelbaren Rohstoff. GrĂŒner Wasserstoff dĂŒrfte in zehn Jahren konkurrenzfĂ€hig sein, könnte also preislich sowie mengenmĂ€ĂŸig konkurrenzfĂ€hig sein – gĂŒnstiger als Erdgas, aber CO2-frei. Bis dahin sollte dafĂŒr gesorgt werden, dass ausreichende TransportkapazitĂ€ten geschaffen werden, sei es durch komplett neue Gaspipelines oder via Umbau bestehender Gasnetze. Auch gesetzliche Rahmenbedingungen sind notwendig, sollten sich aber an den BedĂŒrfnissen der Marktteilnehmer ausrichten und nicht ideologisch-bĂŒrokratisch sein. Bei all dem muss es eine neue Dynamik geben, die die VerfĂŒgbarkeit von Wasserstoff im Markt fördert und fĂŒr LiquiditĂ€t im Handel sorgt.

Es gibt schon viele qualifizierte Anfragen fĂŒr Projekte – 63 IPCEI-Vorhaben wurden bereits benannt –, wobei es sich hierbei nicht immer um Großprojekte handelt, sondern auch kleinere, die gefördert werden mĂŒssen/sollten. Zudem geht es immer auch um Schnelligkeit in der Planung und Umsetzung, so dass die Politik und die Behörden gefordert sind, zeitnahe Antworten zu geben und langwierige Planungsverfahren zu vermeiden bzw. diese zu beschleunigen.

Wasserstoff im WĂ€rmemarkt sei politisch noch unklar formuliert, heißt es, aber auch dort wird das Gas seinen Weg gehen. Hier geht es um Kosten, CO2-Abgabe und verschiedene Einsatzbereiche – sei es in der Industrie, bei Gewerbeimmobilien und beim privaten Wohnungsbau.

Am Anfang all dieser Entwicklungen rund um Wasserstoff bedarf es finanzieller UnterstĂŒtzung und verlĂ€sslicher Rahmendaten, um planen zu können und Schwung in die Umsetzung zu bringen, so eine der Kernforderungen auf diesem Fachkongress. Zudem geht es auch um die Definition eines Handels- und Marktsystems fĂŒr die Preisfindung von Wasserstoff in seinen verschiedenen Farben wie auch bei der Skalierung der Produktion. Dass grĂŒner Wasserstoff preislich unter den von grauem (Erdgas) fallen muss und wird, steht dabei außer Frage.

Klar ist, dass Wasserstoff nun in den Unternehmen angekommen ist und jeder Versorger – ob Großkonzern oder Stadtwerke – Wasserstoff als Teil seiner Unternehmensstrategie erkannt und als notwendig fĂŒr die Nutzung und Anwendung betrachtet. Die Wasserstoffwirtschaft ist alternativlos – auch in Bezug auf den weltweiten Klimawandel. Wir mĂŒssen nur dringend aus dem Klein-Klein der Diskussionen heraus.

Der Preis fĂŒr Wasserstoff (ideal ist grĂŒner) wird vor allem durch den Ort bestimmt, wo dieser produziert wird, wo also FlĂ€chen (hoher Grad der VerfĂŒgbarkeit regenerativer Energien wie Sonne, Wind und Wasserkraft) vorhanden sind und die Rahmenbedingungen stimmen, damit es sich rechnet. Ab 2024/25 könnte dann mit grĂŒnem Wasserstoff Geld verdient werden. Es gibt eine Reihe von Prognosen, die besagen, dass grĂŒner Wasserstoff (auch gelber via Biogas u.a.) Preise sehen wird, die bei vorerst 2 bis 3 US-$ pro kg liegen, aber ab 2030 unter 1 US-$ pro kg fallen.

Auf Deutschland bezogen kam bei der Tagung die Empfehlung, dass die an der Thematik Wasserstoff beteiligten Behörden/Ministerien (u.a. BMU, BMWi) gut daran tĂ€ten, zusammen zu arbeiten, statt gegeneinander mit unterschiedlichen Ansatzweisen die Entwicklung zu verzögern. Kurzum sollte ein dynamisches, pragmatisch umzusetzendes Marktdesign fĂŒr den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft angestrebt werden. Dann kann dem Klimawandel technologisch begegnet werden, können neue zukunftsweisende MĂ€rkte und ArbeitsplĂ€tze entstehen.

Autor: Sven Jösting, Oktober 2021

Quellenangabe:

Nikola Motors

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3 Kommentare

  1. Joe Schmidt

    Zitat:
    “Die Wasserstoffwirtschaft ist alternativlos – auch in Bezug auf den weltweiten Klimawandel.”
    Interessante Behauptung.
    Andere Autoren behaupten, eine regenerative Stromwirtschaft sei alternativlos – auch in Bezug auf den weltweiten Klimawandel. Da Wasserstoff ja lediglich ein sekundĂ€rer (aus möglichst sauberem Strom herzustellender) EnergietrĂ€ger ist, erscheint mir letztere Bahauptung plausibler.

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  2. Adi Kreft

    Stimme dem Artikel voll und ganz zu.
    Arbeite an einem Start Up mit einem Pilotprojekt durch PV Anlage und Kleinwindkraft
    a- konkurrenzfĂ€hig grĂŒnen Wasserstoff zu erzeugen
    b. den Wirkungsgrad auf ĂŒber 80% zu hieven durch zusĂ€tzliche WĂ€rmenutzung
    d. und ein Mehrfamilienhaus sowie 3 kleine HĂ€uc#schen energetisch autark zu betreiben – und das zu konkurrenzfĂ€higen Preisen.

    Eine bundesweite Vernetzung aller H2 Player macht Sinn.

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    • Volker Hans

      PICEA von hps solutions in Berlin bietet den Wasserstoffspeicher dazu um den Sommerstrom auch im Winter nutzen zu können..

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